Aus Gentleman wird Gretchen
24.08.2010 | 16:08 Uhr 2010-08-24T16:08:00+0200
Recklinghausen.Georg Kleine ist es leid. Er hat sich entschieden und Entscheidungen getroffen. Am Sonntag wird ein US-Amerikaner in Recklinghausen eintreffen.
Groß wird er sein, schwer, athletisch, dazu am besten abwehrstark und angriffslustig. Er soll die Probleme lösen, die der Aufsteiger zur 1. Regionalliga derzeit noch auf den großen Positionen im Team hat. Damit hätte Georg Kleine dann jedoch drei Ausländer im Team. Schließlich spielen bereits Cham Korbi und Robert Franklin für die Recklinghäuser. Das geht eigentlich nicht. Damit würde Kleine gegen das Gentleman-Agreement der Vereine der 1. Regionalliga verstoßen. Aus der Gentleman-Frage aber ist schon lange eine Gretchen-Frage geworden.
Für Kleine ist dabei die Antwort klar. „Ich werde Cham Korbi spielen lassen.“ Das ganze Hin und Her, erst gab es eine Ausländer-Beschränkung, dann wurde sie komplett aufgehoben, nun haben sich die Vereine untereinander auf zwei Ausländer pro Team verständigt, hat ihn gewaltig genervt. „Ein vernünftige Kader-Planung war da nicht möglich.“ Das Problem sei aber ohnehin nicht Korbi. „Das habe ich jetzt schon in ganz vielen Foren im Internet gelesen“, sagt Kleine. „Korbi ist genau so ein Spieler, weswegen die Frage erst aufkam. Er ist schon seit acht Jahren in Deutschland, er hat hier sein komplettes Studium absolviert, hat auch einen Einbürgerungsantrag gestellt. Er ist doch schon Deutscher. Deswegen werde ich ihn auch spielen lassen und werde das auch bereits vor der Saison allen Trainern mitteilen. Ich glaube aber, dass sie nichts dagegen sagen werden. Sie kennen Korbi und wissen doch um die Problematik.“
Sie bleibt ein Thema. Schließlich gibt es keine Möglichkeit des Einspruchs, wenn sich plötzlich ein Trainer überlegt, dass er am Ende der Saison, wenn sein Team zum Beispiel um den Klassenerhalt spielt, noch einmal einen US-Amerikaner verpflichten möchte. Wenn der Rückfall in die 2. Regionalliga droht, kann man sich bereits jetzt verschiedene Szenarien ausmalen, die zu einigem Unmut in der Liga führen könnten.
Georg Kleine geht davon aus, dass sein Team nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. „Wenn der neue Center so gut ist wie wir hoffen, und wenn wir dann noch einen halbwegs starken zweiten Center dazu bekommen, sind wir gut aufgestellt.“ Im Test gegen die BG Hagen, einen Liga-Kontrahenten gab es am vergangenen Wochenende einen hohen Sieg. Ohne neuen Center. Auch ohne Korbi, der wegen einer Mandelentzündung fehlte. „Wir haben fast vierzig Minuten eine Press-Verteidigung gespielt“, sagt Kleine, der besonders mit dem ersten Abschnitt zufrieden war. „In der zweiten Hälfte lief es dann nicht mehr so toll.“
Es ist Vorbereitung. Da wird bei Citybasket Recklinghausen nicht nur an der Fitness und den Laufwegen gefeilt. Die Vereinsverantwortlichen suchen immer neue Sponsoren und blicken dabei auch auf Finanzierungs-Modelle von anderen Vereinen. Kleine, der eben nicht nur Trainer bei Citybasket ist, sondern auch Vorstandsmitglied, könnte sich durchaus vorstellen, wenn auch Citybasket ähnlich wie die Hertener Löwen einen Namenssponsor finden würden. „Das würde uns gut zu Gesicht stehen. Den Namen zu ändern ist immer eine Möglichkeit, zusätzlich Geld zu bekommen.“

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