Auf dem Prüfstand

Das Problem ist nicht neu. Viele Kinder und Jugendliche erliegen der Verlockungen von Spielekonsolen und Computern. Die Folgen mangelnder Bewegung sind unübersehbar. Diesem Trend wollen das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und der Landessportbund (LSB) entgegensteuern mit dem Projekt KommSport.

.. Die Stadt Recklinghausen gehört zu den 33 Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam mit dem Sportministerium und dem LSB Jungen und Mädchen in Bewegung bringen wollen. Der offizielle Startschuss ist nun in Düsseldorf ertönt. "Sport fördert die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern", sagte Sportministerin Ute Schäfer, die "KommSport" mit LSB-Präsident Walter Schneeloch vorstellte.

Werner Metz (Fachbereich Schule und Sport) erfuhr bei der Auftaktveranstaltung allerdings, dass sich die Förderungsbedingungen für die teilnehmenden Städte geändert haben. Das NRW-Sportministerium wird nur noch die Auswertung des motorischen Tests, mit dem "KommSport" beginnen soll, und die Schulung der Tester/-innen übernehmen. "Wir werden nun prüfen, ob wir das Projekt realisieren können", erklärt Sheila Patel von der Pressestelle der Stadt. "Wir finden das Projekt gut." Die Verwaltung werde nun Möglichkeiten prüfen, ob etwa private Sponsoren mit ins Boot geholt werden.

Wie etwa beim ersten Teil des Recklinghäuser Bewegungsprojektes. Jungen und Mädchen aus zwölf Grundschulen hatten im Juni an der Schulmeisterschaft, einem Laufparcours, teilgenommen. In diesem wurden Antritt und Reaktion, Sprintvermögen, Richtungswechsel und Pendelvermögen der Erst- bis Viertklässler getestet.

Teil zwei des Bewegungsprojektes sollte der motorische Test im Rahmen von "KommSport" werden.
Ein starres Konzept wird den beteiligten Städten nicht vorgegeben, erläuterte LSB-Präsident Walter Schneeloch. In vielen Gemeinden gebe es bereits ein gut funktionierendes Netzwerk aus Schulen und Vereinen, auf das bei "KommSport" zurückgegriffen werden soll.

Weil Jungen und Mädchen individuell gefördert sollen, ist geplant, dass Grundschüler in den Projekt-Kommunen einen sportmotorischen Test, der an der Universität Karlsruhe entwickelt worden ist, ablegen. In acht Übungen wird ermittelt, ob die Kinder Fitness- oder Bewegungsdefizite haben. Um diese beheben zu können, werden die Eltern auffälliger Kinder eine Sportempfehlung und eine Liste passender Vereinsangebote an die Hand bekommen.