Anspruchsdenken
17.11.2010 | 17:13 Uhr 2010-11-17T17:13:00+0100
Recklinghausen.Zwischen dem TSV Marl-Hüls und Gemen wird der letzte Halbfinalist ermittelt.
Das Halbfinale im Kreispokal ist fast komplett. Der NRW-Ligist SV Schermbeck ist unter den besten vier Teams (siehe Extra-Text) und trifft im Februar auf den Westfalenligisten FC 96 Recklinghausen. Der NRW-Ligist Spvgg. Erkenschwick hat ebenso das vorletzte Spiel erreicht und trifft dann auf den Sieger der Partie TSV Marl-Hüls gegen Westfalia Gemen (Samstag, 14.30 Uhr, Loekamp).
Bezirksliga erwartet Landesliga. Holger Flossbach, Trainer der Marler, rechnet sich trotz des Ligen-Unterschiedes etwas aus. „Gemen steht in der Landesliga unten, wir in der Bezirksliga oben. Unterschätzen werden wir sie aber nicht. Krasser Außenseiter aber sind wir auch nicht.“ Da schwingt auch durchaus das Selbstverständnis der Marler mit, ein besonderer, ein besonders erfolgreicher Verein zu sein, beziehungsweise gewesen zu sein. Der TSV Marl-Hüls ist der Traditionsverein in Marl, war Deutscher Amateurmeister und hat, das hat auch Flossbach längst festgestellt, „höhere Ansprüche. Beim TSV sind alle etwas ungeduldiger. Der Verein ist aber auch größer als die meisten anderen Vereine. Der TSV-Marl-Hüls ist ein Verein mit großem Potenzial, hat eine bombastische Anlage, klar die Nummer eins in Marl und wartet darauf, dass der große Erfolg kommt.“
Genau das hat ihn angezogen. Er hatte es gut beim SV Vestia Disteln, war Spitzenreiter in der Bezirksliga und irgendwie schien in der vergangenen Saison allen Teams und Trainern der Liga klar, dass nur die Distelner mit Flossbach aufsteigen würden. Es kam anders. Flossbach teilte früh mit, dass er zum Saisonende zum TSV Marl-Hüls gehen wolle. Hansi Eberbach, der starke Mann bei den Distelnern, ließ daraufhin die Muskeln spielen und bugsierte Flossbach hinaus. Das Ende vom Lied war, dass der TuS Haltern und nicht Disteln den Aufstieg schaffte.
In dieser Spielzeit ist Disteln erneut erster Anwärter auf den Aufstieg. Der TSV Marl-Hüls aber ist ebenso wie der TuS 05 Sinsen, YEG Hassel und der BVH Dorsten in Reichweite und Flossbach weiter optimistisch, dass sein Team noch ein Wort um den Gewinn der Meisterschaft mitsprechen kann. Auch wenn er inzwischen etwas zurückhaltender ist, als er es noch nach der Vorbereitung war. „Wir sind Fünfter in der Bezirksliga, im Pokal unter den besten acht Teams. Da kann man nicht unzufrieden sein. Aber meine ganz große Euphorie ist weg. Nach der Vorbereitung habe ich ja noch gesagt, dass ich auf Seyfullah Kalayci und damit auf einen erfahrenen Torjäger verzichten kann. Jetzt, nach dem 14. Spieltag muss ich sagen, dass ich ihn vermisse.“ Seinem Team, seinem jungen Team, fehlt der Mann mit Treffergarantie, der Knipser. Es spielt gut, es spielt mit Begeisterung wie es Flossbach-Teams immer machen, aber die Ergebnisse stimmen – noch – nicht. Flossbach aber bleibt ruhig. „Wenn es im ersten Jahr nicht reicht, gehen wir es eben im zweiten Jahr an. Wir bleiben bei unserem Plan, auf absehbare Zeit die Westfalenliga zu erreichen. Es ist und bleibt eben tausend Mal schwieriger aus einer Liga heraus zu kommen, als eine Stufe höher den Abstieg zu vermeiden.“

20:25
Klar die Nummer eins in Marl??? 1954 hat das gestimmt, aber wer momentan und die letzten Jahre den Fußball bestimmt und die Nummer 1 im Vest ist, steht ausser Frage. Auch die Platzanlage dieses Verein ist eine Klasse besser. Bei diesem Verein würde Herr Flossbach bestimmt gerne arbeiten, aber die Klasse von Thon, Täuber oder Anderbrügge da fehlt es noch ein wenig. Wird schon Herr Flossbach, jeder ist lernfähig.