Am Nullpunkt

Rein sportlich sind die Landesliga-Handballerinnen der HSG Vest schon genug gebeutelt: Nur ein Sieg, Platz elf. Die Aussichten könnten rosiger sein. Zumal sich aktuell noch eine ganz andere Baustelle auftut: Trainer Norbert Zelgert ist zurückgetreten

RECKLINGHAUSEN.. Der Dortmunder hatte die HSG erst vor zwei Monaten übernommen. Nachdem Heino Rickmann ebenso überraschend kurz vor Saisonbeginn das Handtuch geworfen hatte. Sowohl Zelgert als auch Hans-Dieter Kasper, HSG-Damenwart, bestätigten eine Trennung "in beidseitigem Einvernehmen".

Laut Zelgert fuße der Rücktritt auf zwei Säulen: Zum Einen habe die Chemie zwischen ihm und der Mannschaft "einfach nicht gepasst. Ich will da nicht ins Detail gehen, aber ich hatte keinen Draht zu den Spielerinnen". Anderseits tat die ausbleibende sportliche Fortentwicklung ihr Übriges. "Ich will der Mannschaft und dem Verein die Chance geben, durch einen Trainerwechsel neue Impulse und Akzente zu setzen. Vielleicht passt ein Anderer besser zu dieser Mannschaft."

Kasper räumt ein, dass dem Vorstand die Stagnation der Mannschaft nicht verborgen geblieben ist. Das gestörte Binnenklima registrierte Kasper bei der vorvergangenen 19:25-Heimpleite gegen Westfalia Hombruch. Das Maß voll machte das deftige 18:30 zuletzt beim Lüner SV. "Das war nicht berauschend", drückt Kasper noch vornehm aus. "Die erhofften Resultate sind ausgeblieben."

Und so steht die HSG Mitte der Hinrunde wieder am Anfang. Aktuell betreut - wie schon nach dem Rickmann-Rücktritt - Helge Neumann, eigentlich Trainer der Bezirksliga-Damen, die Mannschaft. Aber nur übergangsweise, wie Kasper versichert: "Wir sind in aussichtsreichen Gesprächen und hoffen in Kürze Vollzug vermelden zu können." Am gestrigen Abend gab es ein weiteres Sondierungsgespräch. "Unsere favorisierte Lösung ist ein Trainerduo", erklärt Kasper. Das vielleicht schon im wichtigen Heimspiel gegen Borussia Dortmund III am Sonntag die HSG betreut.