Als der Sieger noch per Los ermittelt wurde
14.06.2007 | 05:05 Uhr 2007-06-14T05:05:21+0200100 Jahre DJK Spvgg. Herten mit vielen Fußball-Festen im Katzenbusch. Heute und morgen gibt es das nächste - mit Rudi Assauer
AUS DEN VEREINENHerten. Früher residierten zwei Vereine Seite an Seite im Hertener Süden. Die DJK und die Spielvereinigung waren beide im Katzenbusch zuhause, nutzten gemeinsam die Spielfläche und Kabinen. Warum nicht irgendwann fusionieren? 2000 war es soweit. Die 1907 gegründeten Klubs schlossen sich zur DJK Spvgg. zusammen, feiern ab heute ein großes Fest, bei dem sie auf 100 bewegte Jahre der Vereinsgeschichte zurückblicken.
Was haben sie für Feste gefeiert im Katzenbusch. Große Feste. Mit ganz großen Namen. Einer wurde später richtig berühmt. Rudi Assauer, geboren im Saarland, aufgewachsen in Herten. Und dort hatte er, wie er im Rahmen der WAZ-Serie "Der Ball trifft" verriet, auch seine erste Berührung mit dem Sport: "Es war ein Ball, den ein Hertener Nachbarskind zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte." Assauer kickte bei der Spielvereinigung Herten. Auch in der Regionalliga-Saison 1963/64, in der der Verteidiger auf 23 Einsätze und drei Tore kam. Dann ging's zu Borussia Dortmund auf die große Bundesliga-Bühne. Der Rest ist allen bekannt.
Aber auch vor der Ära Assauer gab es bedeutende Momente in der Vereinsgeschichte. 18 Jahre nach der Gründung wurde die KatzenbuschKampfbahn eingeweiht (mit einer 0:1-Niederlage gegen Wacker München).1929 folgte der erste ganz große Erfolg. Durch ein 3:1 über Arminia Bielefeld wurde der Sportverein Herten vor 12 000 Zuschauern Westfalenmeister. Den Einzug in die Spiele um die Deutsche Meisterschaft verbauten den Hertenern der FC Schalke 04 und der Meidericher SV.
Nach dem Krieg und dem Zusammenbruch der Ligen war die Spielvereinigung der erste Verein im Kreis Recklinghausen, der seinen Vereins- und Sportbetrieb wieder aufnahm. In diese Nachkriegszeit fällt auch die bislang höchste Hertener Niederlage - 0:20 gegen den FC Schalke 04. Im laufenden Liga-Betrieb.
In dem schafften es die Hertener bis zur 2. Liga West. Übrigens der einzige Verein, der bis 1962/63 durchgehend dort spielte. Durch die Ligenreform ging es ab in die Regionalliga. Mit Assauer, der auch morgen im Jubiläumsspiel vor dem Ball treten wird.
Und auch diese Anekdote gab es: 1966 entschied im ersten Spiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft das Los über den Einzug in die nächste Runde. Herten spielte gegen die Emscher-Husaren 1:1 und 2:2. Da es auch nach Verlängerung remis stand, wurde gelost. Damals noch üblich. Später ging's sportlich bergab. Bis in die Kreisliga. Da spielt der Fusionsklub noch heute.
Sportgala heute ab 19.07 Uhr im Festzelt; Familientag morgen ab 11 Uhr im Katzenbusch (16.30 Uhr Jubiläumsspiel ehemaliger Fußballgrößen u.a. auch Rudi Assauer); Freundschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen den FC Schalke 04 am 4. Juli

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