Vom Ascheplatz auf die Budomatte

Thomas Draganski beim Training: Hier schickt er den
Thomas Draganski beim Training: Hier schickt er den
Was wir bereits wissen
Thomas Draganski betreibt seit 35 Jahren Jiu-Jitsu und hat sich zu einem der erfolgreichsten Jiu-Jitsuka des Landes entwickelt. Mittlerweile trägt er den siebten von zehn möglichen Graduierungen

Velbert..  Denkt man hierzulande an Kampfsportarten aus Fernost sind wohl Judo, Karate und Taekwondo die ersten, die einem in den Sinn kommen. Es gibt jedoch unzählige weitere Künste der Selbstverteidigung. Eine von ihnen stammt von den japanischen Samurai und heißt Jiu Jitsu. Thomas Draganski übt diesen Sport seit mittlerweile 35 Jahren aus und hat sich zu einer festen Größe in Deutschlands Jiu-Jitsu-Landschaft entwickelt. Er ist der höchste aktive Dan-Träger der Jiu-Jitsu Union NRW. Doch dies ist nicht der einzige Erfolg, den der 48-Jährige vom TV Hösel verbuchen konnte.

Vom Fußball zur Selbstverteidigung

In seiner Jugend ging Draganski noch den Weg vieler Gleichaltriger und schloss sich einem Fußballverein an. Doch der Ballsport war nicht gänzlich das richtige für ihn, hinzu kam eine hartnäckige Verletzung. So schaute sich „Drago“, wie seine Freunde ihn rufen, nach einer neuen Herausforderung um und wurde fündig. Eine Werbung auf dem Auto seines baldigen Trainers, der in seiner Nachbarschaft wohnte, machte ihn neugierig. Ein Probetraining später war seine Leidenschaft für Jiu-Jitsu entfacht: „Ich war sonntags beim Probetraining und bin am Dienstag danach in das reguläre Training miteingestiegen. Der erste Eindruck hat mich überzeugt“, schildert Draganski seinen Einstieg im Alter von 14 Jahren. „Die Vielseitigkeit des Jiu-Jitsu, welches Techniken des Judo, des Karate und des Aikido vereint, war für mich sehr interessant.“

Eine erfolgreiche Laufbahn

Sein unermüdliches Engagement trug rasch Früchte. Noch vor seinem 18. Geburtstag absolvierte er seine erste Schwarzgurtprüfung und durfte sich fortan Dan-Träger nennen. Damit war er der jüngste Dan-Träger in der Geschichte der Jiu-Jitsu Union. Den fünften Dan, der höchste durch Prüfungen erreichbare Rang, folgte 2003. „Man muss immer eine Frist abwarten, bis man die nächsthöhere Graduierung erreichen kann. Ob durch Prüfungen oder ab dem sechsten Dan durch eine Verleihung“, erklärt er die Regularien. Mittlerweile trägt er den siebten Dan, den er 2014 erhielt, und ist damit der ranghöchste Aktive in NRW. Diese Entscheidung fällt ein Gremium der Union, welchem auch er angehört. Aus diesem Grund durfte er die Verleihung des 10. Dan an die deutsche Jiu-Jitsu-Ikone und seinen ehemaligen Trainer und Lehrgangsgefährten Jochen Kohnert vornehmen. Weitere prominente Trainingspartner waren Richard Morris aus Großbritannien, ebenfalls Inhaber des 10. Dan und Jhonny Bernaschewice, Großmeister aus Belgien. Ins Ursprungsland Japan hat ihn sein langer Weg bislang jedoch noch nicht geführt.

Einsetzen musste er seine Fertigkeiten zum Glück selten. Zweimal wollten ihm Angreifer an den Kragen, mit seiner selbstbewussten Art und einem gezielten Handkantenschlag konnte er jedoch jeweils Schlimmeres verhindern. „Es ist kein Angriffssport, sondern Selbstverteidigung. Es geht darum, den Schaden gering zu halten.“