Vermummte stürmen Trainingsgelände der SSVg

Teile der Wuppertaler Fanszene stehen unter dem Verdacht, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein.
Teile der Wuppertaler Fanszene stehen unter dem Verdacht, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein.
Was wir bereits wissen
Am Donnerstagabend enterten rund 50 Chaoten den Sportplatz am Berg und brannten Pyrotechnik ab. Augenzeugen vermuten Ultras des Wuppertaler SV hinter der Aktion

Velbert.. In Zeiten stetig wachsender Fangewalt und Pyroangriffen in Stadien zeigte der Fußball seine hässliche Fratze nun auch in Velbert. Am Donnerstagabend stürmten rund 50 teils vermummte Chaoten das Trainingsgelände der SSVg Velbert und zündeten Böller. SSVg-Trainer André Pawlak spricht von einer unangenehmen Situation. Die Polizei Mettmann tappt bei der Suche nach den Tätern bisher noch im Dunkeln.

Beim Eintreffen der Polizei war der ganze Spuk schon wieder vorbei. Der Schock stand Spielern und Verantwortlichen der SSVg am Donnerstagabend allerdings noch ins Gesicht geschrieben. „Nach Zeugenangaben betraten circa 50 Personen, teilweise vermummt, das Trainingsgelände der SSVg Velbert. Die Spieler der Oberliga-Mannschaft hatten das Training jedoch bereits beendet. Daraufhin verließen die Unbekannten das Gelände kurze Zeit später wieder, zündeten allerdings noch vor dem Gelände Pyrotechnik“, so der Inhalt der offiziellen Meldung der Polizei Mettmann, die sich mit den Aussagen von Velberts Trainer André Pawlak decken.

Pawlak hatte mulmiges Gefühl

„Wir hatten unser Training gerade beendet und wollten die Anlage verlassen, als dieser Mob von etwa 40 bis 50 teilweise vermummten Personen das Gelände betrat und unsere Autos zuparkte. Diese Leute trugen Jacken mit dem alten WSV-Emblem, die Kennzeichen der Autos waren ebenfalls aus Wuppertal. Da wird einem schon anders zumute, schließlich haben viele von uns eine Familie zuhause“, schilderte Pawlak am Freitag seine Sicht der Dinge gegenüber der WAZ.

Der Coach der Blauen zeigte kein Verständnis für die Chaoten, wollte sich aber auch nicht zu sehr von den Geschehnissen beeindrucken lassen: „Das hat mit Fußball überhaupt nichts mehr zu tun. Man kann dem Wuppertaler SV keinen Vorwurf machen. Das ist eine Fan-Gruppe, die ihrem Verein mit solchen Aktionen selbst schadet.“

Die Polizei Mettmann konnte auf Anfrage der WAZ keine neuen Informationen mitteilen. Nach dem Vorfall entfernten sich die Verdächtigen in ihren Autos zügig vom Tatort und konnten von den eintreffenden Streifenwagen nicht gestellt werden. Die Ermittlungen laufen nun in alle Richtungen.

Gemeinsame Pressemitteilung

Auch die Vorstände der SSVg und des WSV verurteilten die Aktion aufs Schärfste und sprachen in einer gemeinsamen Pressemitteilung davon, dass „trotz aller sportlichen Rivalität um den Aufstieg in die Regionalliga, die Grenzen des Rechts, des Anstands und der Fairness nicht überschritten werden dürfen.“ Der Wuppertaler SV entschuldigte sich zudem in aller Form bei der SSVg Velbert, distanzierte sich uneingeschränkt von dieser Art des Fanverhaltens und wünschte weiterhin einen fairen Wettkampf.

Velberts Vorsitzender Oliver Kuhn erwartet von seiner Mannschaft am Wochenende nun eine Trotzreaktion.