Velbert könnte bald landesligafreie Zone sein

Derby in der Landesliga: Das könnte nach dieser Saison Geschichte sein.
Derby in der Landesliga: Das könnte nach dieser Saison Geschichte sein.
Foto: RIECK, Heinz-Werner
Was wir bereits wissen
Seit Mitte Januar schinden sich die Lokalrivalen SC Velbert und Union Velbert in der Vorbereitung. Nach der Saison könnte Velbert landesligafreie Zone sein

Velbert.. Der Schnee bedeckt derzeit viele Fußballplätze und verhindert das ein oder andere Testspiel. Der Trainingsbetrieb läuft allerdings auf vollen Touren – zur Not auch auf dem Fahrrad. Für Velberts Landesligisten könnten die Vorzeichen für die Trainingsschufterei in den eisigen Monaten nicht unterschiedlicher sein. Während der SC Velbert nach einer bärenstarken Hinrunde ein wenig überraschend an der Spitze steht und in Richtung Oberliga schielt, stehen die Kicker des SV Union mit mickrigen zwei Zählern am Tabellenende. Landesligafußball könnte im Stadtgebiet also bald zur Mangelware werden.

Clubberer weiter erfolgshungrig

Der Spitzenreiter ist nun seit gut zwei Wochen zurück auf dem Platz. Am 16. Januar bat Trainer Ralf vom Dorp sein Team erstmals wieder zum Training. Von mangelndem Erfolgshunger keine Spur. „Natürlich besteht die Gefahr, dass man sich auf den Erfolgen ausruht. Aber meine Spieler haben gleich in der ersten Einheit gezeigt, dass sie noch nicht satt sind“, registrierte vom Dorp die Motivation wohlwollend.

Wie in jeder Vorbereitung stehen auch in diesem Jahr Konditionseinheiten auf dem Programm. Allerdings hält Ralf vom Dorp nichts von altmodischer Schleiferei: „Natürlich müssen wir etwas für die Ausdauer tun, aber wir haben immer den Ball am Fuß.“ Sind die Plätze wie in der letzten Woche wegen der weißen Pracht gesperrt, schickt er seine Jungs auch gerne mal zum Spinningkurs.

Personell vertrauen die Verantwortlichen weiterhin auf den jungen „alten Kern“. Vom Dorp steht also weiterhin sein Erfolgskader der Hinrunde zur Verfügung. Vom Aufstieg in die Oberliga will der SC-Trainer allerdings nichts wissen: „Unsere Hauptziel ist es, auch in der nächsten Saison Landesliga zu spielen.“

Beim Lokalrivalen SV Union sieht es dagegen so aus, als sollten sie die Liga in die entgegengesetzte Richtung verlassen. Nach einer katastrophalen Hinrunde steht das Team von Maik Franke mit zwei Pünktchen am Ende der Tabelle. Bereits am 13. Januar ließ der SV-Trainer wieder trainieren und lobt ausdrücklich den Zusammenhalt im Team: „Die Situation ist für alle neu. Aber der gute Teamgeist hat dafür gesorgt, dass hier nicht alles auseinander bricht. Die Spieler wollen die schlechte Hinrunde vergessen machen. Es gibt nur volle Attacke.“

Momentan ist Franke vor allem als Psychologe gefragt. 13 sieglose Spiele haben ihre Spuren hinterlassen. Wir schwer die Bürde des Verlierens auf den Unionern lastet, zeigte der ausgelassene Jubel nach dem 3:2-Sieg im Testspiel gegen SF Niederwenigern. Balsam für die geschundene Fußballseele. Mit Paul Gerlach und Matthias Roth konnte Maik Franke zwei neue Spieler begrüßen. Toptorjäger Philipp Pauly (vier Treffer) steht dagegen erst im März wieder zur Verfügung.

Die am 8. März beginnende Rückrunde der Landesliga verspricht aus Velberter Sicht daher genug Spannung. Vielleicht zum vorerst letzten Mal.