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Ungewohntes Gefühl

05.02.2012 | 19:54 Uhr
Ungewohntes Gefühl
Der junge Artur Bril (li.) behielt wie im Hinkampf gegen Athde Gashi die Oberhand Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool

Potsdam.   Bundesliga-Serienmeister Velberter BC verliert bei Motor Babelsberg mit 11:12

Die neue erste Box-Bundesliga bietet auch für den deutschen Serienmeister Velberter BC etwas Neues: Das Gefühl der Niederlage. Nach mehr als zwei Jahren war es für den Champion wieder soweit: Er unterlag beim SV Motor Babelsberg mit 11:12. Knapp, aber nicht unverdient.

„Harte Kämpfe, in denen die Boxtechnik zu kurz kam, waren Trumpf“, fand VBC-Presse- und Ringsprecher Hubert Wildschütz. Dennoch ging es in Potsdam vor 700 Zuschauern – darunter ein stattliche Anzahl Velberter Fans — fair zu. „Mit der Leistung des Kampfgerichts können wir leben“, bestätigte VBC-Manager Hans-Gerd Rosik. „Nur im Bantamgewicht, bei Europameister Denis Makarov gegen Marcel Schneider habe ich unseren Boxer knapp vorn gesehen…“

Da wirkte es, als belohne die Jury den Mut von Schneider, gegen Makarov nicht die fünfte Niederlage in Folge zu schlucken, mit einem 13:13-Remis. „Vertretbar, wenn auch unglücklich für uns…“ zog Trainer Hennie van Bemmel ein Fazit.

Der Niederländer hatte mehr Probleme mit dem Trainingszustand und den damit verbundenen Gewichtsproblemen einiger seiner Boxer. Wobei er vor allem Alexander Miller, Artem Merjasov, Gottlieb Weiss und Konstantin Buga meinte. Miller packte nur mit Mühe das 69-Kilo-Limit, lag gegen den Deutschen Meister Arayk Marutyan bereits klar nach Punkten zurück, als er wegen einer stark blutenden Nasenverletzung aufstecken musste.

Sein Kollege im Weltergewicht, der verdienstvolle mehrfache Deutsche Meister Merjasov, beendete seine Karriere nach einem Leistungstief vor wenigen Wochen, für ihn haben Familie und Beruf jetzt Vorrang. Und Konstantin „Kosta“ Buga ist meilenweit von seinem Weltranglistenplatz fünf im Jahre 2009 entfernt. Bei der „Elite-DM“ in Leipzig musste er gleich neun Kilo abspecken, um das Mittelgewicht (75 Kg) zu erreichen. Buga verlor geschwächt gegen den Niedersachsen Jakob Deines und sieht seinen Platz künftig im Halbschwergewicht (81 Kg).

Hier hat er allerdings starke Konkurrenz beim VBC. Der Deutsche Meister Gottlieb Weiss wechselte zwar ins leichte Schwergewicht (91 Kg), fand aber in dem früheren Hertha-Boxer René Krause seinen Nachfolger. Krause unterlag jedoch in Babelsberg gegen den russischen Weltklasseboxer Jaroslav Minin (98 Kämpfe, 90 Siege) knapp nach Punkten.

Im Schwergewicht hatte es der technisch bessere Gottlieb Weiss mit dem robusten früheren Deutschen Meister Stefan Köber zu tun. Ein einziger Treffer fehlte Weiss zum Remis, zwei Treffer fehlten zum Sieg. So gewann Köber 15:14.

Eine starke Leistung bot Artur Schmidt, der ins Halbweltergewicht aufstieg und dem tschechischen-Weltklasseboxer Chladek Zdenek Paroli bot, jede harte Serie des Favoriten mit tollen Kombinationen beantwortete. Ende der zweiten Runde zog sich Schmidt eine schmerzhafte Rippenverletzung zu, die ihn außer Gefecht setzte — die zweite Niederlage durch Aufgabe wegen Verletzung.

Tolle Leistung von Talent Artur Bril

Die Vielfachbelastung – Abitur, Weltliga, Bundesliga, internationale Turniere, DM U 21, DM Elite – setzen dem Jugend-Olympiasieger und Jugend-Weltmeister Artur Bril mächtig zu. Dennoch bezwang er den in Rechtsauslage boxenden Bayernmeister Athde Gashi ungefährdet mit 26:17 Punkten.

Die Super-Schweren, der WM-Dritte Erik Pfeifer (VBC) und die Nummer neun der Weltrangliste Vitalius Subacius lieferten sich einen Kampf auf Augenhöhe, aber ohne spektakuläre Höhepunkte. Pfeifer siegte 18:11.

Ein Sieggarant ist Peter Mullenberg aus den Niederlanden. Ob im Mittel- oder im Halbschwergewicht, Mullenberg macht es möglich. Gegen Ali Celik siegte der VBC-Fighter Ende der zweiten Runde vorzeitig. Nur im Hinkampf in Straubing musste er sich mit einem 13:13 Remis gegen den Deutschen Meister Denis Radovan begnügen — was die Velberter als Fehlurteil werteten. Am Samstag (20 Uhr, Birth) kann er es revidieren

In Birth gilt es

Trotz der Niederlage bei Motor Babelsberg führt der VBC die Vorrunden-Gruppe 2 weiter an. Mit 4:2 Punkten (36/32 Einzelwertung) liegen die Velberter vor Babelsberg (4:4, 45/48) und dem Dritten Straubing (2:4, 35/36). Nur bei einem klaren Sieg des Straubinger-Teams am kommenden Samstag in Velbert kann sich die Situation noch ändern. Ein Heimsieg oder ein Remis würde die Velberter sicher in die Finalkämpfe am 18. und 25. Februar gegen den anderen Gruppensieger katapultieren. Spannung ist für das Duell am 11. Februar um 20 Uhr in Birth beim Besuch der Bayern garantiert.

Redaktion

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