Über Baku nach London
21.09.2011 | 18:12 Uhr 2011-09-21T18:12:14+0200Velbert. Vier Asse des Velberter BC kämpfen bei der Weltmeisterschaft
Der deutsche Rekordmeister dominiert auch die Nationalmannschaft: Zehn Kämpfer hat der Deutsche Boxsportverband für die Weltmeisterschaft der Amateurboxer in Aserbeidschan gemeldet, gleich vier kommen aus der Bundesliga-Staffel des Velberter BC, die seit einem Jahrzehnt die beste deutsche Mannschaft stellt.
Das illustre VBC-Quartett bilden Denis Makarov (Bantam), Eugen Burhard (Leicht), Alexander Povernov (Schwer) und Erik Pfeifer (Super-Schwer). Sie nehmen ab Sonntag an einer historischen WM teil — das beschwört zumindest der veranstaltende Weltverband AIBA, der von einem „Meilenstein in der Geschichte des Boxens“ spricht.
Die besondere Bedeutung liegt auf der Hand, denn bei den 16.Titelkämpfen geht es in der aserbeidschanischen Hauptstadt Baku auch um die Qualifikation zu den olympischen Spielen im nächsten Jahr in London. 92 Athleten können sich direkt qualifizieren. Dazu müssen sie sich allerdings anstrengen, denn 685 Kämpfer aus 127 Ländern, meldet die AIBA, suchen ihre historische Chance. Für Routinier Alexander Povernov ist es sicher die letzte und die will der 33jährige Schwergewichtsboxer unbedingt nutzen – nachdem er zwischendurch schon fast zurück getreten war, in der jüngstenSaison der internationalen Bundesliga aber ein tolles Comeback gab.
Der fünfmalige Deutsche Meister und Bronzemedaillen-Gewinner der WM 2006 in China hat dann auch keine Lust, angesichts hoher Ziele tief zu stapeln: „Mein Ziel ist London. Denn dort will ich nicht nur teilnehmen, sondern einen Platz auf dem Siegertreppchen.“
Olympia auf der Insel ist auch das erste Ziel von Denis Makarov, als Zugabe soll es eine gute Platzierung bei der WM in Baku geben. „Ich darf doch noch träumen“, sagt der 24-jährige, dessen WM-Chancen allerdings deutlich näher bei der Realität, als bei der Traumwelt sind. Schließlich ist er Europameister 2010 und hat ein starkes Jahr hinter sich.
In der internationalen Bundesliga blieb Makarov ungeschlagen. Das VBC-Ass betont aber: „Eine Weltmeisterschaft ist eine schwierige Aufgabe, denn etwa 60 Konkurrenten wollen in jeder Gewichtsklasse aufs Siegerpodest. Eine Vorentscheidung gibt es durch die Auslosung. Wenn man nicht direkt gegen die Favoriten im Einsatz ist, wird die Chance größer…“
Leichtgewichtsmeister Eugen Burhard, der in der VBC-Meisterstaffel eine Klasse höher, im Halbwelter, boxt, fühlt sich topfit: „Nur das Warten auf die Auslosung nervt. Ich bin froh, wenn ich dann in den Ring steigen darf. Alle Boxer wollen eine Runde weiterkommen, sind bestens vorbereitet und träumen von einer Medaille.“ Bei der EM hatte er die bronzene gewonnen.
In der „Königsklasse“ greift der 24jährige Erik Pfeifer nach den Sternen. „Im Super-Schwergewicht kann oft ein harter Treffer entscheiden, das ist bekannt. Ich habe bei der WM 2009 Erfahrungen gesammelt. Dieses Mal hoffe ich auf mehr, vielleicht klappt es mit einer Medaille, aber zumindest mit dem Ticket für London…“, sagt der der mehrfache Deutsche Meister. Er gehört zu den Besten in Europa, hat von 110 Fights 90 gewonnen, darunter viele durch Knock out — wie es im Superschwergewicht so zugeht.
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