SSVg Velbert:Trainertadel trotz Tabellenführung

Kevin Hagemann und die SSVg hängen auch den SV Sonsbeck ab, wenngleich es diesmal nicht so richtig rund lief.
Kevin Hagemann und die SSVg hängen auch den SV Sonsbeck ab, wenngleich es diesmal nicht so richtig rund lief.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Oberliga-Spitzenreiter SSVg Velbert zieht ungestört seinen Bahnen. Beim 3:1 über Sonsbeck prangert Trainer Pawlak aber auch Schwächen seines Teams an.

Velbert.. Der Trainer des Gewinners hat schon mal freundlicher drein geschaut. Zwar weiß er den Erfolg zu würdigen, doch er spart nicht mit kritischen Worten. Der Verlierer-Coach hingegen sieht entspannt und gut gelaunt aus und findet für sein Team lobende Worte: Kontrastprogramm nach der Fußball-Oberliga-Partie zwischen der SSVg Velbert und dem SV Sonsbeck, die mit dem 3:1-Erfolg von Spitzenreiter SSVg gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Gäste den erwarteten Ausgang nahm.

Das war aber in der letzten halben Stunde dieser Partie gar nicht so sicher. Gut 60 Minuten lang hatte die SSVg alles im Griff gehabt und lag verdient mit 2:0-Führung. Dann baute sie den Gegner auf: Ein böser Abwehrschnitzer bescherte den Gästen den eher unverhofften Anschluss-Treffer. „Ich habe meinem Team auch gesagt: Nach so einem Tor kann die Partie durchaus noch kippen“, erklärte Sonsbecks-Trainer Thomas Geist, der seine Spieler deshalb auch etwas aus dem engen Defensiv-Korsett befreite.

Zum Ausgleich reichte es zwar nicht mehr, aber doch dazu, den Velberter Favoriten zu ärgern. Deshalb zeigte sich Geist trotz der Niederlage zufrieden: „Wir gehen erhobenen Hauptes nach Hause.“

Heiter beschwingt und mit einer kleinen Feier-Einlage mit dem neuen Fan-Club „Blauen Löwen Velbert“ gingen auch die SSVg-Spieler vom Platz — ihr Trainer André Pawlak schloss sich der Feierstimmung allerdings nicht uneingeschränkt an. Spendete sein Kollege Lob trotz der Niederlage, so verteilte Pawlak Kritik trotz des Sieges: „Mit der zweiten Halbzeit war ich gar nicht zufrieden. Das werden wir auch noch mal knallhart ansprechen.“

Zwar räumte er ein, dass es nicht möglich sei, jedes Spiel zu gewinnen und dabei auch noch zuverlässig schön zu spielen. Und einen Sieg nach einem weniger ansehnlichen Spiel wollte er auch nicht klein reden. Aber das hinderte ihn nicht, Schwachpunkte anzuprangern.

Bereits in der ersten Stunde des Spiels hatte er Konsequenz und Konzentration vermisst. Sein Team habe es versäumt, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Und dass es das Gegentor dann fast schon selbst erzielte und danach den Rhythmus verlor, ging ihm so richtig gegen den Strich, zumal er prophezeit: „So etwas geht nicht immer gut.“ Da es aber dank des Treffers zum 3:1 durch Jeffrey Tumanan kurz vor Schluss doch noch mal gut ging, geht auch die Erfolgsserie weiter: Zum siebten Mal in Folge hat die SSVg gewonnen, seit 19 Oberliga-Partien ist sie unbesiegt. Durchaus fair, aber auch nicht ganz uneigennützig lobte Sonsbecks Trainer Thomas Geist die Velberter, um ihnen zu wünschen, dass ihre Serie besonders in den kommenden beiden Spielen hält. Dann trifft die SSVg nämlich auf zwei Konkurrenten der Sonsbecker aus dem unteren Tabellendrittel: Am nächsten Sonntag geht es zum VDS Nievenheim, danach folgt ein weiteres Auswärtsspiel beim SC Kapellen-Erft.

Gerade das Hinspiel gegen Nievenheim dürfte Trainer André Pawlak in dieser Woche hervor kramen, um sein Team eindringlich zu warnen. Damals war nämlich eine ähnlich fahrige Leistung bestraft worden — da fiel auch ein Treffer kurz vor Schluss, allerdings für den Gegner: Außenseiter Nievenheim verwandelte einen Handelfmeter zum völlig unerwarteten 1:1.