SSVg Velbert ist bereit für die Regionalliga

Die SSVg-Fans halten die blau-weiße Fahne hoch, Sonntag hätten sie gern auch eine schwarz-weiße geschwenkt, denn der  Nachbar ETB siegte in Wuppertal.
Die SSVg-Fans halten die blau-weiße Fahne hoch, Sonntag hätten sie gern auch eine schwarz-weiße geschwenkt, denn der Nachbar ETB siegte in Wuppertal.
Foto: WAZ FotoPool
Der Oberliga-Spitzenreiter SSVg Velbert ist regionalligareif: Er hat die sportliche Klasse und die Lizenz. Sie wurde vom Verband ohne Auflagen erteilt.

Velbert.. Das Spiel heißt Baumberg gegen SSVg Velbert und auf den Rängen singen sie: „Olé, Super ETB!“ Und das, obwohl SSVg-Trainer Pawlak seit Wochen predigt, dass die Velberter nur auf sich selbst schauen. Aber im Moment machen die kleinen Seitenblicke einfach Spaß. Denn während Oberliga-Spitzenreiter SSVg bei den Sportfreunden Baumberg den souveränen 5:1-Sieg einfuhr, handelte sich der Verfolger Wuppertaler SV eine 0:2-Heimpleite gegen den „Super ETB“, gegen Schwarz-Weiß Essen ein. Die Schar der mitgereisten SSVg-Fans war vom Nachbarn aus dem Essener Süden, der noch gegen den Abstieg kämpft, begeistert.

Dank dessen Mithilfe müssen sich die Velberter nun verdammt anstrengen, wollen sie den Aufstieg in die Regionalliga noch verspielen. Der Vorsprung vor dem Wuppertaler SV beträgt nun „zehn Punkte brutto und sieben Punkte netto“, wie es Teammanager Jens Klein griffig formulierte. „Netto“, weil Wuppertal voraussichtlich die drei Zähler vom verlorenen Spiel bei RW Oberhausen II am grünen Tisch bekommt.

Möglicher Meisterball gegen Turu

Aber auch die Netto-Zahl von sieben Punkten verführt zum nächsten Seitenblick: Sollte der Wuppertaler SV am kommenden Wochenende ein weiteres Mal verlieren, kann sich die SSVg gleichzeitig schon zum Meister machen, wenn sie ihr Heimspiel gegen Turu Düsseldorf gewinnt. Klingt gar nicht so unwahrscheinlich, denn die Zoostädter müssen beim Tabellendritten Germania Ratingen ran.

Und selbst wenn sie dort gewinnen sollten: Bei einem gleichzeitig Sieg der Velberter um 15 Uhr in der Christopeit-Sport-Arena über Turu hängen die Wuppertaler weiterhin arg zurück, während die Velberter die nächsten Matchbälle vor sich haben.

„Es wäre natürlich super, wenn wir den Aufstieg im eigenen Stadion klar machen könnten. Die Möglichkeit besteht ja schon am kommenden Sonntag, da hoffen wir auf eine vierstellige Zuschauerzahl in der Christopeit-Arena“, sagt der 1. Vorsitzende Oliver Kuhn.

Seiner Ansicht nach ist die SSVg Velbert bereit für die Regionalliga. Dass die Mannschaft das Zeug hat, aufzusteigen, beweist sie seit Monaten: Seit mittlerweile 23 Spielen ist der souveräne Tabellenführer unbesiegt und hat dabei in 30 Spielen stattliche 90 Tore erzielt.

Die „Hunderter-Marke“ dürften die Blauen in dieser Spielzeit wohl ganz locker knacken. „Ich bin auch davon überzeugt, dass unsere Mannschaft in der höheren Liga eine bessere Rolle spielen kann als nach dem Aufstieg vor drei Jahren“, sagt Oliver Kuhn.

An der einen oder anderen Verstärkung werde noch gearbeitet, ansonsten genießt aber die aktuelle Mannschaft das Vertrauen, die Verträge mit etlichen Leistungsträgern sind schon verlängert.

Dazu sieht der Vereinsvorsitzende die SSVg nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch gerüstet, zumal die wichtigste Voraussetzung in dieser Hinsicht schon erfüllt ist: Der Verein hat nämlich die beantragte Lizenz für die Regionalliga bereits – ohne Auflagen – erhalten. Und das haben einige namhafte Vereine nicht geschafft, so der FC Bocholt in der Oberliga oder auch die früheren Bundesligisten Wattenscheid 09 und KFC Uerdingen in der Regionalliga.

Auch in dieser Hinsicht ist im Velberter Verein offensichtlich solide gearbeitet worden. Es ist nun an der Mannschaft, den Lohn einzufahren. SSVg-Trainer André Pawlak versichert: „Am kommenden Sonntag haben wir mit dem Spiel gegen Turu Düsseldorf sozusagen einen Elfmeter — den wollen wir auf keinen Fall verschießen.“