SSVg Velbert hat auch Handball drauf

Hüzeyfe Dogan (2.v.r.) schaffte das erlösende 1:1. In der Mitte steckt Philipp Schmidt im Luftkampf mit Bocholts Jan Wienholt
Hüzeyfe Dogan (2.v.r.) schaffte das erlösende 1:1. In der Mitte steckt Philipp Schmidt im Luftkampf mit Bocholts Jan Wienholt
Foto: FUNKE FOTO SERVICES
Was wir bereits wissen
Der Spitzenreiter bezwingt den 1. FC Bocholt nach einem Rückstand mit 2:1 und überlistet dabei eine kaum zu durchdringende Defensive. Montag auswärts beim TuS Bösinghoven.

Velbert.. SSVg Velbert -
1. FC Bocholt 2:1 (0:1)

SSVg: Sprenger - Pappas, Bleckmann, Schultens, Mondello - Zent (46. Müller), Zander - Hagemann (90. Zumbé), Dogan (81. Mühlhause), Tumanan - Schmidt.

Tore: 0:1 Oenning (8.), 1:1 Dogan (71.), 2:1 Hagemann (76.). - Schiedsrichter: Alexander Schuh. - Zuschauer: 250.

Wer aufsteigen will, der muss mehr können als die anderen, der muss auch mal über die Grenzen der Sportart hinweg flexibel sein. So wie die SSVg Velbert, die sich als Nummer eins der Fußball-Oberliga diesmal lange in einer Art Hallenhandball bewähren musste.

Sie schaffte es. Gegen die Defensiv-Künstler des 1. FC Bocholt feierte der Spitzenreiter mit dem 2:1 (0:1) auf der heimischen Kunstrasen-Anlage Am Berg den fünften Sieg in Serie und revanchierte sich zugleich für die 0:3-Pleite aus dem Hinspiel. Seither sind die Velberter unbesiegt, weshalb sie mittlerweile ziemlich unangefochten an der Spitze stehen. Der Tabellenzweite Wuppertaler SV, der allerdings noch ein Spiel nachholen muss, hängt bereits mit sieben Punkten hinterher.

Vorsprung in der Tabelle ausgebaut

Genau das war auch als Ziel des Bocholt-Spiels: Die Elf vom Hünting sollte unbedingt bezwungen werden, um in der Tabelle vorzulegen und den Verfolger WSV weiter unter Druck zu setzen. Dazu setzte die SSVg auch die Bocholter sofort unter Druck, die sich von vornherein weit zurückzogen — um die Velberter dann frech zu übertölpeln: Mit dem ersten Angriff erzielten sie gleich das 1:0. Yannick Oenning hatte nach einem schönen Pass viel Raum und Zeit, SSVg-Keeper Philipp Sprenger hatte gegen den geschickten Lupfer des Bocholters keine Chance.

Nun machten die Gäste erst recht dicht, oft versammelten sich alle elf Spieler im und vor dem eigenen Strafraum, der wie der Kreis im Hallenhandball abgeschirmt wurde. Die Velberter hatten die meiste Zeit den Ball und versuchten die Lücke in der 11:0-Deckung zu finden. Was in der ersten Halbzeit nicht so recht klappte, einige Angriffe sahen zwar vielversprechend aus, zwingende Chancen gab es aber kaum.

Trainer André Pawlak reagierte und brachte für den defensiven Mittelfeldspieler Erhan Zent in Person von David Müller einen weiteren Offensivmann. Das wirkte, zusammen mit Hüzeyfe Dogan brachte Müller mehr Abwechslung ins Angriffsspiel. Die 11:0-Deckung der Bocholter wankte. Zwanzig Minuten vor Schluss wurde sie dann elegant ausgespielt: Marius Schultens leitete eine Freistoßflanke von Jeffrey Tumanan per Direktabnahme zu Hüzeyfe Dogan, und der Torjäger netzte ein.

Nur fünf Minuten später reagierte Kevin Hagemann bei einem hohen Ball, der in den längst nicht mehr so gut verrammelten Strafraum segelte, schneller als zwei Bocholter und erzielte den Siegtreffer. Kurz darauf hätte Philipp Schmidt gar das 3:1 markieren können, der Mittelstürmer traf aber nur das Außennetz.

„Das war schon ein hartes Stück Arbeit, denn es ist sehr schwer, sich gegen einen solch destruktiven Gegner durchzusetzen“, sagte SSVg-Coach André Pawlak. Ein hartes Wort, aber es passte. Selbst als sie in Rückstand geraten waren, trauten sich die Bocholter kaum in die gegnerische Hälfte. Als sie sich dann nach einem Konter doch noch zu ihrem zweiten gefährlichen Torschuss aufrafften, verhinderte Keeper Sprenger per Glanztat, dass der Spielverlauf auf den Kopf gestellt wurde.

Ostermontag auswärts beim TuS Bösinghoven

In der Fußball-Oberliga geht es im Rhythmus der Osterwoche weiter. Auf den Spieltag am Gründonnerstag folgt die nächste Runde nun gleich am Ostermontag. Die SSVg Velbert ist dann auswärts gefordert. Um 15 Uhr tritt der Spitzenreiter beim TuS Bösinghoven an.

Spielort ist die Sportanlage am Windmühlenweg in Meerbusch — eine ziemlich enge Kunstrasenanlage. „Sicherlich schwer zu spielen, aber damit sollten wir fertig werden“, sagt SSVg-Trainer André Pawlak — zumal sein Team auch die jüngsten zwei Partien auf Kunstrasen gewonnen hat.

Die Gastgeber des TuS Bösinghoven sind in guter Form — und wie der jüngste SSVg-Gegner Bocholt sehr abwehrstark. In den vergangenen fünf Partien blieb Bösinghoven ungeschlagen und musste dabei lediglich einen einzigen Gegentreffer hinnehmen. Und das war auch noch ein Eigentor