SSVg Velbert: Glanzloser aber wertvoller Sieg

David Müller (mitte), hier im Duell mit Sonsbecks Kapitän Fabian Werten, erzielte mit einem tollen Distanzschuss das 1:0 für die SSVg.
David Müller (mitte), hier im Duell mit Sonsbecks Kapitän Fabian Werten, erzielte mit einem tollen Distanzschuss das 1:0 für die SSVg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die SSVg Velbert muss sich ziemlich abmühen, um den 3:1-Sieg über Sonsbeck zu sichern. Damit hält der Tabellenführer die Konkurrenz auf Distanz.

Velbert.. SSVg Velbert -
SV Sonsbeck 3:1 (2:0)

SSVg: Sprenger - Pappas, Schultens, Andersen, Mondello - Zander (89. Sealiti), Zent - Hagemann (86. Raudino), Müller (63. Schlösser), Tumanan - Dogan.
Tore: 1:0 Müller (26.), 2:0 Schultens (33.), 2:1 Terlinden (62.), 3:1 Tumanan (89.). Schiedsrichter: Alexander Schuh. - Zuschauer: 420.

Mit dem Prädikat glanzlos, aber wertvoll entledigte sich die SSVg Velbert der jüngsten Aufgabe in der Fußball-Oberliga, die da hieß: „Die Tabellenführung mit einem Sieg gegen den SV Sonsbeck zu untermauern.“ Das gelang mit dem verdienten 3:1-Erfolg über die vom Abstieg bedrohten Gäste.

Ansonsten war nicht allzu viel Berauschendes gelungen. Doch das werden die Verantwortlichen verkraften, denn im Gegensatz zu Verfolger Wuppertal bleibt die SSVg in diesem Jahr von überflüssigen Punktverlusten verschont. Sie führt daher die Tabelle weiter mit sieben Zählern Vorsprung an.

Diese Dominanz scheint inzwischen den Großteil der Liga eingeschüchtert zu haben. Auch Sonsbeck stellte sich zunächst einmal hinten rein. Über weite Strecken der ersten Halbzeit tummelten sich bis auf SSVg-Keeper Philipp Sprenger zumeist alle Spieler in der Sonsbecker Hälfte.

Gäste müssen beim 1:0 mithelfen

Und hier taten sich die Velberter bei aller Überlegenheit schwer, Chancen zu erspielen. Die Gästeabwehr ließ nichts zu. Und wenn sie mal vom stark aufspielenden Kevin Hagemann aufgerissen wurde, dann wurde der Tempodribbler per Foulspiel gestoppt. Insgesamt gut ein Dutzend Mal in dieser Partie.

Zu Hagemanns Offensiv-Kollegen David Müller waren die Gäste da schon freundlicher: Sonsbecks Verteidiger Marvin Hitzek bediente den Velberter „Linksfuß“ unfreiwillig mit einem verunglückten Befreiungsschlag. Und Müller nahm dankend Maß: Aus etwa 23 Metern Entfernung zauberte er den Ball unters Lattenkreuz .

Dieses tolle Tor brach nach 26 Minuten den Bann. Danach schaffte es die SSVg, die Gäste stärker unter Druck zu setzen und Chancen heraus zu spielen. Den Lohn gab es bereits in der 33. Minute. Diesmal hatte Jeffrey Tumanan die Hagemann-Rolle einnehmen müssen: Er war auf Linksaußen los gestürmt und dann gelegt worden. Den Freistoß brachte er dann selbst herein: Genau auf den Kopf von Kapitän Marius Schultens, der die Kugel raffiniert ins Tor verlängerte.

So schien alles seinen geregelten Gang zu gehen — bis Nils Zander vor dem eigenen Strafraum ein böser Patzer unterlief und Sonsbeck-Stürmer Felix Terlinden freie Bahn hatte. Er nutzte sie: Der erste Ball, der auf das Tor von SSVg-Keeper Sprenger flog, war gleich drin. Dieser Anschlusstreffer nach gut einer Stunde Spielzeit tat der SSVg gar nicht gut. Sie kam aus dem Rhythmus, einige Spieler wirkten geradezu verunsichert.

Dagegen wurden die Gäste immer mutiger und nahmen nun auch am Spielgeschehen teil. So wurde es manchem im Velberter lager mulmig. Erst eine Minute vor Schluss erzwangen die Gastgeber die Entscheidung: Der eingewechselte Giuseppe Raudino erkämpfte sich den Ball, bediente den ebenfalls eingewechselten Christian Schlösser, der für Tumanan auflegte: 3:1. Kurz danach pfiff Schiedsrichter Alexander Schuh ab. Erlösung und Erleichterung bei den Gastgebern.