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SSVg Velbert freut sich auf das Spiel des Jahres

06.06.2012 | 18:22 Uhr
SSVg Velbert freut sich auf das Spiel des Jahres
Den ersten kräftigen Schluck aus der Regionalliga-Pulle wollen Norman Seidel (li.), Markus Kaya und die SSVg Velbert am heutigen Donnerstag im Heimspiel gegen Lippstadt nehmen

Velbert.   Heute steigt in der Christopeit Sport Arena das erste von zwei Aufstiegs-Endspielen gegen den SV Lippstadt. Trainer Lars Leese hat seinen Vertrag verlängert, auch Spielmacher Markus Kaya bleibt

Endspiel-Stimmung bei der SSVg Velbert. Am heutigen Donnerstag steigt das erste von zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die Regionalliga. Um 15 Uhr empfängt der NRW-Ligist in der Christopeit Sport Arena den Meister der Westfalenliga (Staffel 1), den SV Lippstadt und möchte sich mit einem Sieg eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag in Lippstadt verschaffen.

Es ist das Spiel des Jahres, zumal es für die Zukunft des Vereins wegweisende Bedeutung einnimmt. Denn die Zukunft soll Regionalliga heißen, die Gegner wie Wuppertaler SV, Rot-Weiss Oberhausen oder Rot-Weiss Essen sollen die Bude vollmachen. Darauf haben die Verantwortlichen hingearbeitet, „dafür kämpft die Mannschaft, da wollen wir hin, da freuen wir uns drauf“, bekräftigt SSVg-Trainer Lars Leese.

Er selbst setzte deshalb kurz vor dem heutigen Spiel ein starkes Signal: Er verlängerte seinen Vertrag für eine weitere Saison. Auch Spielmacher Markus Kaya wird bleiben. Der Ex-Profi ist zwar eh vertraglich noch gebunden , hat aber auch Interesse bei anderen Vereinen geweckt. Kein Wunder, als Mittelfeldspieler hat der feine Techniker in dieser Saison schon 15 Tore erzielt. Eine berufliche Perspektive im Velberter Unternehmen Mühlhause GmbH, dessen Geschäftsführer Dirk Mühlhause auch Verwaltungsrat und Sponsor der SSVg ist, erhöht den Wohlfühlfaktor für Kaya in Velbert.

Zwei Stützpfeiler und Erfolgsgaranten bleiben — das soll den Velbertern einen Schub für die Aufstiegsspiele geben. Ihr „Europacup-Modus“ mit Hin- und Rückspiel, bei dem Auswärtstore sehr wertvoll sein können, hat seine Tücken. „Wir müssen die Balance halten: Dominieren, aber nicht ins offene Messer rennen“, weiß Lars Leese. Aber das seine Mannschaft möglichst dominierend auftritt, das ist ihm wichtig. „Wir sollten zeigen, dass wir der Tabellenvierte sind, und nicht etwa der Tabellensechszehnte!“ Zudem gibt es bei allem Respekt, den Leese den Gästen aus Lippstadt zollt, den Klassen-Unterschied. Die SSVg kommt aus der NRW-Liga, die Lippstädter aus der Verbandsliga.

Dass sie dort Großartiges geleistet haben, ist ihm nicht verborgen geblieben. Mit seinem Trainerteamkollegen Manni Behrendt ist er in den vergangenen Wochen auf Tour durch NRW gewesen und hat die möglichen Relegationsgegner beobachtet. Bereits die Zahlen belegen die Stärke der Lippstädter: Von 34 Meisterschaftsspielen haben sie nur ein einziges verloren. Im Westfalenpokal zwang die Mannschaft von Trainer Daniel Farke den turmhohen Favoriten, den Drittligisten Preußen Münster, in die Verlängerung. „Ich habe eine spielstarke Mannschaft gesehen — der wir allerdings Paroli bieten können“, sagt SSVg-Coach Lars Leese.

Sein Kollege Daniel Farke sieht die Lippstädter derweil als Außenseiter und verteilt fleißig Komplimente. „Velbert war eindeutig der härteste Brocken im Lostopf und hätte eigentlich direkt aufsteigen müssen, nicht der VfB Hüls per Freilos. Unter dieser sportlich unfairen Auslegung der Aufstiegsregeln leiden wir jetzt indirekt auch“, sagte der frühere Torjäger der Zeitung Westfalenpost. „Aber wir werden uns der schweren Aufgabe stellen. Das sind zwei Relegationsspiele, in denen wir überhaupt keinen Druck haben. Velbert will aufsteigen, die sind der Favorit. Wir sind nur Außenseiter“, sagt Farke.

Die Lippstädter Fans jedenfalls glauben an die Chance und wollen in stattlicher Anzahl anreisen. Im Gegenzug hoffen die Velberter auf die Rückendeckung des heimischen Publikums in der Christopeit-Sport Arena. Die Zuschauer bekommen dann schon einmal – wie die Mannschaft – die Möglichkeit, Regionalliga-Tauglichkeit zu beweisen.

Ulrich Tröster



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