SSVg Velbert: Beständigkeit und Bodenhaftung

Von zwei auf eins: Philipp Sprenger, in der Regionalliga zweiter Mann im Kasten, bewährte sich als Stammtorhüter.
Von zwei auf eins: Philipp Sprenger, in der Regionalliga zweiter Mann im Kasten, bewährte sich als Stammtorhüter.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Oberliga-Spitzenreiter SSVg Velbert verlängert Verträge mit Identifikationsfiguren und Leistungsträgern. Zwei A-Jugendspieler rücken auf.

Velbert.. „Allmählich kann die SSVg Velbert für die Regionalliga planen“, werden sich viele im Umfeld des Fußball-Oberligisten sagen — ganz im Gegensatz zu Trainer André Pawlak, der das Wort „Aufstieg“ derzeit am liebsten gar nicht hören möchte. Tabellenführung hin oder her. Denn so souverän sein Team, das gerade mit dem 3:1-Erfolg beim TuS Bösinghoven den sechsten Sieg in Serie holte, derzeit auftritt — am Ziel ist es noch lange nicht.

Und den möglichen Erfolg auch noch zu beschreien, sich zu früh zu freuen und zu glauben, es wird schon so weiter gehen: das ist eine große Gefahr. Der Trainer tut nur seine Pflicht, wenn er eindringlich vor Bequemlichkeit oder Selbstüberschätzung warnt.

Das hindert ihn und die Vereinsverantwortlichen selbstredend nicht, dennoch schon die Planungen für die neue Saison voran zu treiben — für welche Liga genau, ist dabei unerheblich. Es ist einfach Zeit, die Weichen für das nächste Spieljahr zu stellen.

Dabei unterstreichen die Velberter ihre Absicht, auf Bodenständigkeit und auf den Nachwuchs zu setzen. Ein halbes Dutzend Spieler haben in den letzten Wochen ihre Verträge verlängert bzw. neue unterschrieben – vier Spieler davon sind Leistungsträger der ersten Mannschaft, zwei von ihnen sind längst Identifikationsfiguren, weil sie seit Jahren dabei sind und zu den zuverlässigsten Stützen gehören: Linksverteidiger Massimo Mondello und Mittelfeldspieler Jeffrey Tumanan. Außenstürmer Kevin Hagemann ist mittlerweile auch schon in seinem dritten Jahr bei den Velbertern. Seine zweite Saison für die SSVg bestreitet Torwart Philipp Sprenger, der nach dem Weggang des routinierten Regionalliga-Keepers Manuel Lenz zwischen den Pfosten steht. „Er hat sich in dieser Saison als echte Nummer eins präsentiert“, lobt Trainer Pawlak.

„Zudem ist er mit 21 Jahren für einen Torwart noch sehr jung und hat daher noch eine Menge Entwicklungspotenzial.“ Das haben auch Noah Abdel Hamid und Lucas Waßmann, die aus der A-Jugend in die „Erste“ aufrücken werden. Sie zählen zu den Assen des Teams, das sich derzeit in der Niederrheinliga hervorragend verkauft. „Weitere Talente aus der A-Jugend sollen ebenfalls an den Verein gebunden werden und sich über gemeinsame Einheiten von U 23 und 1. Mannschaft anbieten können“, betont Pawlak..

In der U 23 hatte sich zu Regionalligazeiten übrigens auch Kevin Hagemann wieder gefunden – nach Unstimmigkeiten mit Trainer Lars Leese. Sieht man Hagemann in der aktuellen Saison spielen, glaubt man kaum, dass der unwiderstehliche Rechtsaußen monatelang in der Bezirksliga untergetaucht war. Die SSVg Velbert sicherte sich seine Dienste gleich für zwei weitere Spielzeiten.

Hagemann unterschreibt bis 2017

Und als ob er beweisen will, dass die Velberter damit genau dem richtigen Mann vertrauen, schießt er derzeit ein wichtiges Tor nach dem anderen. Ostermontag das 3:1 in Bösinghoven, Gründonnerstag das Siegtor zum 2:1 über den FC Bocholt, davor das 2:2 beim 4:2-Sieg in Hilden. Auch Jeffrey Tumanan präsentierte sich in den vergangenen Partien sehr agil und treffsicher. Äußerst wertvoll waren seine Tore gegen Hilden und Bösinghoven.

Passend dazu hatten die jüngsten drei Partien gezeigt, wie Recht Trainer Pawlak mit seinen Warnungen hatte. In der ersten Halbzeit war das Team nicht ganz bei hundert Prozent, schon wurde es eng, in Hilden und gegen Bocholt lag die SSVg sogar zurück. Noch ist sie nicht am Ziel.