SSVg-Talente ärgern den Meister nur eine Halbzeit

In der zweiten Halbzeit ließen sich die Velberter von RWE zur Seite drängen: Der Favorit siegte mit 4:1.
In der zweiten Halbzeit ließen sich die Velberter von RWE zur Seite drängen: Der Favorit siegte mit 4:1.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem 1:4 gegen Spitzenreiter Rot-Weiß Essen planen die Velberter A-Junioren in der Niederrheinliga für die Qualifikationsrunde.

Velbert.. SSVg Velbert -
Rot-Weiss Essen 1:4 (1:1)

SSVg-Jun: Schepe, Walter, Syala (77. Krasniqi ), Owusu, Abdel Hamid, Kaltenpoth (70. Günes), Waßmann (70. Önel), Nadojan, Lo Pinto, Raouah, Balke (35. Avan).
Tore: 0:1 (13.), 1:1 Nadojan (40.), 1:2 (65.), 1:3 (66.), 1:4 (79.).

„Weiter die Essener, gute Phase jetzt“, rief RWE-Trainer Jürgen Lucas den A-Junioren von Rot-Weiss zu, die gerade durch einen Doppelschlag in der 65. und 66. Minute aus einem 1:1 eine 3:1-Führung auf der Anlage am Berg bei der SSVg Velbert gemacht hatten.

Ein paar Meter weiter stand sein Kollege Ralf Zistler und meinte zerknirscht: „Das hat sich ja angedeutet.“ Denn die „gute Phase“ hatte des Team von Lucas, der vor ein paar Wochen noch die erste Mannschaft von RW Essen betreut hatte, während der kompletten zweiten Halbzeit. Dagegen konnten die Velberter ihrerseits nicht an die gute Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen.

Da hatten die SSVg-Talente den Spitzenreiter, der bereits als kommender Bundesligist feststeht, kräftig geärgert und sich große Chancen erspielt — von denen sie aber zu viele liegen ließen. Einmal trafen sie das leere Tor nicht, einmal stand der Pfosten im Weg. Das 1:1, das Aslan Najosan in der 40. Minute erzielte, war mehr als verdient. Nach Wiederanpfiff erhöhten dann allerdings die Rot-Weissen den Druck, dem die Velberter nicht gewachsen waren — was SSVg-Trainer Ralf Zistler aber als ziemlich normal wertete: „Gegen solch eine Mannschaft zu gewinnen, kann nicht unser Anspruch sein.“

Allerdings hätte nur ein Sieg seinem Team die Chancen auf den sechsten Tabellenplatz, der den direkten Klassenerhalt in der Niederrheinliga bedeutet, offen gehalten. So aber sind die Velberter gar auf den achten Rang abgerutscht und können bereits das letzte Saisonspiel am kommenden Sonntag beim ETB Schwarz-Weiß als Vorbereitungsspiel auf die Qualifikation nutzen.

„Wenn wir denn eine Chance zur direkten Qualifikation hatten, dann haben wir sie nicht gegen RWE, sondern schon eher verspielt“, erklärt Zistler, um zu betonen: „Klar war unsere Rückrunde durchwachsen. Aber: Wir sind Aufsteiger und wurden von vielen als sicherer Absteiger gehandelt. Stattdessen haben wir die Qualifikationsrunde sicher.“

Das sei nicht nur bereits ein Erfolg — das sei die Basis für den Klassenerhalt, denn der Trainer ist überzeugt, dass sein Team die Chance in den Quali-Spielen nutzen werde, zumal sich die Erfahrung der nun zu Ende gehenden Spielzeit auszahlen dürfte: „Vergangenes Jahr kamen wir aus der Leistungsklasse, nun werden wir als einziges Team unserer Quali-Gruppe aus der Niederrheinliga kommen.“ Und diese Liga wollen sie sich unbedingt erhalten.