Sparacio sieht auch positive Aspekte

u oft mussten die Velberter in dieser Saison den Ball aus ihrem eigenen Netz holen.
u oft mussten die Velberter in dieser Saison den Ball aus ihrem eigenen Netz holen.
Foto: Alexandra Roth
Was wir bereits wissen
Im Interview mit der WAZ spricht der Trainer des TVD Velbert über die Ursachen einer enttäuschenden Saison, Rücktrittsgedanken und den Rückhalt der Club-Verantwortlichen

Velbert.. Als Geheimtipp in die Bezirksliga gestartet, erlebten die Kicker des TVD Velbert eine Saison zum Vergessen. Im Gespräch mit der WAZ spricht Trainer Rosario Sparacio über die Gründe.

Herr Sparacio, wie bewerten Sie die abgelaufenen Spielzeit?

Das war mit Sicherheit eine der nervenaufreibendsten Spielzeiten, die ich als Trainer erlebt habe. Von Beginn an war der Wurm drin.


Wie meinen Sie das genau?
Wir hatten schon in der Vorbereitungsphase Verletzungssorgen. Leo Lange fiel mit einer langwierigen Schambeinentzündung aus. Zudem kämpfte Orhan Tekin mit hartnäckigen Rückenproblemen, die sich durch die gesamte Saison zogen. Auch Christian Spruch und Andreas Nitas waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte und absolvierten nur wenige Partien für uns. Aber man muss auch ehrlich sein: Die Verletzungen waren nicht der einzige Grund.


Welche Probleme haben Sie neben der angespannten Personalsituation noch erkannt?
Die Qualität der Mannschaft, die ich als Trainer erwartet hatte, war eben auch nicht da. Wir haben teilweise ganz ordentlich gespielt, doch die individuellen Fehler haben uns zu viele Punkte gekostet. Wir hatten zu wenige Leute im Kader, die auch mal da hingehen, wo es weh tut.


Letztlich wurde die Klasse gehalten. Muss man das als Schadensbegrenzung werten?
Wir haben uns am vorletzten Spieltag gerettet, und das führe ich darauf zurück, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft unsere größte Stärke war. Trotz der Pleiten war die Stimmung nie schlecht. Schadensbegrenzung würde ich das nicht nennen.


Einige „Experten“ zählten TVD Velbert vor Saisonbeginn sogar zu den Aufstiegskandidaten. Was sagen Sie im Rückblick zu diesen Einschätzungen?
Uns war von Anfang an klar, dass wir nicht um den Aufstieg mitspielen würden. Aber wir hatten schon einen Platz im oberen Drittel der Tabelle anvisiert. Unser selbst gesetztes Ziel haben wir somit verfehlt. Das größte Manko war, dass wir es im Sommer nicht geschafft haben, unseren Angriff zu verstärken. Den Weggang von Torjäger Carlo Winkel konnten wir nicht kompensieren. So hatten wir zwar eine gute Abwehr, aber eine harmlose Offensive.


Haben Sie zwischenzeitlich an einen Rücktritt gedacht?
Nein, daran habe ich nie gedacht. Es sind nur wenige Leute, die beim TVD maßgeblich die Geschicke bestimmen, aber die haben mir jederzeit das Gefühl gegeben, dass sie ausnahmslos hinter mir als Trainer stehen. Ich weiß, dass sich viele Trainer beworben haben, aber man hat mir immer gesagt, dass ich in Ruhe weiter arbeiten soll. Vereine, mit solch einer Philosophie gibt es heutzutage nur noch selten. Da ziehe ich meinen Hut vor den Verantwortlichen. Aus diesem Grund hätte ich mir einen Abstieg auch nicht verziehen.


Konnten Sie auch positive Aspekte aus dieser Spielzeit ziehen?

Ich hatte viele tolle Jahre beim TVD, bin mit der Mannschaft von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga aufgestiegen. In dieser Saison konnte ich viele neue Erfahrungen machen, die mir in der Zukunft durchaus weiterhelfen können.