Sparacio: Es hat uns wieder richtig übel erwischt

Rosario Sparacio ist in zwei Abschnitten bereits seit neun Jahren Trainer des TVD Velbert.
Rosario Sparacio ist in zwei Abschnitten bereits seit neun Jahren Trainer des TVD Velbert.
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Was wir bereits wissen
WAZ-Interview mit Rosario Sparacio, Trainer des Fußball-Bezirksligisten TVD Velbert. Das vom Verletzungspech verfolgte Team blieb hinter seinen Möglichkeiten.

Velbert..  Nur einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat der TVD Velbert nach 16 Spieltagen und der damit abgeschlossenen Hinrunde in der Fußball-Bezirksliga. Natürlich muss man sich in Birth angesichts dieser Ausgangsposition auch mit dem Thema „Abstiegskampf“ beschäftigen. Im Interview mit WAZ-Mitarbeiter Joachim Dünn zieht Trainer Roasario Sparacio ein erstes Fazit und blickt aufs neue Jahr, in welchem die Ziele für die Vorbereitung auf die Rückrunde ganz klar sind. „Bei uns liegt daher der Fokus eindeutig auf der Meisterschaft. Bis auf die traditionellen Velberter Stadtmeisterschaften habe ich diesmal alle Hallenturniere abgesagt, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten“, erläutert TVD-Trainer Rosario Sparacio.


Sie überwintern mit Ihrer Mannschaft auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Sind Sie mit dem Verlauf der Hinrunde zufrieden?

Nein, als Trainer bin ich damit überhaupt nicht zufrieden. Aber das liegt nicht daran, dass die Spieler nicht gekämpft haben oder nicht zum Training gekommen sind.

Sie spielen auf das Verletzungspech Ihrer Mannschaft an?

Ja, es hat uns auch diesmal wieder richtig übel erwischt. Wir haben einfach nicht die Qualität, vier oder fünf Spieler zu ersetzen.

Dem TVD wurde vor der Saison ein Platz im oberen Tabellenbereich zugetraut.

Wir waren in einer Situation, die man mit der von Borussia Dortmund vergleichen kann, denn auch die stehen plötzlich auf einem Abstiegsplatz, nachdem sie jahrelang ganz oben dabei waren. Zum Ende hin haben wir aber die letzten beiden Spiele gewonnen. Da hat es sich sofort ausgezahlt, dass plötzlich wieder alle dabei waren und wir in kompletter Besetzung trainieren konnten. Und so haben wir auch die Zweitvertretung des SC Velbert besiegt, obwohl die fünf Stammkräfte aus der Landesligamannschaft dabei hatten.

War das zum Abschluss das beste Spiel der Hinrunde?

R.S.: Das kann man so noch nicht einmal sagen, denn wir haben auch vorher schon gute Spiele gemacht. Zum Beispiel gegen den Spitzenreiter SSVg Heiligenhaus, nur haben wir da trotz guter Leistung mit 0:1 verloren.

Was rechnen Sie sich denn für die Rückrunde noch aus?

R.S.: Wenn wir nicht so ein Verletzungspech haben wie im kompletten Jahr 2014 haben, bin ich sicher, dass wir uns vor dem letzten Spieltag retten. Wir haben 20 Punkte und brauchen noch 23, da muss man nicht viel reden. Aber ich denke schon, dass wir eine gute Rückrunde spielen werden.

Stehen Ihnen denn jetzt in der Vorbereitung alle Spieler zur Verfügung?

Ayhan Kilic hat momentan gesundheitliche Probleme und fällt vorerst aus. Ansonsten hatte nur Bartek Wolak Spätschicht, so dass wir in fast voller Besetzung das Training aufnehmen konnten.

Der Kader war in der Hinrunde etwas dünn besetzt, oder?

Ja, das stimmt, deshalb haben wir in der Winterpause ja auch noch vier Neue geholt. Ich habe bewusst darauf geachtet, dass auch junge Spieler dabei sind. Ungefähr 70 Prozent der Spieler sind noch keine 25 Jahre alt, wenn die Truppe zusammenbleibt, hat sie eine echte Perspektive.

Das hört sich ganz so an, als ob Sie Ihre weitere Zukunft beim TVD sehen?

Über meine Zukunft habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, ich bin voll auf meine Aufgabe konzentriert. Die Transfers habe ich im Hinblick auf die Zukunft des Vereins eingeleitet und nicht für mich. Bisher haben wir uns aber immer Ende Januar, Februar zusammengesetzt und dann wird man schon weiter sehen.

in Birth kann man in Ruhe arbeiten

Sie sind in zwei Abschnitten jetzt schon im neunten Jahr beim TVD, ist es da überhaupt vorstellbar, dass Sie gehen?

Ich bin jetzt seit 16 Jahren Trainer, da fragt man sich schon, wie lange man das weitermachen will. Zumal mein Sohn jetzt auch in die A-Jugend kommt und jetzt fängt es an, dass ich nicht mehr alle Spiele von ihm sehen kann. Andererseits bin ich Bäumer durch und durch und beim TVD gefällt es mir einfach.

Was sind die Vorzüge des Klubs?

Es stimmt dort einfach, damit meine ich nicht nur die Mannschaft. Es sind dort einige Leute in der Verantwortung, auf die ich mich immer verlassen kann. Seit ich dort Trainer bin, sind alle Zusagen ganz genau eingehalten worden. Und wenn man mal ein paar Spiele nicht gewinnt, kann man in Ruhe weiterarbeiten. Das gibt es nur bei ganz wenigen Vereinen. Und wenn im Oktober der Kunstrasenplatz in Birth fertig ist, verbessern sich die Perspektiven des Klubs deutlich. Bislang war es sehr schwer, Spieler zum TVD zu holen, weil keiner auf dem Aschenplatz spielen will.

Das hört sich an, als wäre die Verlängerung Ihres Trainervertrags eine reine Formsache.

Wenn nicht, fange ich eben beim TVD in der Alte-Herren-Mannschaft an zu spielen.