SC Velbert: Toller Saison fehlt I-Tüpfelchen

Die beste Velberter Chance – doch Kalkum-Keeper Kai Gröger wehrt den Schuss von Sebastian Altenkamp mit einer schnellen Reaktion ab.
Die beste Velberter Chance – doch Kalkum-Keeper Kai Gröger wehrt den Schuss von Sebastian Altenkamp mit einer schnellen Reaktion ab.
Foto: WAZ FotoPool
SC Velbert schwankt nach dem verlorenen Aufstiegsfinale gegen Kalkum-Wittlaer zwischen Enttäuschung über die verpasste Chance und Stolz auf ein starkes Spieljahr.

Velbert.. Über tausend Zuschauer auf der Böttinger-Anlage: Der SC Velbert kämpft am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga gegen Spitzenreiter TV Kalkum Wittlaer um den Aufstieg in die Oberliga. Das muss man einfach gesehen haben — vor allem, wenn man selbst erster Vorsitzender des SC ist. Da darf es auch nichts ausmachen, wenn man sich bereits ein paar Tage in seinem Urlaubsort in Griechenland aufhält. Also tat Dirk Graedtke noch irgendwie einen Flug in Richtung Deutschland auf und traf rechtzeitig zum Spiel des Jahres ein.

Dabei sah er dann, dass „seine Clubberer“ dieses Aufstiegsfinale mit 0:1 verloren, dass die SC-Spieler danach geknickt auf dem Kunstrasen kauerten, während die Gäste aus Kalkum-Wittlaer mit ihren in stattlicher Schar mitgereisten Fans die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga feierten.

Da hätte er doch gleich in Griechenland bleiben können, statt sich den Urlaub mit Reisestrapazen und einer Niederlage zu erschweren — könnte man annehmen, doch Dirk Graedtke und die SC-Verantwortlichen sehen das anders: Für sie war dieses Spiel der Höhepunkt der Saison. Ein großartiges Erlebnis, das seinen Platz in der Vereinsgeschichte bekommen dürfte. „Natürlich hätten wir gerne gewonnen und dann den Aufstieg mitgenommen. Aber dazu hat es jetzt nicht gereicht. Das ändert aber nichts daran, dass wir auch so eine tolle Saison hingelegt haben. Der Aufstieg wäre das I-Tüpfelchen gewesen“, betont Dirk Graedtke.

Saison lief viel besser als erwartet

Tatsächlich hatten sie im Lager der Clubberer gar nicht damit gerechnet, dass es in dieser schwierigen Saison so gut laufen würde.

Wegen der Ligenreform, bei der am Niederrhein drei Landesliga-Gruppen zu zwei Gruppen „herunter gespielt“ werden, stand das Spieljahr auch für den SC zunächst mal unter dem Zeichen des Abstiegskampfes. Von den 14 Teams der Landesliga-Gruppe 1 steigen gleich vier ab, ein fünftes muss zudem in die Relegation.

Da galt es zunächst einmal, sich rechtzeitig von der Gefahrenzone abzusetzen. Danach könnte man dann schauen, was oben möglich ist. Es war viel möglich. Der SC startete mit vier Siegen in Serie in die Saison, fertigte dabei den FC Wülfrath im Nachbarschaftsderby mit 7:1 ab und setzte sich somit früh an der Tabellenspitze fest. „Insgesamt waren wir in dieser Saison 19 mal auf Platz eins“, hat Trainer Ralf vom Dorp nachgehalten. 19 mal bei nur 26 Spieltagen. Vor allem die Hinrunde hatte dem SC gehört, in der Rückserie hingegen gab es dann auch einige Schwächen.

Dennoch schaffte es der SC mehrfach, sich die Tabellenführung zurück zu erkämpfen. Am finalen Spieltag klappte das nicht mehr, weil der Club — wie Kapitän Simon Schubeis erkannte – nicht die spielerischen Mittel besaß, die abwehrstarken Gäste zu überlisten.

Einen Grund dafür nannte Trainer Ralf vom Dorp, wenngleich er ihn nicht als Entschuldigung verstanden wissen wollte. Doch einige Ausfälle wegen Verletzung wogen am Ende schwer. Vor allem die Ideen, die entscheidenden Pässe und die Torgefährlichkeit von Mittelfeldspieler Pier Schulz fehlten.

Zu allem Überfluss musste bereits in der ersten Halbzeit der Partie gegen den TV Kalkum-Wittlaer auch noch Marcel Lange ausgewechselt werden.

So kam es, dass Gästekeeper Kai Gröger praktisch nur einen gefährlichen Schuss abwehren musste: In der 75. Minute gegen Sebastian Altenkamp. Das war dann aus SC-Sicht doch zu wenig — in diesem Spiel. Über die gesamte Saison hat der Club mehr als genug gezeigt.

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