SC Velbert II hat schweres Jahr bislang gut gemeistert

Trainer Sascha Behnke
Trainer Sascha Behnke
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WAZ-Interviewmit Sascha Behnke, Trainer der Zweitvertretung des SC Velbert. Der Bezirksligist hat sich zur Winterpause ein kleines Polster für den Abstiegskampf verschafft.

Velbert.. In der vergangenen Saison hat die Reserve des SC Velbert den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga geschafft. Und genau das ist das Ziel der aktuellen Spielzeit. Allerdings müssen die Clubberer dafür noch einen Gang höher schalten, denn wegen der Ligenreform steigt die Zahl der Absteiger. Mehr als ein halbes Dutzend Teams kann es erwischen — sieben Absteiger bei 17 Teams. Damit dürfte ein erheblicher Teil der Bezirksliga-Belegschaft womöglich bis zum Saisonende in den Kampf um den Klassenerhalt verwickelt sein. SC II- Trainer Sascha Behnke prophezeit ein „ganz schweres Jahr“, dessen erste Hälfte sein Team bislang allerdings gut bewältigt hat. Denn es belegt zur Winterpause einen recht sicheren Tabellenplatz. WAZ-Mitarbeiter Joachim Dünn zog mit Trainer Sascha Behnke eine Zwischenbilanz.

Sie sind als Tabellensiebter mit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone in die Winterpause gegangen. Sind Sie damit zufrieden?

Wir sind damit ganz zufrieden, denn wir haben das Abschneiden aus der Hinrunde der Vorsaison bestätigt und sogar einen Punkt mehr geholt.

Es hat zu Saisonbeginn einige personelle Veränderungen gegeben. Ist die aktuelle Mannschaft in der Qualität mit der des Vorjahres vergleichbar?

Ich schätze die aktuelle Mannschaft sogar etwas stärker ein, in der Breite des Kaders haben wir uns sicherlich verbessert. Allerdings ist auch die Liga stärker geworden.

Die Gegner haben Respekt vor Ihrer Mannschaft und loben deren taktische Disziplin.

Ja, wir kommen vor allem über unseren defensiven Verbund und die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir sind nicht so die Mannschaft, die das Spiel machen kann. Aber wir profitieren natürlich auch von der guten Zusammenarbeit mit unserer Landesliga-Mannschaft, wir hatten fast durchgehend zwei, drei Spieler aus dem Kader der Ersten dabei. Allerdings muss ich sagen, dass wir in der vergangenen Saison taktisch noch disziplinierter waren.

Wo erkennen sie denn Defizite, was kann oder muss noch verbessert werden?

Wir haben in den Spielen, in denen wir sogar sechs Spieler aus der ersten Mannschaft dabei hatten, keine Punkte geholt. Zum Beispiel im Lokalderby gegen TVD Velbert. Da fühlten sich meine Spieler wohl zu sicher, haben sich zu sehr auf die Landesliga-Akteure verlassen. Ansonsten fehlt den jungen Spielern noch die körperliche Robustheit, sie lassen sich zu oft den Schneid abkaufen. Und sie müssen noch konstanter werden, und zwar über die ganzen 90 Minuten. Nicht erst ab der zehnten Minute oder nur bis zur 80. Man muss von Beginn an voll da sein und man darf die ersten zwei Fehlpässe einfach nicht machen, sondern in bedrängten Situationen den Ball einfach mal nach vorne schlagen.

Welche Spieler haben denn die beste Entwicklung gemacht?

Da muss ich Marcel Kuhlmann nennen, der sein Potenzial jetzt viel besser abruft als im Vorjahr und jetzt auch torgefährlicher geworden ist. Er ist mittlerweile bei 70 Prozent. Konstantin Garidis kam aus der Kreisliga A von Türkgücü Velbert und hat einige Zeit geduldig auf seine Chance gewartet, sie aber dann auch genutzt. Die größte Überraschung ist möglicherweise aber Sebastian Altenkamp, der aus der Ersten zu uns kam. Er hatte in der Vergangenheit viele Probleme mit Verletzungen, konnte jetzt aber die Hinrunde fast komplett durchspielen. Er war eigentlich als Verteidiger oder im defensiven Mittelfeld vorgesehen, doch ich wollte ihn aus den Defensivzweikämpfen raushalten und habe ihn auf die Zehner Position gestellt. Dort ist er immer anspielbar und seine Mitspieler wissen, dass sie sich immer auf ihn verlassen können.

Wie undankbar ist es eigentlich, eine zweite Mannschaft zu trainieren?

Jede Mannschaft hat ihre Baustellen. Eine Zweite vielleicht ein paar mehr, weil es die Zweite ist. Aber beim SC Velbert wird auch die zweite Mannschaft vernünftig behandelt und bekommt die nötige Unterstützung. Wir haben uns als Mannschaft aber auch selbst gut aufgestellt. Die Spieler wissen, dass sie in der Zweiten spielen und können damit leben. Sie identifizieren sich mit der Mannschaft und dem Verein und kommen anscheinend gerne zum Training, denn wir haben eine sehr gute Beteiligung. Zudem halte ich viel von der Truppe weg und den Rest schaffen wir zusammen.

Ist es Ihre Zielsetzung, einmal eine erste Mannschaft zu trainieren?

Jeder Trainer hat sicher das Ziel, eine ambitionierte Mannschaft zu trainieren, das muss nicht unbedingt eine Erste sein. Die Zweite des FC Kray zum Beispiel hat die Chance und das Ziel, in die Landesliga aufzusteigen. Auch ich würde gerne mal andere Ambitionen haben als gegen den Abstieg zu spielen, wo bei Platz sieben alle juhu jubeln. Aber für mich muss auch die Aufgabe dahinter stimmen. Und ich bin ja auch erst im zweiten Jahr Cheftrainer und da erwarte ich nicht, mit Angeboten überhäuft zu werden. Zudem stimmt es beim SC, der Zusammenhalt im Verein ist vorbildlich.