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Mein schönster Aufstieg

20.06.2007 | 08:48 Uhr

Der Trainer des Aufsteigers TVD Velbert spricht über die bittere Zeit der "Duschaffäre", die Hilflosigkeit nach der Spruchkammersitzung und das "Wunder" des letzten Spieltages

INTERVIEW DER WOCHE ROSARIO SPARACIOFür den TVD Velbert war die zurückliegende Spielzeit in der Kreisliga A eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Viele Monate führte das Team von Rosario Sparacio die Tabelle an, verlor die Führung aber vor dem letzten Spieltag durch die "Duschaffäre", um dann doch noch durch einen unerwarteten Patzer von Fatihspor Wülfrath aufzusteigen. Mit WAZ-Mitarbeiter Björn Goldmann blickt der Trainer zurück.

Ist inzwischen genug Zeit vergangenen, um das "Wunder" des letzten Spieltages verarbeitet zu haben?

Sparacio: Mit der Mannschaft war ich gerade eine Woche auf Mallorca. Da haben wir uns oft über diesen letzten Spieltag unterhalten. Im Nachhinein war das natürlich eine tolle Sache. Unglaublich. Aber man darf nicht vergessen: Wir hatten phasenweise als Tabellenführer neun Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz. Die hätten wir einfach nicht verspielen dürfen. Dann wäre der Aufstieg ohne all diese Hektik über die Bühne gegangen. Aber mit all den Emotionen im Umfeld war das natürlich mein schönster Aufstieg als Trainer.

Wie sind Sie und die Mannschaft in dieses letzte Spiel gegen Türkgücü Velbert gegangen? Immerhin hätte doch keiner wirklich geglaubt, dass sich Tabellenführer Fatihspor gleichzeitig von der SSVg Heiligenhaus II schlagen lässt.

Sparacio: Wir hatten zuvor ganz normal trainiert. Wirklich geglaubt hatte ich auch nicht, dass wir doch noch den Sprung schaffen. Aber das konnte ich als Trainer natürlich nicht sagen. Stattdessen habe ich die Jungs bestärkt. Wir haben eine tolle Saison gespielt. Die wollten wir mit einem Sieg gegen Türkgücü auch gut zu Ende bringen. Heiligenhaus hatte ich aber durchaus zugetraut, dass sie Fatihspor schlagen können. Mit ihrem Trainer José Ramilo bin ich aufgewachsen, kannte seine Einstellung. Er würde am letzten Spieltag nicht verlieren wollen, auch wenn der Aufstieg für sein Team zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschrieben war.

Wie sehr hat Sie der Vorfall mit den Duschen und der Spielabsage gegen den FC Wülfrath II beschäftigt, durch den Fatihspor ja die Tabellenführung übernahm? Und die zusätzliche Anzeige von Özay Tarim wegen Urkundenfälschung?

Sparacio: Diese Sache hat und sehr beschäftigt. Das war eine bittere Zeit. Aber ich habe der Mannschaft gesagt, sie solle sich ruhig verhalten, keine großen Reden schwingen. Vielleicht war das Schreiben an den Verband fehlerhaft, das will ich gar nicht abstreiten. Aber wir hätten dieses Spiel gerne bestritten. Aber aus Fehlern lernt man. Wenn so etwas noch einmal passieren sollte, soll der Schiedsrichter oder eine Platzkommission entscheiden.

Das Spiel gegen Wülfrath wurde nachgeholt, mit 3:0 gewonnen. Trotzdem annulierte die Kreisspruchkammer aber wenig später dieses Ergebnis, Wülfrath bekam die Punkte. Wie haben Sie diese Entscheidung aufgenommen?

Sparacio: Ich fühlte mich einfach nur hilflos. An dem Tag nach der Spruchkammersitzung haben wir kaum trainiert, haben uns stattdessen in die Kabine gesetzt und geredet. Die Enttäuschung bei der Mannschaft war sehr groß. Zumal in dieser Zeit auch gar nicht über den Fußball geredet wurde. Ständig gab es nur das Thema mit den Duschen. Dabei haben wir eine tolle Saison gespielt, zu Hause insgesamt nur ein Gegentor kassiert - und das war auch noch ein Eigentor. Im Pokal haben wir uns für die Verbandsebene qualifiziert. Aber das interessierte plötzlich niemanden mehr. Alle waren gegen uns.

Am Ende wurde dann doch alles gut, der TVD spielt kommende Saison in der Bezirksliga. Wie sehen die Planungen für diese neue Herausforderung aus?

Sparacio: Unser Team bleibt im Grunde das gleiche. Mit Mike Bleckmann und Serdar Bülbül haben wir zwei Abgänge zu verzeichnen. Aber mit Asim Osman und Hüssein Boumouchoun kommen auch zwei Neue. Sicher wird es schwer für uns. Unser Ziel ist es daher, so schnell wie möglich die Punkte zu sammeln, um den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen.

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