Maik Franke: Schlimmste Saison meiner Laufbahn

Klare Botschaft des Vereins: Am Trainer lag es nicht. Maik Franke wird die erste Mannschaft der Union auch nach dem Abstieg trainieren.
Klare Botschaft des Vereins: Am Trainer lag es nicht. Maik Franke wird die erste Mannschaft der Union auch nach dem Abstieg trainieren.
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Was wir bereits wissen
WAZ-Interview mit TrainerMaik Frankezum Abstieg der Velberter Union aus der Fußball-Landesliga.

Velbert.. Nach starker Saison 2013/14 folgte für die Fußballer von Union Velbert eine schwache Spielzeit, an deren Ende der Abstieg stand. Im WAZ-Gespräch zieht Trainer Maik Franke Bilanz.

Herr Franke, schon früh stand fest, dass Ihre Mannschaft aus der Landesliga absteigen würde. War das die schlimmste Saison ihrer bisherigen Trainerlaufbahn?

Das war definitiv mit Abstand die schlimmste Saison für mich. So etwas braucht kein Trainer dieser Welt. Ich war es von Hösel viele Jahre gewohnt, bis zuletzt gegen den Abstieg zu spielen, aber wir haben es am Ende immer geschafft. Ich muss jetzt damit leben, dass ich einen Fleck auf meiner bislang weißen Weste habe, den ich nicht mehr los werde, denn ich bin zum ersten Mal abgestiegen.

Trotzdem haben Sie sich mit dem Verein auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt.

Ich habe lange überlegt. Aber wenn mir der Verein weiter das Vertrauen ausspricht, will ich das auch so nicht stehen lassen. Ich habe für mich meine Schlüsse gezogen, woran es lag und was auch ich besser machen kann.

Im Vorjahr sind Sie mit fast der gleichen Mannschaft noch im oberen Tabellendrittel gelandet. Da kam der brutale Absturz eher unerwartet. Wie konnte das passieren?

Ich habe mir noch einmal die Trainingsbeteiligung in der Sommervorbereitung angesehen. Daran lässt sich ablesen, warum wir so schlecht in die Saison gekommen sind. Da fehlten immer wieder Spieler wegen Urlaub, Beruf, Krankheit oder Verletzungen. Die ersten beiden Partien haben wir gegen die Spitzenteams SC Düsseldorf-West und FC Remscheid trotzdem gar nicht einmal so schlecht gespielt und ein wenig unglücklich verloren. Dann gerätst du in ein Fahrwasser, aus dem du nicht mehr herauskommst.

Hätten Sie als Trainer etwas anders machen können oder müssen?

Zunächst einmal muss ich klar stellen, dass unser Engagement nicht weniger geworden ist als im Vorjahr. Damit meine ich mich, Peter Kurka als Abteilungsleiter und den Vorstand. Wir haben allerdings der Mannschaft des Vorjahres zu sehr vertraut und es versäumt, für mehr Wettbewerb um die Stammplätze zu sorgen. Dann fielen uns phasenweise Leistungsträger aus und das konnten wir nicht kompensieren. Am Ende der Hinrunde hatten wir nur zwei Punkte und das war –realistisch betrachtet- nicht mehr aufzuholen.

Trotzdem flammte nach den ersten Rückrundenspielen noch einmal Hoffnung auf…

Wir hatten da keine andere Mannschaft als vorher, aber wir haben das Bestmögliche in der Vorbereitung getan und auch wieder an uns geglaubt. Es war uns aber auch klar, dass wir uns nur zwei Niederlagen und zwei Unentschieden erlauben dürfen und alles andere gewinnen müssen. Das war natürlich schon ein wenig utopisch.

Mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen sind Sie nahezu optimal aus der Winterpause gekommen. Aber dann?

Der Knackpunkt kam dann in Cronenberg. Beim Aufstiegskandidaten haben wir in letzter Sekunde noch 2:3 verloren. Zudem sah Bajrush Azemi, der an dem Aufschwung dank seiner Schnelligkeit und Konterstärke maßgeblich beteiligt war, die Rote Karte. Da er zweimal vom Platz gestellt und gesperrt wurde, fehlte er uns in 18 Spielen von insgesamt 26. In der Woche darauf führten wir trotzdem nach 20 Minuten gegen den späteren Oberligaaufsteiger Kalkum-Wittlaer schon mit 3:0. In diesem Wahnsinnsspiel haben wir dann aus unerfindlichen Gründen noch drei Gegentore zugelassen und nur ein Unentschieden geholt. Davon haben wir uns möglicherweise nicht mehr richtig erholt.

Was bleibt als Fazit dieser Saison?

In der Spielzeit zuvor gehörten wir noch zu den defensivstärksten Mannschaften, in dieser Saison hatten wir mit 66 die meisten Gegentore der gesamten Liga. Dabei waren meine Vorgaben die gleichen. Im Vorjahr hat uns noch ausgezeichnet, dass wir intensiv zu Ende verteidigt haben. Das ist uns jetzt auf den letzten Metern nicht immer gelungen und das ist Einstellungssache.