„Leben ohne Laufen ist unmöglich“

Derzeit läuft Anke Reetz am liebsten Richtung Breitscheid.
Derzeit läuft Anke Reetz am liebsten Richtung Breitscheid.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Heiligenhauserin Anke Reetz ist mindestens vier Mal die Woche zehn bis zwanzig Kilometer unterwegs. Für einen Marathon trainiert sie aber nicht

Heiligenhaus..  Locker kommt Anke Reetz am Heiligenhauser Sportfeld angetrabt. Und egal, ob sie gerade erst losgelaufen ist oder schon bereits zehn oder zwanzig Kilometer hinter sich hat – das Lächeln auf ihrem Gesicht ist so breit und ansteckend, dass man am liebsten mitrennen möchte. Denn Laufen scheint, wenn man sie sieht, ein Kinderspiel zu sein.

Und sie braucht den Sport, um auf andere Ideen zu kommen: „Wenn ich nicht laufe, bin ich unausgeglichen. Das merkt auch meine Familie. Meine Tochter sagt dann schon mal: ,Boah Mama, geh’ mal ‘ne Runde laufen’. Sport ist einfach ein wesentlicher Teil meines Lebens“, ist sich Reetz sicher. Begonnen hat diese Leidenschaft der zierlichen 47-Jährigen vor gut zehn Jahren. „Mit einem Freund bin ich damals um den Abtskücher Stauteich gelaufen. Eine Runde. Danach waren wir k.o. und haben gedacht: Das kann doch nicht wahr sein. Wir haben uns dann ganz langsam gesteigert, erst zwei Runden, hinterher waren wir bei 20.“

Laufen setzt Glückshormone frei

Doch irgendwann wurden ihr die Runden zu langweilig und sie steigerte ihr Pensum. Mittlerweile läuft sie mindestens viermal die Woche zwischen zehn und zwanzig Kilometern. Nicht als Training für einen Marathon, sondern für sich selber. „Ich fühle mich total fit, meine Abwehrkraft ist super und natürlich mache ich das auch, um mein Gewicht zu halten. Es stimmt auch absolut, dass beim Laufen Glückshormone freigesetzt werden. Vielleicht nicht bei den ersten Läufen, da ist man vielleicht eher glücklich, wenn man die Runden geschafft hat“, lacht Anke Reetz. An einigen Läufen hat sie bereits teilgenommen, „aber ich möchte das eigentlich nicht mehr. Ich verkrampfe dann, bin angespannt und mir macht es einfach keinen Spaß. Und ich laufe ja, um abzuschalten“, berichtet Reetz.

Am liebsten läuft sie in der Natur

Im Gegensatz zu anderen Läufern, die sie regelmäßig trifft, hat sie aber keine Musik auf den Ohren, sondern nimmt ganz bewusst die Umwelt wahr. „Ich finde es herrlich, den Wandel der Jahreszeiten zu beobachten. Im Winter kann man die Heimeligkeit in den Wohnzimmern betrachten, im Sommer ist man in schönen Sonnenuntergängen unterwegs.“

Und immer dieses ansteckende Lächeln im Gesicht. Fröhlichkeit ist ein Attribut, dass auch die Sportler rund um Anke Reetz ihr attestieren. Denn die Heiligenhauserin läuft nicht nur alleine, sondern engagiert sich seit Jahren in der Fitnessabteilung des SSVg Heiligenhaus 09/12. Hier ist sie im Vorstand und im Orgateam des Panoramaweglaufs. Viele Gruppen hat sie hier im Laufe der Jahre betreut. Neben Laufgruppen gibt sie regelmäßig diverse Workouts, verbindet diese gerne mit Boxelementen: „Es macht glücklich, wenn ich sehe, dass man Leuten Spaß am Sport vermitteln kann.“ Mit anderen laufen findet sie je nachdem schwierig. „Ich bin klein, aber ziemlich schnell. Wenn ich mit meinem Mann laufe, geht das, weil er größer ist und größere Schritte macht. Aber man braucht schon jemanden, der auf einem ähnlichen Level unterwegs ist“, erklärt die Hobbyläuferin. Lieber fahre sie dann mit Freunden gemeinsam Fahrrad.

Am liebsten läuft Reetz derzeit Richtung Breitscheid. Im Sommer ist sie gerne im Bereich Angertal und Vogelsangbachtal unterwegs. Doch momentan nervt Anke Reetz eine alte Achillessehnenverletzung. „Eigentlich sollte ich ein paar Wochen ruhen, aber das geht nicht so einfach.“

Bald geht es zum Joggen nach New York

Einige Pläne hat die Heiligenhauserin Anke Reetz für dieses Jahr schon geschmiedet. Ab März beginnt sie eine Ausbildung zur Laufinstruktorin. Kurse wird sie dann auch bei der SSVg anbieten.

Zudem trainiert sie mit Freunden für einen der größten Hindernisläufe Europas, den Mud Masters Obstacle Run auf dem Flughafen Weeze. „Das ist schon eine harte Nummer, mit Schlamm und Stromkabeln, aber da habe ich super Lust drauf“, erklärt Reetz.

Mit ihren Freunden kann sie dieses Jahr allerdings nicht mitlaufen, denn da geht für sie ein anderer Traum in Erfüllung: „Wir fahren demnächst nach New York. Dort im Central Park oder entlang des Hudson Rivers zu joggen, was gibt es denn Schöneres?“ Zumindest nichts schöneres für so ein fröhliches Läuferherz.