Improvisationskünste sind gefragt

Velbert..  Als Markus Hierling im Sommer recht kurzfristig als neuer Trainer der U 23 der SSVg Velbert 02 präsentiert wurde, stutzten auch einige Experten, denen der Name meist unbekannt war.

Der 40-Jährige lebt erst seit 2012 aus beruflichen Gründen in dieser Region. Einen Einstieg in die hiesige Fußballszene fand Hierling durch eine Tätigkeit in der Jugendabteilung des Wuppertaler SV. Parallel dazu bildete er gemeinsam mit dem Ex-Profi Holger Geißmeyer das Trainergespann beim damaligen Landesligisten FSV Vohwinkel. Später verschlug es ihn zu den Sportfreunden Dönberg in die Niederungen der Kreisliga B.

Als ihn schließlich SSVg-Scout Salvatore Prestipino kontaktierte, entschied Markus Hierling sich schnell, die Aufgabe Am Berg zu übernehmen. „Ich hatte damals auch andere Optionen, aber es hat mich gereizt, bei einem großen und gut strukturierten Verein zu arbeiten“, erläuterte der Justizvollzugsangestellte, der Dienstliches und Privates jedoch strikt trennt. „Es tut mir im Herzen weh, wenn ich sehe, welche Talente sich in Ronsdorf im Jugendvollzug befinden“, gibt er zu. „Aber wenn man beruflich mit ihnen zu tun hat, fällt es immer auf einen zurück, wenn dann doch etwas passiert“, schildert er seine Bedenken, begabte Fußballer an seinem Arbeitsplatz zu rekrutieren.

Zehn Kicker und ein Trainer

Dabei hätte er die gut gebrauchen können, denn bei seinem Amtsantritt gehörten ganze zehn Kicker zum Aufgebot. „Den Rest mussten wir kurzfristig verpflichten. Da hat nicht alles gepasst“, musste Markus Hierling frühzeitig erkennen. Trotz des Drei-Punkte-Vorsprungs auf die Abstiegszone ist sein Team an einem kritischen Punkt angelangt: Drei Spieler haben den Verein verlassen. Darunter Athanasios „Saki“ Anastasiou, der gleichzeitig auch den Physiotherapeut gab. Zudem steht mit Christian Duhr nur noch ein Innenverteidiger im Kader. Da die Abmeldefrist bereits am 31. Dezember endete, stehen die Chancen auf Neuverpflichtungen schlecht. Markus Hierling will seinen Weg dennoch unbeirrt weitergehen.