Französinnen gehört die Zukunft

Da deutete sich schon einiges an: Frankreichs großartige Stürmerin Louisa Necib feiert ihren Treffer zum 1:0 gegen die deutsche Mannschaft.
Da deutete sich schon einiges an: Frankreichs großartige Stürmerin Louisa Necib feiert ihren Treffer zum 1:0 gegen die deutsche Mannschaft.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
WAZ-Interviewmit Dennis Blömer, Trainer des Frauenfußball-Teams der SSVg Velbert, zur Weltmeisterschaft in Kanada und zum Auftreten der deutschen Mannschaft

Velbert.. Mit einer weiteren Nachtschicht ist die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen zu Ende gegangen. Die USA gewannen das Finale in Vancouver gegen Titelverteidiger Japan mit 5:2 und holten sich damit völlig verdient WM-Gold. Dem deutschen Team blieb hingegen nur Blech. Es verlor in der Nacht zuvor das kleine Finale gegen England nach Verlängerung mit 0:1. Wir sprachen mit Dennis Blömer, Trainer der am höchst platzierten Velberter Frauenfußball-Mannschaft, zu seinen Eindrücken von der Frauen-WM 2015

Hallo Herr Blömer, wie hat das Frauenteam die WM in Kanada verfolgt?

Die Mannschaft war schon sehr interessiert. Einige Mädels haben sich regelmäßig zusammen getan, um die Spiele zu verfolgen. Ich habe, so weit es ging, die Spiele der deutschen Mannschaft gesehen.

Sicher auch die beiden K.O-Spiele gegen Frankreich und die USA?

Ja, auch wenn es da schon spät wurde. Aber gerade wo wir bei Frankreich sind: Die Equipe tricolore hat mir sehr gut gefallen. Das ist der Frauenfußball der Zukunft.

Eine Mannschaft mit Esprit und Spielfreude.

Auf jeden Fall. Sie kombinieren sehr gut, sie spielen sehr schnell — und sie erinnern mich an unsere eigene erste Männer-Mannschaft bei der SSVg, die ja gerade aufgestiegen ist. Auch da wird versucht, mit viel Tempo bei möglichst wenig Ballkontakten Chancen heraus zu spielen.

Immerhin. Gegen Frankreich hat die deutsche Mannschaft dann noch so gerade im Elfmeterschießen gewonnen. Danach kamen noch 210 Minuten ohne eigenes Tor. Ihr Eindruck vom Nationalteam?

In den letzten Spielen ist die deutsche Mannschaft nicht gut rüber gekommen. Da fehlten Tempo und auch Bewegung. Im Halbfinale wirkten die USA dynamischer.

Ein Titelgewinn hätte womöglich einen Schub für den Frauenfußball ausgelöst. Glauben Sie, dass die WM etwas für den heimischen Frauenfußball bewirkt?

Eher nicht. Als die Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Deutschland war, und für Aufsehen sorgte, da hat es schon einen Ansturm bei den Vereinen gegeben, vor allem Mädchen kamen. Aber das hat sich dann auch etwas gelegt. Und die WM in Kanada ist leider einfach viel zu weit weg. Schade eigentlich.

Sie haben keine Mädchenmannschaft bei der SSVg Velbert.

Nein, aber ich wäre durchaus dafür, dass wir eine hätten. Das muss aber im Verein geklärt werden. Es geht dabei auch um organisatorische Dinge wie die Platzkapazitäten.

Ihr Hauptplatz ist die Anlage am Berg, wo die SSVg-Frauenmannschaft in der Landesliga spielt. Wie sieht es hier aus?

Da bin ich für die neue Saison ganz zuversichtlich: Wir haben bereits fünf neue Spielerinnen für die kommenden Spielzeit im Kader, die eine oder andere könnte nach dazu kommen. Bei drei Frauen steht die Entscheidung noch aus.

Sie werden nun die Vorbereitungen aufnehmen. Was erwarten sie von der neuen Saison?

Wir gehen da schon sehr ehrgeizig ran. Vielleicht gelingt es uns ja mal, bis unter die ersten drei der Tabelle vorzustoßen.