Ein Velberter Adlerauge reist zum Davis Cup

Patrick Iber hat in seiner Zeit als Tennis-Schiedsrichter schon viel erlebt. 2007 traf er beim „Masters of Legends“ auf John McEnroe
Patrick Iber hat in seiner Zeit als Tennis-Schiedsrichter schon viel erlebt. 2007 traf er beim „Masters of Legends“ auf John McEnroe
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Patrick Iber ist als Linienrichter beim renommierten Ländervergleich dabei. In seinem Job hat er schon viel erlebt

Velbert.. Anfang März findet der Davis-Cup in Frankfurt statt. Deutschland trifft mit neuem Trainer und prominentem Betreuer-Team auf Frankreich und will nach turbulenten Monaten den Neustart schaffen. Mit dabei ist auch ein Velberter, allerdings ohne Schläger. Patrick Iber ist als Linienrichter in der Mainmetropole mit dabei und kann schon jetzt auf eine äußerst erfolgreiche Karriere als Tennis-Schiedsrichter zurückblicken. Mit Tommy Haas musste der 45-Jährige sogar schon einmal auf das stille Örtchen.

„Wir sind eine tennisbegeisterte Familie. Ich spiele beim NBV Velbert, meine Frau bei Bayer Wuppertal. Irgendwann fasste ich dann den Entschluss, Tennis-Schiedsrichter zu werden“, erinnert sich Patrick Iber an die Anfänge seiner Karriere als Referee. Nachdem er alle notwendigen Prüfungen bestanden hatte, war Iber anfangs als Stuhlschiedsrichter in der Regionalliga aktiv, später auch in der Bundesliga. „Beim Tennis muss man nicht wie beim Fußball in der Kreisliga anfangen. Wenn man aber zu viele Fehler macht, dann ist man raus“, erklärt der Velberter. Doch Iber überzeugte stets mit guten Leistungen: 16 Jahre lang war er als Linienrichter beim World Team Cup im Düsseldorfer Rochusclub aktiv. Doch Patrick Iber ist nicht nur an der Linie und auf dem Hochstuhl im Einsatz, sondern auch offizieller Oberschiedsrichter beim Deutschen Tennis Bund (DTB). „Normalerweise ist man entweder Stuhlschiedsrichter oder Supervisor. Aber ich darf eben beides machen“, sagt Iber stolz.

Anfang März reiht sich nun ein weiteres Highlight in Ibers Schiedsrichterlaufbahn ein: Die International Tennis Federation (ITF) ernannte den leidenschaftlichen Tennis-Crack zum Linienrichter beim Davis-Cup-Duell der Deutschen gegen Frankreich. Für den Velberter kam die Einladung trotz seiner langjährigen Erfahrung in den höchsten deutschen Tennisligen ein wenig überraschend: „Ich habe eigentlich gar nicht mit einer Nominierung gerechnet. Es hatten sich viele Kollegen beworben, die auch schon bei den Australian Open im Einsatz waren. Von daher freut es mich umso mehr, dass ich dabei sein darf.“

Die Option, seinen Schiedsrichter-Job hauptberuflich auszuüben, kam für Patrick Iber aber nie wirklich in Frage. „Ich musste mich natürlich irgendwann entscheiden, ob ich das professionell oder nebenbei machen möchte. Da es aber auch noch meine Familie gibt, habe ich mich entschlossen, die Referee-Laufbahn nebenbei fortzuführen“, so der Versicherungsfachwirt.

Mit Tommy Haas auf der Toilette

Vom großen Ruhm der Tennisstars ist Patrick Iber weit entfernt. Ein wenig Rampenlicht wurde dem Adlerauge an der Linie dennoch schon zuteil: Als Linienrichter musste Iber schon Tommy Haas beim Gang auf die Toilette begleiten. Die Szene war sogar für einige Sekunden im TV zu sehen. „Ich bin mir sicher, dass das für mich wesentlich spannender war, als für Tommy Haas. Ich wurde aber im Nachhinein von vielen Freunden darauf angesprochen.“

Beim Davis Cup ist aber wieder vorrangig Patrick Ibers scharfer Blick auf die weißen Linien gefragt.