Commanders entzaubern die Magier

Ausgerutscht sind die Kassel Wizards im Spitzenspiel bei den Commanders. Die Velberter bezwangen den Tabellenführer  im  Emka-Sportzentrum mit 11:10.
Ausgerutscht sind die Kassel Wizards im Spitzenspiel bei den Commanders. Die Velberter bezwangen den Tabellenführer im Emka-Sportzentrum mit 11:10.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Velberter schlagen überraschend den kommenden Meister Kassel Wizards mit 11:10 und festigen damit den zweiten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga.

Velbert.. Commanders Velbert -
Kassel Wizards 11:10

Drittel: 6:2, 2:6, 32.

Die 2. Bundesliga im Bann übernatürlicher Machenschaften: Hexenmeister oder Magier beherrschen die Saison. „Wizards“ nennt sich nämlich der Spitzenreiter aus Kassel, der den konkurrierenden Skaterhockey-Cracks bislang so überlegen vorkam, als sei er tatsächlich der Magie mächtig.

Doch ausgerechnet die Velberter Commanders entlarvten den Glauben daran als faulen Zauber. Vor drei Wochen noch hatten sie sich bei der 8:17-Pleite im Hinspiel gefühlt, als habe sie ein Hexenmeister in seiner Suppe, in der teuflische Zutaten schwimmen, verrührt. Nun entzauberten die Velberter den Spitzenreiter mit einem 11:10-Erfolg im heimischen Sportzentrum.

Vom Tabellenstand her erschien das auf den ersten Blick gar nicht so überraschend – war es aber doch. Die Velberter erwarteten die Hessen zwar als Tabellenzweiter, allerdings hatten die Wizards zuvor von sieben Spielen gleich sechs gewonnen und kamen als kommender Meister. Die Gastgeber durften sich nicht nur angesichts der 8:17-Abreibung wenig ausrechnen. Neben Coach Markus Winzen (Urlaub auf Mallorca) fehlten auch Leistungsträger wie Thomas Müller, Alex Brinkmann, Pascal Rüwald und Jan Philipp Priebsch.

So wurde Trainerveteran Andrzej Oleinjiczjak für das Spiel rekrutiert und gab die Strategie gemeinsam mit Captain Lukas Langer vor. Und die führte zum überraschenden Ergebnis: Die Commanders gewannen das Spitzenspiel mit 11:10.

Großartiges erstes Drittel

Dank dieses nicht eingeplanten dreifachen Punktgewinns stabilisieren sie den zweiten Tabellenplatz und machen so einen weiteren großen Schritt in Richtung Playoffs.

Das Spiel startete allerdings auch wie nach Wunsch. Denn bereits nach 30 Sekunden wurde die Vorgabe, die Kasseler stets mit aggressivem Forechecking unter Druck zu setzen, erfüllt. Lukas Langer gewann ein Laufduell, schnappte sich den Ball in der gegnerischen Ecke und bediente Dominic Doden: 1:0.

Danach entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Als aber ausgerechnet Topscorer Dominc Doden eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Meckerns erhielt, schien das Momentum auf Seiten der Magier aus Hessen zu sein – doch stattdessen hexten die Gastgeber, die binnen fünf Minuten einen 6:2-Vorsprung heraus schossen: Fabian Jakobowski, Max Keusen, Lukas Langer, Jan Franzen und David Utz trafen zum ersten Drittelstand.

Im zweiten Durchgang lief es hingegen weniger gut. Als die Wizards bis zur Spielhälfte in der 30. Minute auf 7:6 verkürzen konnten, stellten die Commanders auf zwei Reihen um. Dank der beiden Tore von Dominic Doden konnte sie dann noch wenigstens ein 8:8-Unentschieden mit in die Pausenräume nehmen.

Der arg unter Beschuss geratene Torhüter Christian Lastowski, der einige starke Parade zeigen konnte, blieb ausgelaugt in der Kabine, für ihn kam Marvin Werners. Ein starker Rückhalt war zu Beginn des dritten Drittels auch nötig, denn Kassel drängte nun auf die Entscheidung

Doch die Commanders nutzten ihre Konterchancen konsequent. so dass sie nach Toren von Jan Franzen, Dominik Scharfenort und Dominc Doden in der 54. Minute mit 11:10 vorne lagen.

Mit letztem Einsatz verteidigten sie den knappen Vorsprung – kein Zaubertick konnte ihn entreißen. Als dann die ersehnte Schlusssirene ertönte, lag sich die Mannschaft jubelnd in den Armen – ein magischer Moment für die Velberter.