Bronze für Heiligenhauser Kegler

Heiligenhaus..  „Wir haben vor der Spielzeit das Erreichen der Playoffs als Ziel ausgegeben, also haben wir unser intern gestecktes Ziel sogar um einen Platz übertroffen“, kommentierte Kapitän Marcel Grote die Bronzemedaille seiner Kegler durchaus mit Stolz. Dass die Heiligenhauser den zweiten Platz nach einer schwachen Leistung am letzten Spieltag der Bundesliga-Playoffs noch an die Konkurrenz aus Duisburg abtreten musste, geriet zur Nebensache.

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war in greifbarer Nähe. Schließlich war es eine Mischung aus Nervosität und fehlender Substanz, welche dem SKH die mögliche Vize-Meisterschaft noch verwehrte. Nach vier von sechs Blöcken lagen die Heiligenhauser nur 25 Holz hinter dem direkten Konkurrenten Holten-Duisburg, während Oberthal dank einer abermals souveränen Vorstellung die 14. Deutsche Meisterschaft in Folge in trockene Tücher brachte.

Kerim Demirbag konnte in seinen ersten Playoffs um den Titel seine starken Leistungen der Vorwochen nicht bestätigen und musste die Gegner uneinholbar ziehen lassen. Thomas Habeth schaffte im Schlussblock auch kein Kegelwunder mehr, so dass sich die Heiligenhauser Sportler am Ende nur über Bronze freuen durften. Das Gesamtergebnis war keinesfalls eine Enttäuschung, wie auch Kapitän Grote unterstrich: „Das Teilnehmerfeld in den Playoffs war unglaublich hochklassig besetzt, dass wir den dritten Platz vor der Meisterrunde sofort unterschrieben hätten“, sagte er und ergänzte: „Wir haben den Rekordmeister in zwei von vier Begegnungen schlagen können. Diese Spieltage haben unserer Mannschaft unheimlich gut getan und machen Mut für die Aufgaben in der kommenden Spielzeit“.

Ungewisser Blick in die Zukunft

Die neue Spielzeit bedeutet in Heiligenhaus noch eine gute Portion Ungewissheit. „Wir haben einige personelle Hürden zu überwinden. Holger Parassini wird uns nämlich nach 25 Jahren in Richtung Holten-Duisburg verlassen. Der Weggang schmerzt sportlich enorm, da Holger in den letzten Jahren immer ein sehr zuverlässiger und nervenstarker Schlussspieler war“, so Grote.

Selbst eine Nicht-Meldung stand kurzzeitig im Raum – ist aber jetzt endgültig vom Tisch. Momentan führen die Heiligenhauser Gespräche mit potenziellen Verstärkungen, die eventuelle Lücken im Laufe der Saison auf gutem Niveau füllen können.

Kegelsport benötigt Revolution

Insgesamt sieht Marcel Grote die Entwicklung des Kegelsports in Deutschland sehr kritisch: Ein Serienmeister, der seit mehr als einem Jahrzehnt den Titel für sich beansprucht, geringe Zuschauerzahlen und eine unattraktive Dauer der Begegnungen. „Jedes Jahr ziehen Vereine ihre Teams aus den Bundesligen zurück. Da sehe ich die Verantwortlichen in der Pflicht, diese Sportart interessanter zu gestalten. Kegeln ist nicht langweiliger als Dart, Snooker, Bowling oder Boule“, betont Grote.