Angriff gegen Abwehr

Gerade bei Standards
Gerade bei Standards
Foto: WAZ FotoPool
Wenn heute Abend die SSVg Velbert auf den 1. FC Bocholt trifft, steht die erfolgreichste Offensiv-Reihe der stärksten Defensive gegenüber.

Velbert.. „Fusion wird kommen“, war in großen Lettern auf der Homepage der SSVg Velbert zu lesen. Gemeint war der Zusammenschluss mit dem Wuppertaler SV. Käme es tatsächlich dazu, bräuchten sich die Blauen um die heutige Aufgabe gegen Bocholt (19.30 Uhr, Am Berg) keine Gedanken mehr machen. Schließlich wird der künftige Meister mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus Velbert oder Wuppertal kommen. Da es sich allerdings um einen April-Scherz handelte, ist von Entspannung bei André Pawlak und seinem Team keine Spur.

Und das ist auch enorm wichtig. Schließlich ist das Team von der holländischen Grenze gewiss keine Laufkundschaft. Vor allem die Defensive des FC sorgt bei den Gegnern regelmäßig für Kopfschmerzen. Lediglich 20 Gegentore musste die beste Abwehr der Liga bislang hinnehmen.

Dass sie zudem in der Defensive Spieler mit Offensiv-Qualitäten haben, bekam die SSVg im Hinspiel zu spüren. Mit 0:3 unterlag das Team von der Sonnenblume und musste mit ansehen wie Tim Winking nach zwei Standards hochstieg und einnetzte. „Ich kann mich noch gut erinnern. Das war unsere letzte Niederlage. Die Bocholter haben ein paar talentierte junge Spieler, die richtig Bock auf die Liga und auch Bock aufeinander haben. Winking ist einer davon, aber auch Meikel Junker und Yannik Oenning, den sie von Wehen-Wiesbaden geholt haben, sind starke Spieler“, erklärt SSVg-Trainer Pawlak.

Nicht erst seit diesem Jahr scheint in Bocholt also etwas zusammenzuwachsen, was künftig über die Oberliga hinausragen soll. Der Aufstiegs-Trainer Manuel Jara macht keinen Hehl daraus, dass der Verein mittelfristig den Sprung in die Regionalliga schaffen will.

Ein Team mit solchen Ambitionen zu schlagen, wäre sicherlich ein großer Schritt für die Velberter in Richtung Aufstieg. Und das Momentum scheint auf ihrer Seite zu sein. Zum einen plagen die Bocholter Verletzungssorgen, zum anderen beweist die SSVg im Jahr 2015 eine herausragende Form. Fünf Siege und ein Unentschieden stehen nach sechs Spielen zu Buche und ein Rückstand wurde in einen Vier-Punkte-Vorsprung auf den WSV gewandelt.

Auch personell sieht es gut aus bei den Gastgebern. Die Velberter müssen abgesehen vom langzeitverletzten Milko Trisic nur auf Abwehrmann Niklas Andersen (5. Gelbe Karte) verzichten. Für ihn wird aller Voraussicht nach Maik Bleckmann von der Bank in die Innenverteidigung rücken. „Da mache ich mir gar keine Sorgen. Maik hat seine Sache immer gut gemacht, wenn er reinkam“, lobt Pawlak.

Wie gut er seine Sache dieses Mal machen wird, werden wohl auch ein paar Wuppertaler verfolgen. Schließlich wurde ihre Partie gegen Duisburg abgesagt.