Handball: Siegerländer Eigengewächs möchte nicht in die Bundesliga zurück : Jörn-Uwe Lommel zieht`s wieder nach Ägypten
Minden/Niederschelden. Jörn-Uwe Lommel ist wieder voll im Handball-Geschäft – erneut in den arabischen Ländern.
Nach seiner erfolgreichen Zeit als Trainer der ägyptischen Nationalmannschaft, mit der er 2003 Afrika-Meister wurde und die damit verbundene Olympia-Qualifikation für 2004 in Athen schaffte, sitzt er heute wieder im Flieger nach Kairo, um dort diesmal den nationalen Handball-Unterbau zu trainieren und auf die Afrika-Meisterschaft im Februar 2010 vorzubereiten; kurzfristig steht – über Weihnachten – am 25. Dezember das Turnier in Katar an.
Seine Spieler-Karriere beendete er 1993
Seine letzte Trainerstation in der Bundesliga war bei den Reinickendorfer „Füchsen” in Berlin, die er vom Fast-Absteiger der 2. Bundesliga zur festen Größe in der ersten Liga (Aufstieg 2006/07) führte; „dieser Erfolg ist untrennbar mit Jorn-Uwe Lommel verbunden”, lobte ihn „Füchse”-Geschäftsführer Bob Hanning, mit dem er jedoch bereits im September 2008 erste Meinungsverschiedenheiten hatte, die erste Risse hinterließen.
Jörn-Uwe Lommel, im Februar 1958 in Siegen geboren, wuchs in der Waldstraße in Niederschelden auf, spielte zunächst Handball in der Ei-serfelder Jugend und beim TuS Ferndorf, ehe es ihn nach Leverkusen, zu TuSEM Essen, TSV Bayer Dormagen und dem TV Niederwürzbach zog. Ende 1993 beendete er seine Karriere als Spieler.
Bundesliga-Teams trainierte er danach u.a. in Niederwürzbach, zeitweise unter Vlado Stenzel, und Nettelstedt (später TuS N-Lübbecke).
Aufgrund seiner Erfolge wurde er 1985 zum ersten „WR-Sportler des Jahres” gewählt; Jörn-Uwe Lommel war 14-facher Nationalspieler.
Eine Rückkehr in den Bundesliga-Alltag schließt Jörn-Uwe Lommel im Gespräch mit unserer Zeitung aus („das ist kein Thema mehr”), seine Ansprüche weichen zu sehr von den Verhaltensmustern heutiger Spieler ab - wie sagte da der „Füchse”-Manager nach der Trennung: „Er hat in jeder Saison unsere Zielsetzung erfüllt und in der Mannschaft eine Spielkultur und Begeisterung entwickelt; das war eine gute, gradlinige Arbeit.”
Wie sollte sich ein echter Siegerländer da auch verbiegen lassen, wenn Geld, Einstellung und Leistung zu sehr auseinanderklaffen?!



