Zwist im Fußball-Kreis: Spitze des Schiedsrichter-Ausschusses tritt ab

Siegen-Wittgenstein..  Der Vorsitzende des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses (KSA), der Eiserner Ralf Plate, und sein Stellvertreter und Kreislehrwart, Andreas Fürstenau, legen zum Ende des Monates ihre Ämter nieder. „Unter diesem Kreisvorsitzenden“, so die beiden unisono, „arbeiten wir jetzt nicht mehr mit.“

Der im Mai 2013 beim letzten Kreistag in Erndtebrüpck ins Amt gewählte Kreisvorsitzende Marco Michel wurde für die Fußball-Schiedrichter zum Zankapfel. Das seit gut fünf Jahren florierende Konzept des Schiedsrichter-Ausschusses, junge Kräfte an der Pfeife auszubilden und sie zu begleiten, mit Coaches zu den Spielen zu schicken und sie auch dann noch zu betreuen, wenn die die Kreisgrenzen nach ihren diversen Aufstiegen verlassen, sehen Plate und Fürstenau in Gefahr, ja, als beendet an.

Sie werfen Marco Michel vor, kein Geld aus der Kreiskasse für die begleitenden Coaches zu zahlen, wenn sie, wie Ralf Plate angibt, „stundenlag sonntags mit dem Schiedsricher unterwegs“ seien. Eine Aufwands-Entschädigun g in Form einer Tankfüllung - dafür sei die Kreiskasse ja wohl gut genug gefüllt.

Marco Michel hatte nach Rücksprache mit dem beim FLVW in Kaiserau für die Finanzen zuständigen Vizepräseidenten Peter Wolf die Zulagen für die Schiedsrichter-Begleiter ersatzlos gestrichen.

Marco Michel dazu: „Dafür“, so wurde mir von Verbandsseite gesagt, „sei ausschließlich der FLVW zuständig. Und Kreis-Begleiter der Schiedsrichter fallen nicht in die Zuständigkeit des FLVW.“

Beobachtet werden die Schiedsrichter ab der Bezirksliga von vom Verband eingesetzten „Gutachtern“, die ihre Noten verteilen und somit über Aufstiege der Unparteiischen zu befinden haben. Vom Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss wurden die hier im Gebiet ausgebildeten Schiedsrichter, hatten sie mal die eigenen Grenzen verlassen, weiterhin begleitet. 2010 hatte der sein grundlegend neues Konzept auf den Weg gebracht, das verbandsseitig immer wieder große Anerkennung fand.

Wenn’s ums Geld geht, die Begleiter auch für ihren Aufwand zu entschädigen, wird indes gepasst. Und die Kreiskasse, da hält Marco Michel den Daumen drauf, ist für solche Ausgaben nicht zuständig. „Ich darf das gar nicht, denn unsere Kasse ist eine so genannte Unterkasse des Verbandes. Da muss ich jeden Cent nachweisen.“

Bekannt ist, dass der Verband in Kaiserau seit Jahren eher als finanziell „klamm“ zu bezeichnen ist. Das Geld, das die Kreise von ihren Vereinen aus Strafen oder sonstiogen Abgaben einnehmen, gerne zur Deckung von Altlasten in Kaiserau verwendet wird.

Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen, doch sollten gut ins Rollen gebrachte Einrichtungen, wie Schulung und Förderung junger Schiedsrichter, wobei Siegen-Wittgenstein eine selbst vom DFB gelobte Vorreiterrolle und Vorbildfunktion eingenommen hat, nicht aufgrund von Pfenning-Fuchserei unter den Tisch fallen.

Dieser Ansicht jedenfalls sind die führenden Köpfe dieses Konzepts, die sich nicht in der Lage sehen, mit diesem Kreisvorsitzenden weiter zusammen zu arbeiten.

Andreas Fürstenau geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn 2016 im Mai der nächste Kreistag ansteht, trete ich mit einer kompletten Mannschaft gegen den Kreisvorstand an.“ Eine Art Machtwechsel im Fußball unserer Region also auch hinter den Kulissen, nachdem er sportlich ja bereits vollzogen wurde.

„Ich hatte versucht“, so noch einmal Marco Michel, „gemeinsam mit dem Verband und dem KSA eine Initiative zu starten und Vorschläge unterbreitet. Darauf ist keine Seite eingegangen.“

Der Vorsitzende muss nun einen kommissarischen Vorsitzenden für den KSA bestimmen. Möglich, dass eine Person aus dem noch fünfköpfigen Gremium zur Verügung steht.