Zwischen Hoffen und Bangen

Trainer Mirza Sijaric vom RSVE Siegen
Trainer Mirza Sijaric vom RSVE Siegen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Zur Halbzeit in der Handball-Verbandsliga 2 ist das heimische Duo glänzend platziert. Der TuS Ferndorf II liegt überraschend gut auf Rang zwei, der RSVE Siegen trotz mancher Enttäuschungen auf Platz vier noch auf Schlagdistanz zur Spitze. Vor dem Rückrundenstart sprachen wir mit beiden Trainern.

Siegerland..  Zur Halbzeit-Meisterschaft hat es für das heimische Handball-Verbandsliga-Duo zwar nicht gereicht, doch die Ausgangsposition vor dem Start in die Rückserie lässt dem TuS Ferndorf II als Zweitem und dem RSVE Siegen als Viertem in einer breiten Spitzengruppe alle Optionen. Gejagter ist der OSC Dortmund, am Freitag Gastgeber für die Ferndorfer Reserve. Zur Hälfte der Serie sprach unsere Zeitung mit den Trainern Michael Lerscht (TuS Ferndorf II) und Mirza Sijaric (RSVE Siegen).

13 von 26 Spielen sind absolviert. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Michael Lerscht: Die Jungs haben bis jetzt einen sensationellen Job gemacht und sind ein verschworener Haufen. Nur sieben Minuspunkte sind überragend, zumal wir auch einige Verletzte zu beklagen hatten, wenn ich zum Beispiel an Alex Dröge oder Jan Broszinski, an die Abstellungen zur ersten Mannschaft wie Kevin John oder Niklas Reuter oder die Abgänge wie Michel Sorg nach Eiserfeld und Benedikt Walther nach Lüdenscheid denke.

Mirza Sijaric: Wir haben Höhen und Tiefen gehabt, aber langsam habe ich das Gefühl, dass sich eine Kern bildet, sich etwas entwickelt und wir zu mehr Konstanz finden.

Wo gab und gibt es Defizite?

Lerscht: Meine Aufgabe ist es, die Defizite zu erkennen, sie ansprechen und auszumerzen. Im Rahmen des Ferndorfer Konzeptes ist es wichtig, dass sich vor allem die jungen Spieler weiterentwickeln. Wir sind und bleiben letztlich eine Ausbildungsmannschaft.

Sijaric: Wir reisen mit neun Feldspielern durch die Welt. Wenn da zwei, drei Leistungsträger einen schlechten Tag erwischen, wird es für uns schwierig. Und wir suchen noch immer einen Linkshänder. Die wachsen aber nicht unbedingt auf den Bäumen.

Wie sieht die Perspektive für die Rückrunde aus?

Lerscht: Ich erwarte für die Rückrunde eigentlich nicht so viel, weil wir schon jede Menge erreicht haben. Vielleicht schaffen wir es ja, wie in der vorigen Saison die 30-Punkte-Marke zu knacken. Auch wenn es eine Phrase ist: Ich schaue von Spiel zu Spiel und gar nicht auf die Tabelle. Die ist mir egal. Allerdings: Mir persönlich fehlt noch der Verbandsliga-Titel in meiner Sammlung. Von daher...

Sijaric: Dafür, dass wir so viele Punkte verschenkt haben, ist die Ausgangslage ja gar nicht so schlecht. Wir wollen zwischen Platz eins und fünf landen, wobei der erste Rang sicherlich - auch für uns - eine Überraschung wäre. Wenn alle verletzungsfrei bleiben, habe ich aber die Hoffnung. Der Sieg am Samstag gegen den damaligen Spitzenreiter TuS Ferndorf II hat uns auf jeden Fall gestärkt.

Wer macht das Meister-Rennen?

Lerscht: Ich bleibe dabei: Siegen hat zusammen mit Dortmund die beste Mannschaft. Das habe ich schon vor der Saison gesagt. Aber die RSVE-Mannschaft muss weiter wachsen. Wir landen irgendwo dahinter, aber es wird für uns ein hartes Brot.

Sijaric: Die Liga ist total verrückt. Da kann der Letzte gegen den Ersten gewinnen. Meiner Meinung nach macht Bergkamen das Rennen, auch wenn die im Moment nur Fünfter sind. Die hatte ich von Anfang an auf der Rechnung. Ich tippe zu 51 Prozent auf Bergkamen und 49 Prozent auf OSC Dortmund.