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Zwei Mal Wesley Schooooooooors

21.04.2010 | 22:37 Uhr
Zwei Mal Wesley Schooooooooors

Siegen. Die Sportfreunde reiten unter Trainer Andrzej Rudy weiterhin auf der Erfolgswelle. Im dritten Spiel unter Führung des Polen feierte die Mannschaft ihren dritten Sieg – und es war ein überaus verdienter Erfolg gegen schwache Essener.

Rudy bewies das richtige Händchen, er wechselte bereits in der 37. Minute den Held des Tages ein. Wesley Schors, der Spieler der bislang bei seinen Einsätzen im Sportfreunde-Trikot kaum eine Bindung zur restlichen Mannschaft gefunden hatte, ausgerechnet dieser kleine Holländer, der sich bislang „versteckt hatte”, schoss beide Tore für die Sportfreunde.

„Höchststrafe” für

Sebastian Huke

Nach monatelangem Winterschlaf hat es Traier Andrzej Rudy nun endgültig geschafft diese bereits miterinem Bein in der Westfalenliga stehende Mannschaft zum Leben zu erwecken.

Rudy hatte es angekündigt: Bis auf den Posten von Emrah Uzun wird die Mannschaft nicht verändert. Aber auch das hatte der neue Cheftrainer „angedroht”: Wenn er das Gefühl hat, ein Spieler zerreißt sich nicht, holt er ihn vom Platz runter. Und diese Höchststrafe ereilte den viel zu behäbigen Sebastian Huke nach 37 Minuten. Der Stürmer, der in die großen Fußstapfen des verletzt ausgefallenen Emrah Uzun treten sollte, wurde gegen Wesley Schors ausgetauscht. Fortan sollte der Kleine aus Heerlen die einzige nominelle Spitze bilden.

Aber was war nur mit den Essenern los. Total defensiv, mit zwei Viererketten und Martin Setzke und Ramiz Pasoiv – das war noch keine große Überraschung, ist die Elf von Dirk Helmig doch die NRW-Liga-Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren. Doch was Schwarz-Weiß in schwarz-weiß ablieferte, war mit Worten kaum zu beschreiben: abwartend, ohne Offensivbemühungen, ohne Nachsetzen, planlos mit langen Bällen in die Spitze – die wenigen Zuschauer mussten sich ernsthaft fragen: Warum steht diese Mannschaft aus dem Pott auf dem vierten Tabellenplatz.

Die Sportfreunde dagegen hätten bereits in den ersten 45 Minuten mit zwei Toren führen können – ja müssen. Führen wir nur die Großchancen auf: In der siebten Minute nutzte Hüsni Tahiri gegen drei Essener einen kapitalen Abstimmungsfehler, spritzte in die Gasse, zögerte aber in der Eins-gegen-Eins-Situation gegen Torwart Tobias Ritz zu lange und verschenkte so einen „Elfmeter”.

Nach einer Flanke von Hüsni Tahiri rauschte Sebastian Huke am langen Pfosten einen Schritt zu spät heran (16.), sechs Minuten später setzte Anis Saidi seinen Kopfball an den Pfosten und in der 32. Minute gab es dann auch noch um ein Haar Essener Schützenhilfe, als Kapitän Heinrich Losing einen verunglückten Rückpass per Kopf ans Aluminium drückte.

Sturmlauf auch

nach dem Wechsel

Es spielte eigentlich nur eine Mannschaft und das waren die Sportfreunde. Bei den wenigen Essener Angriffen stand Siegen sicher und ließ nichts anbrennen. Einfach schwach was dieser Tabellenvierte ablieferte.

Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Sportfreunde ihren Sturmlauf auf das Essener Gehäuse fort. Drei Mal vergab Wesley Schors: In der 48. Minute volley aus vollem Lauf am Torwinkel vorbei, in der 56. Minute kommt er gegen Torhüter Tobias Ritz einen halben Schritt zu spät und in der 61. Spielminute hatten die Siegener Anhänger den Torschrei schon auf den Lippen, doch Schors setzte aus fünf Metern freistehend das Leder neben den Pfosten.

Essen auch nach einer Stunde im Dämmerzustand, nur ein Mal blitzte bei den Gästen Gefährlichkeit auf: Kerim Arslan hatte an der Seitenauslinie den Ball verloren, doch den Flankenball konnte Grallert nicht verwerten, er trat freistehend am Elfmeterpunkt ein Loch in den Boden.

Nach drei vergebenen Großchancen war Wesley Schors dann doch noch zur Stelle: Langer Ball von Daniel Cartus und der Holländer macht das Tor in der 70. Minute. Siegen wurde belohnt für guten Fußball auf schlechtem Rasen – doch der Jubel war kaum verflogen, da schlug Essen zurück. Dicker Schnitzer von Daniel Cartus im Mittelfeld, der Ball kommt zu Manuel Schulitz und der hat wenig Mühe Pero Miletic zu überwinden. Ein 1:1, das den Spielverlauf fast auf den Kopf stellte. Eine Unkonzentriertheit und die Gäste kamen dem Punkt nahe.

Doch was machten die Sportfreunde? Die schüttelten sich kräftig und schlugen ihrerseits nur sechs Minuten später zurück. Und es war wieder der wieselflinke Wesley Schors, der im Strafraum diesen einen entscheidenden Tick früher am Ball war und die Kugel mit der Fußspitze am herauseilenden Torwart Tobias Ritz vorbei ins Netz spitzelte. Jetzt galt es nur noch die hektische Schlussphase zu überstehen. Entreißen ließ sich die Siegener Mannschaft den Sieg aber nicht mehr.

STIMMEN ZUM SPIEL

Wesley Schors (SF Siegen): „Ich habe immer gearbeitet und an mich geglaubt. Ich hatte vorher schon zwei große Chancen aber dann hat es ja noch gepasst.”

Serkan Dalman (SF Siegen): „Wir Spieler haben viel Zeit miteinander verbracht und jetzt sind wir auch wieder eine Mannschaft. Wir haben heute verdient gewonnen und nur beim 1:1 waren wir unkonzentriert. Wir müssen jetzt so weitermachen.”

Richard Towa (Co-Trainer SF Siegen): „Wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft gespielt, die für ein Tor auch nur eine Chance braucht. Wir haben aber von Beginn an das Spiel dominiert und wir hätten unsere Tore früher machen können. Wenn wir jetzt so weitermachen, dann halten wir auch die Klasse.”

Dirk Helmig (Trainer SW Essen): „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber das hat man dann auf dem Platz nicht gesehen. Wir wären mit dem 1:1 zufrieden sein können, aber es hat nicht gereicht.”

STATISTIK

SF Siegen 2

ETB SW Essen 1

SF Siegen: Pero Miletic – Kerim Arslan, Daniel Bogusz, Christian Schönwälder, Serkan Dalman – Anis Saidi – Daniel Cartus, Hüsni Tahiri (64. Volkan Okumak), Orhan Özkaya (81. Jorge Cerezo), Matthew Dallman – Sebastian Huke (37. Wesley Schors). Trainer: Andrzej Rudy.

ETB SW Essen: Tobias Ritz – Manuel Schulitz, Christopher Zeh, Niklas Schweer, Björn Grallert, Martin Setzke (55. Dennis Hecht), Mark Zeh, Ramiz Parsiov, Heinrich Losing, Sebastian Westerhoff (69. Gabriel Czajor), Pier Schulz. Trainer: Dirk Helmig

Tore: 1:0 Wesley Schors (72.), 1:1 Manuel Schulitz (76.), 2:1 Wesley Schors (82.).

Schiedsrichter: Darius Kudela

Zuschauer: 1079

Spielplan SF Siegen

Sonntag, 25. April 2010

Berg. Gladbach - SF Siegen 15.00

Sonntag, 2. Mai 2010

SF Siegen - VfB Hüls 15.00

NRW-LIGA-Statistik

Hüls – Alemannia Aachen II 0:1

Tor: 0:1 Gueye (76.). – Zuschauer: 230.

Hamm – RW Essen II 0:3

Tore: 0:1 Avci (27.), 0:2 Lenz (41.), 0:3 Lenz (80.). – Zuschauer: 250.

Duisburg II – Herne 1:2

Tore: 1:0 Grlic (29.), 1:1 Ouro-Akpo (50.), 1:2 Ouro-Akpo (57.). – Zuschauer: 120.

Wiedenbrück – Sprockhövel 2:0

Tore: 1:0 Jansen (65.), 2:0 Krause (84.). – Zuschauer: 374.

Kleve – Windeck 0:5

Tore: 0:1 Hayer (6.), 0:2 Kessel (14.), 0:3 Demir (49.), 0:4 Hayer (60.), 0:5 Tüysüz (89.). – Zuschauer: 200. – Bes. Vorkommnis: 17. Min. Mahr (Kleve) scheitert mit Foulelfmeter an Gillen.

Frank Steinseifer

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