Zuschauer-Boom dank geballter Tradition

Siegen..  In der abgelaufenen Spielzeit der Fußball-Regionalliga West löste die hohe Dichte von Traditionsvereinen wie Alemannia Aachen, RW Essen, Viktoria Köln oder RW Oberhausen einen Zuschauerboom aus und sorgte gleich für mehrere neue Besucher-Bestmarken.

Entscheidend für den Titelgewinn der U23 von Borussia Mönchengladbach war die bemerkenswerte Konstanz der „Fohlen“. So belegten die Borussen in der Heim- und der Auswärtstabelle sowie in der Hinrunden- und Rückrundenstatistik zwar nie Platz eins, mischten aber in allen Wertungen ganz vorne mit. Außerdem erzielten sie die meisten Treffer (77), fuhren die meisten Dreier (21) ein und legten die längste Siegesserie hin. Die Zahlen, Daten und Fakten zur Saison 2014/2015 in der Regionalliga West.

Tivoli kaum zu knacken

Aus 17 Heimspielen holte Vizemeister Alemannia Aachen 42 von 51 möglichen Punkten. 13 Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage standen für die Schwarz-Gelben zu Hause zu Buche. Dabei kassierten sie lediglich neun Gegentreffer. Auf Rang zwei und drei der Heimtabelle folgen Borussia Mönchengladbach U 23 (41 Punkte) und Viktoria Köln (39). Mit gerade einmal zwei Heimsiegen mussten sich dagegen der FC Hennef (9) und die U 23 des VfL Bochum (10) begnügen.

Lotte auswärts stark

In ihrer heimischen Arena holten die Sportfreunde Lotte 26 Punkte, was nur zu einem Mittelfeldplatz reichte. Die Auswärtstabelle schlossen die Blau-Weißen aber mit 28 Zählern als Spitzenreiter ab. Dafür war vor allem die starke Rückrunde verantwortlich. Unter ihrem neuen Trainer Ismail Atalan blieben die Sportfreunde auswärts unbesiegt und qualifizierten sich außerdem durch für die DFB-Pokal-Hauptrunde. Wie schon bei der Heimtabelle belegt Borussia Mönchengladbach II auch auswärts Platz zwei. Viktoria Köln, RW Essen und Alemannia Aachen folgen.

Hennef stürmt Hafenstraße

Bei 17 Versuchen, in fremden Stadien einen Dreier einzufahren, war Schlusslicht FC Hennef nur einmal erfolgreich - und das ausgerechnet an der Essener Hafenstraße, als man einen 3:1-Sieg bejubelte. Alle anderen Mannschaften kamen auf mindestens drei Auswärtssiege. Die meisten Niederlagen auf fremden Plätzen (12) musste der KFC Uerdingen hinnehmen. Je zehnmal gingen Hennef und der FC Kray leer aus.

Kantersiege

Der SV Rödinghausen sorgte am 14. Spieltag für den höchsten Heimerfolg. Ausgerechnet das Derby gegen den SC Wiedenbrück wurde 7:1 gewonnen. In bester Torlaune präsentierte sich auch die Zweitvertretung des VfL Bochum. Beim FC Hennef gab es ein 8:0.

Dauerbrenner

Lediglich ein Spieler verpasste keine einzige Minute der Saison: Tim Boss. Der Schlussmann der SG Wattenscheid 09 spielte in allen 34 Partien 90 Minuten durch. Aktivster Feldspieler war Mike Wunderlich von Viktoria Köln. Der 29-Jährige absolvierte 33 Partien über die komplette Distanz. Nur im Derby gegen seinen Ex-Klub 1. FC Köln II (1:1) wurde er sechs Minuten vor Schluss ausgewechselt. Ebenfalls auf 34 Einsätze kamen sonst noch Torhüter Dominik Poremba (Sportfreunde Siegen), Marius Laux (1. FC Köln II), Dominik Ernst (Alemannia Aachen), Jeffrey Volkmer (SC Wiedenbrück) sowie Fabian Großeschallau und Simon Engelmann (beide SC Verl).

Zweitbeste Torquote

In den 306 Spielen fielen 844 Tore (Schnitt 2,76 pro Spiel). 454 Mal trafen die Heimmannschaften, 390 Tore gingen auf das Konto der Gäste. 127 Heimsiegen standen 97 Auswärtserfolge und 81 Unentschieden gegenüber. Das häufigste Ergebnis war ein 1:0 (56 Mal), gefolgt vom 1:1 (44) und 2:1 (41). 501 der insgesamt 844 Treffer wurden erst in der zweiten Halbzeit erzielt, 194 davon sogar erst nach der 75. Minute.

Zuschauer-Magneten

182 313 Zuschauer strömten zu den Heimspielen von Alemannia Aachen (Schnitt 10 724 Besucher). Es ist der beste Wert aller fünf Regionalligen. Auf Platz zwei folgt RW Essen (139 538/8208). Mit insgesamt 321 851 Zuschauern hatten die zwei Traditionsvereine gemeinsam deutlich mehr Zuschauer als die restlichen 16 Vereine zusammen (266 050). Das Duell der beiden am Tivoli brach mit mit 30 313 Zuschauern logischerweise den Besucher-Rekord. RW Oberhausen (Schnitt 2536), KFC Uerdingen (2205), Sportfreunde Siegen (1441), SV Rödinghausen (1217) und Viktoria Köln (1074) folgen. Das macht im Schnitt 1919 Zuschauer pro Spiel und ist Platz eins unter den Regionalligen vor Nordost (1687), r Südwest (1554), Bayern (898) und Nord (723).

Boris für zwei Klubs

Neun Trainerwechsel gab es bei acht Vereinen. Die Sportfreunde Lotte trennten sich nach ihrem Fehlstart von Michael Boris, der anschließend nach Siegen zurückkehrte und dort seinen eigenen Nachfolger Matthias Hagner ablöste. Ab Januar übernhm in Lotte Ismail Atalan. Weitere Trainer-Entlassungen: Claus-Peter Wollitz (Viktoria Köln), Christoph Klöpper (Wattenscheid), Murat Salar (Uerdingen), Thimas Reis (Bochum). Bei Fortuna Düsseldorf löste Markus Hirte den zum Profi-Coach beförderten Taskin Aksoy ab.