Zugspitz-Lauf die besondere Herausforderung

Bei der Siegehrung entspannt und glücklich: Die Ultra-Trailer von :anlauf Siegen.
Bei der Siegehrung entspannt und glücklich: Die Ultra-Trailer von :anlauf Siegen.
Foto: Verein

Grainau..  Trailrunning boomt. Mit der Rekordteilnehmerzahl von mehr als 2000 Athletinnen und Athleten stand das idyllische Zugspitzdorf Grainau mit dem Salomon Zugspitz Ultratrail erneut ganz im Zeichen des anstrengenden Bergauflaufens auf Deutschlans höchsten Gipfel.

Und wie die vier vorangegangenen Austragungen hatte es auch die fünfte Auflage dieses Lauf-Highlights in sich – auch wenn die Strecken aufgrund der miserablen Wetterbedingungen etwas verkürzt werden mussten: 90,9 Kilometer und rund 4500 Höhenmeter mussten die Teilnehmer der Ultra-Distanz zurücklegen. 29,7 Kilometer und rund 1300 Höhenmeter warteten auf die Teilnehmer des Basetrail XL. 19,1 Kilometer und über 1000 Höhenmeter mussten die Teilnehmer beim neu eingeführten Baisetrail bewältigen.

Belohnung

Für die Anstrengungen wurden die 13 Siegener Bergläufer von :anlauf nicht nur mit einer landschaftlich reizvollen Strecke rund um die Zugspitze durch das Wettersteingebirge belohnt, auch die fantastischen Trails vor einer atemberaubenden Kulisse entschädigten für die Mühen.

Das Wetter es den Trailrunnern allerdings nicht gerade leicht. Heftige Regenschauer - die Schneefallgrenze lag bei 1800 Metern - empfindlich tiefe Temperaturen und matschige bis flussartige Abschnitte sorgten für äußerst extreme Bedingungen.

Doch die :anläufer stellten sich der Herausforderung und gingen bei diesem außergewöhnlichen Rennen an den Start. Für einige Siegener war es bereits die zweite Teilnahme.

Traum erfüllt

„Es war schon immer ein Traum von dem ein oder anderen, einmal bei einem solchen Rennen mit zu machen. Die Trails rund um die Zugspitze waren wirklich eindrucksvoll. Ich war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Wir standen alle mit weichen Knien am Start, die Aufregung stand uns allen im Gesicht, ob wir bei diesem Sauwetter durchhalten konnten“, erklärt die leidenschaftliche Läuferin und Trainerin Heike Schürbusch, bei :anlauf für Kurse, Training und weite Reisen zuständig.

Gewissenhaft hatten sich die :anläufer mit langen Trainings-Einheiten und vielen Höhenmetern in den Wäldern rund um Siegen auf diesen überaus anspruchsvollen Lauf vorbereitet. Durchschnittliche kam man auf rund 80 bis 100 Kilometer in der Woche. Viel Zeit, die die Gruppe gerne für ihr Ziel der Zugspitzumrundung opferte.

Ausrüstung

Außerdem hatten fast alle in diesem Jahr am Rennsteiglauf teilgenommen, um schon einmal Wettkampfatmosphäre zu schnuppern sowie das benötigte Equipment in der Praxis zu testen. Denn beim Zugspitz-Lauf verpflichten sich die Teilnehmer neben einem Laufrucksack auch diverse andere Ausrüstungs-Gegenstände mitnehmen. Dazu zählen neben Rettungsdecke und Erste-Hilfe-Set auch ausreichend Flüssigkeit, warme und regendichte Bekleidung, ein Mobiltelefon sowie eine Stirnlampe, da das Gros der Teilnehmer das Ziel in Grainau erst nach Einbruch der Dämmerung erreicht.

Begleitet wurden die :anläufer von Ari Dittmann, der alle optimal und hervorragend betreute.

Auch für Familie, Freunde und Fans wurde in Grainau einiges geboten. Rund um das Zielgelände präsentierten zahlreiche Aussteller die neuesten Trends und Produkte aus dem Laufsport.

Für Gänsehautstimmung war gesorgt, als die Athleten ins Ziel einliefen. Abends schlug bei der großen Party im Musik-Pavillon die Stimmung hohe Wellen. Und bei allerlei Köstlichem ließen es sich Läuferinnen und Läufer auch schmecken. Bei der großen Siegerehrung waren dann tags darauf auch schon die schönsten Bilder des Wochenendes zu sehen.

Eigenverantwortung

Sven Holdinghausen, der als einziger auf die 90,9 Kilometer Strecke ging, zollte nachts um ein Uhr der widrigen Strecke Tribut, er musste aufgeben. Von Krämpfen geplagt spielte auch der Kreislauf nicht mehr mit. Doch war das, was er bis dahinb auf die Beine gestellt hat, auch schon eine Hochleistung. Es war ein Zeichen großer Eigenverantwortung, den Lauf dann zu beenden.