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Wuppertal-Gastspiel läutet Sonntag die Wochen der Wahrheit ein

16.11.2012 | 21:01 Uhr
Wuppertal-Gastspiel läutet Sonntag die Wochen der Wahrheit ein
Siegens Trainer Michael Boris.Foto: KLAUS DERFURT

Siegen. Den Hinrunden-Kehraus mit den vier von Michael Boris schon vor der Saison avisierten „Hammerspielen“ starten die Siegener Sportfreunde am Sonntag (14.30 Uhr) gegen den Wuppertaler SV. Es schließen sich in den kommenden zwei Wochen die Duelle in Lotte (23. November), Oberhausen (27. November) und gegen RW Essen (1. Dezember) an.

„Wir wollen so viel punkten wie möglich und damit am Sonntag nach Möglichkeit beginnen“, sagte der Trainer, der die Wuppertaler bereits sechs Mal selbst beobachtete oder beobachten ließ und Video-Sequenzen aus WSV-Spielen auch seiner Mannschaft nicht vorenthielt.

„Die Wuppertaler werden mit frischer Motivation anreisen“, schreibt Boris das dem am Montag vollzogenen Trainerwechsel am Zoo zu. Der frühere Siegener Jörg Jung löste Hans-Günter Bruns ab. Platz sieben, das ist der Grund für diese Maßnahme, ist den Machern um Vereinsboss Friedhelm Runge zu wenig. Die Drittliga-Ambitionen wollen die Kicker aus der Schwebebahn-Stadt nicht aus den Augen verlieren.

An der Spielweise, davon geht Michael Boris aus, ändere das allerdings nichts. Überzeugt ist der Siegener Coach davon, dass das nicht unbedingt laufintensive Spiel der Wuppertaler nicht auf Knopfdruck auf höhere Frequenzen umgestellt wird.

In diese Kategorie passe auch die Spielweise von Torjäger Christian Knappmann, mit dem sich Siegens Sven Michel um Platz eins in der Goalgetter-Hierarchie streitet. Der ist ein Strafraum-Stürmer, der auf die Hereingaben von Außen wartet und vor allem im Kopfballspiel seine Stärken hat.

Hier profitiert er vor allem von den Vorlagen von der rechten Seite, wo mit Marcel Landers der schnellste Flügelflitzer der Liga zu finden ist.

Hier ist also schon Qualität vorhanden, mit der sich die Sportfreunde zu messen haben. Und dies hoffentlich viel effektiver und zielstrebiger als am vergangenen Samstag in der Wattenscheider Lohrheide.

„Ich hoffe, dass das eine Eintagsfliege war“, passte für den Siegener Chef-Übungsleiter beim 1:2 gegen die U 23 des VfL Bochum gar nichts zusammen. „Eigentlich hätte ich die Video-Analyse schon nach fünf Minuten beenden können“, hatte er in dieser Partie von Anfang an das Gefühl, auf verlorenem Posten zu stehen.

„Verlorener Posten“ - das könnte im Hinblick auf Sonntag für die Siegener Sturmspitze gelten. Denn die bislang in der Startformation aufgetauchten René Lewejohann und Wojciech Pollok sind nicht einsatzbereit. Lewejohann hat weiterhin mit den Nachwirkungen seiner Virus-Infektion zu kämpfen, Pollok fällt mit einem im Training erlittenen Muskelfaserriss aus.

„Aber wir haben noch andere Angreifer“, will der Trainer von Vakanzen in diesem Mannschaftsteil nichts wissen. Dass er es ähnlich angehen wird, wie die Nationalmannschaft in Holland - nämlich ohne echte Spitze - ist nicht zu erwarten. Denn: „An unserem System ändert sich nichts.“

Hans-Georg Moeller



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