Wichtiger Punkt für Aue-Wingeshausen

Wingeshausen..  Auch eine knappe halbe Stunde nach Schlusspfiff saßen die Fußballer des TSV Aue-Wingeshausen noch im Kreis beisammen und schoben Frust. Im Spiel gegen den SuS Langscheid/Enkhausen II hatte die Truppe aus der Wester einen „Big Point“ im Abstiegskampf der Bezirksliga 4 schon vor Augen, hatten am Ende mit einem 2:2 (1:1) aber nur einen Punkt in der Tasche – den Ausgleich musste der TSV erst in der 88. Minute durch ein Freistoßtor aus rund 30 Metern hinnehmen.

Wie wertvoll ein „Dreier“ gewesen wäre, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Schmallenberg/Fredeburg (jetzt 27 Punkte) und Dorlar/Sellinghausen (25 Punkte) gewannen ihre Spiele und zogen davon, so dass nun vor allem der TSV (22 Punkte) und der FC Nuhnetal (19 Punkte), der gegen Sundern mit 0:7 unterging, für den zweiten Abstiegsplatz in Frage kommen. Die positive Lesart lautet: Nuhnetal muss nun schon zwei Mal über seinen Schatten springen, um Aue-Wingeshausen noch abzufangen.

Abwehr lässt kaum Chancen zu

Dennoch überwog zunächst die Trauer, nicht entscheidend davon gezogen zu sein. „Das ist richtig bitter, nachdem wir so viel in das Spiel investiert haben“, schüttelte Trainer Marco Schneider den Kopf. Torschütze Tim Burghardt, der in der Schlussphase wegen eines „Pferdekusses“ ausgewechselt wurde, schlug in die gleiche Kerbe: „Wir hätten gewinnen müssen, denn wir waren klar überlegen.“

Diese Einschätzung hätte die Mehrheit der 138 Zuschauer wohl für übertrieben erklärt, doch ein Sieg für die Wittgensteiner wäre tatsächlich nicht unverdient gewesen, denn sie ließen über die gesamte Spielzeit nur ganz wenige Torchancen der Gäste zu.

Am ehesten gefiel die Reserve des SuS Langscheid/Enkhausen, die nach der Saison in die Kreisliga B zurückzogen wird (die WP berichtete), noch in der ersten halben Stunde durch Angriffe über die Flügel. In Führung ging allerdings Aue-Wingeshausen, als Kapitän Simon Henkel abstaubte, nachdem Julian Boshof nach einer Ecke von Don von der Ahe an den Pfosten geköpft hatte (13.). Zu diesem Zeitpunkt eine glückliche Führung, weil die „Roten“ nur schleppend ins Spiel fanden.

Die Gäste schlugen nach einer guten halben Stunde durch Rafael Verhasselt zurück, der eine Hereingabe von außen am zweiten Pfosten über die Linie drückte. „Der Ball darf da nicht so durch den Fünfer fliegen“, ärgerte sich Schneider, dessen Mannschaft durch Marcel Euteneuer fast im direkten Gegenzug das 2:1 auf dem Fuß hatte.

Dieses fiel dann doch noch in der 52. Minute durch Tim Burghardt, der nach einer Hereingabe von Fabian Treude nur noch den Fuß hinhalten musste. Entscheidend war aber, dass Marcel Euteneuer sich zuvor mit Glück und Willen gegen drei Spieler durchgetankt hatte.

In der Folge kontrollierte das Team aus der Wester eine Partie, die zusehends verflachte. Es wurde viel gegrätscht und diskutiert, der Spielaufbau bestand auf beiden Seiten überwiegend aus langen Bällen. Aue-Wingeshausen kam eher für das nächste Tor in Frage, das dann aber doch die Gäste erzielten. Ärgerlich: Der Freistoß von Benjaminin Bresser (88,) schien haltbar.