Wer spielt die erste Geige?

Heute Abend treffen sich die Mitglieder von Sportfreunde Siegen. Außerordentliche Jahreshauptversammlung in der Siegerlandhalle. Wirklich Außerordentliches zu erwarten, wäre indes falsch. Denn es wird sich nichts ändern. Außer eben, dass die erste Mannschaft in Zukunft der Oberliga angehört und die Reserve noch nicht weiß, ob es überhaupt weiter geht. Sportliches, das haben wir festgestellt, berührt derzeit offenbar weniger die Gemüter, als das Gerangel hinter den Kulissen um Pöstchen und Ämter. Anders ist es kaum zu erklären, wie mit einem Kandidaten für den Vorstands-Vorsitz umgegangen wird. Hubertus von Reichenbach war nämlich schon vom Ältestenrat aufgestellt, ehe er auf Drängen der jetzigen Amtsinhaber und des Wirtschaftsrates wieder von der Vorstandspiste gedrängt wurde. Und das, obwohl Uli Steiner seinen Rückzug ja schon angekündigt hatte. Da sind durchaus Parallelen zu erkennen zu jenen Dingen, die den Verein bereits im November bewegten, als mit zweifelhaften Computer-Durchsuchungen Mitarbeiter ausspioniert und dann ihrer Posten enthoben wurden und eine Gruppe Oppositioneller der Mut verließ, gegen Steiner und Co. anzutreten.

Es sollte doch eigentlich mal die Einsicht reifen, wohin diese Herren den Verein gebracht haben. Schlechter dastehen als zur Zeit kann Sportfreunde Siegen kaum. Aber Sportliches scheint in diesem Sportverein ja nicht mehr die erste Geige zu spielen.