Wenigstens ein positiver Aspekt

Sehen wir es zunächst einmal positiv: Die Sportfreunde Siegen haben durch das 0:0 gegen den FC Hennef den Rückstand ans rettende Ufer auf fünf Punkte verkürzt, weil die SG Wattenscheid 09 gegen den KFC Uerdingen mit 0:4 unter die Räder kam. Bei zwei mehr auszutragenden Spielen gegenüber den Kickern aus Bochum 6 haben die Siegerländer ihre Chance auf den Klassenerhalt zumindest gewahrt.

Aber: Sich auf die schwächelnde Konkurrenz zu verlassen, wäre ein großer Fehler, zumal sich im Abstiegskampf nun auch noch der FC Schalke 04 zurück gemeldet hat und an Siegen vorbeigezogen ist. Die Sportfreunde müssen auf sich schauen und endlich den Ernst der Lage begreifen. Luxuspunkte wie das 1:1 gegen Oberhausen sind nichts mehr wert, wenn die Duelle gegen die direkten Konkurrenten nicht gewonnen werden. Beim 1:1 in Wattenscheid verschenkte Siegen zwei Zähler, weil sich Zouhair Bouadoud einen Aussetzer leistete und vom Platz flog. Und das 0:0 am Samstag gegen Schlusslicht Hennef kam einer Niederlage gleich, auch wenn der Punktgewinn schmeichelhaft war.

Bedenklich stimmt, dass die Mannschaft den Eindruck erweckte, nicht das letzte Hemd für den Verein und seine treuen Fans gegeben zu haben. Gerade diese Leidenschaft ist aber notwendig, um diesen Abstiegskampf bestehen zu können. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben von Trainer Michael Boris sein, seine Jungs schnell wieder auf den richtigen Weg zu führen, ob nun mit Zuckerbrot oder Peitsche.

Der nächste Gegner heißt am Samstag Rot-Weiß Essen. Ein großer Name. An der Hafenstraße kann Siegen nur positiv überraschen. Vieles ist verloren, aber noch nicht alles.