Warum die B-Liga-Zweiten Daumen drücken

Kreis Siegen-Wittgenstein..  Der Frühsommer ist für Fußballer die Zeit des Rechenschiebers und der Tabellen. Wer in den Kreisligen gegen den Abstieg kämpft, muss immer auch einen Blick auf das übergeordnete Geschehen haben, das auf die Veränderungen in den Kreisligen großen Einfluss hat.

Zwei Variablen sind maßgebend für Auf- und Abstieg im Westfälischen Fußballkreis 28. Erstens spielt die Zahl der heimischen Absteiger in die Bezirksligen eine Rolle, zweitens ist die Frage wichtig, ob der Vizemeister der Kreisliga A sein Entscheidungsspiel gegen den Meister des Fußballkreises Lüdenscheid gewinnt – und damit einen Platz frei macht. Die Westfalenpost zeigt die aktuell denkbaren Varianten in einem Überblick. Ergänzend zur Grafik rechts sind deshalb in der linken Spalte dieser Seite die aktuellen Tabellen der betreffenden Ligen zum Schmökern aufgelistet.

Blickpunkt Bezirksliga

Im günstigsten Fall steigt keine Mannschaft aus Siegen-Wittgenstein in die Kreisliga ab – doch das ist mittlerweile so unwahrscheinlich, dass wir diese Variante in unserer Infografik gar nicht mehr aufgeführt haben. Der VfL Klafeld-Geisweid müsste in fünf Spielen mindestens sechs Punkte auf den SC Drolshagen aufholen. Gut möglich ist, dass es nur eine „SI-WI“-Mannschaft trifft.

Stand jetzt nur ein Absteiger

Das wäre übrigens der Fall, wenn die Saison heute zu Ende wäre. Der TSV Aue-Wingeshausen steht zwar nominell auf dem dritten Abstiegsplatz 14, doch nach dem am Wochenende bestätigten Rückzug des SuS Langscheid/Enkhausen gibt es nur zwei sportliche Absteiger. Mit Blick auf das Restprogramm ist ein Klassenerhalt der Wittgensteiner nicht unwahrscheinlich.

Im schlechtesten Fall – und der ist nicht unrealistisch – gibt es mit Klafeld-Geisweid, Grün-Weiß Siegen und Aue-Wingeshausen drei Absteiger aus dem heimischen Beritt, was zu einem vermehrten Abstieg bis in die D-Kreisligen führen würde.

Kreisliga A

Stand jetzt – also bei nur einem Bezirksliga-Absteiger – müssten nur zwei Mannschaften in die Kreisliga B absteigen. Aktuell wären dies der SV Netphen und der SV Setzen. Für den Letzten und Vorletzten gibt es übrigens auch dann keine Hoffnung, wenn der Vizemeister der Kreisliga A das Aufstiegsspiel gegen den TuS Grünenbaum – designierter Meister im Kreis Lüdenscheid – gewinnen würde. In diesem Fall würden die Vizemeister der Kreisliga B den vakant werdenden Platz in der 16er-Staffel in einem Entscheidungsspiel unter sich ausmachen. Dies wären aktuell Borussia Salchendorf und Erndtebrück III.

Sechs A-Ligisten zittern noch

Bei zwei oder drei Absteigern aus der Bezirksliga würde sich – sofern der Vizemeister gegen Grünenbaum nicht gewinnt – die Zahl der Absteiger erhöhen. Und deshalb drücken sechs Vereine, die noch für die Plätze 13 und 14 in Frage kommen, den heimischen Bezirksligisten die Daumen.

Kreisliga B und C

Hier hängt alles von „oben“ ab. Aktuell müssten fünf Mannschaften absteigen: Weidenau, Eckmannshausen, Niederndorf, Kredenbach-Müsen und Birkelbach II. Bei mehr drei Absteigern aus der Kreisliga A müssen die auf Platz 15 liegenden Teams – aktuell Weißtal II und Hickengrund II beider Staffeln ein Entscheidungsspiel gegen den Abstieg austragen, bei vier Absteigern aus der Kreisliga A würde es beide direkt erwischen.

Das gleich Spiel gibt es in der Kreisliga C: Im Bestfall steigen nur fünf Mannschaften ab und die Vizemeister spielen um den Aufstieg in die Kreisliga B, im schlechtesten Fall steigen sieben Mannschaften ins „Untergeschoss“ ab – deshalb war beispielsweise der Sieg für Sassenhausen am Sonntag so wertvoll