Warum Birkelbach vielleicht nachsitzen muss

Bad Berleburg..  Unter den Anwärtern auf die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga 4 sind die Sportfreunde Birkelbach mittlerweile Außenseiter. Nicht nur, weil die Mannschaft von Björn Breuer im neuen Jahr konstant unkonstant spielt, sondern auch, weil der um vier Punkte enteilte Spitzenreiter BC Eslohe derzeit alle Spiele gewinnt. Scheinbar mühelos sogar.

Doch auch, falls die Meisterschaft ins Hochsauerland geht, wäre ein Aufstieg in die Landesliga noch möglich – über eine Aufstiegsrelegation, die für Bezirksligisten ein seltenes Phänomen ist. In den vergangnen zehn Jahren gab es das nur zwei Mal: 2007 – Birkelbach war damals dabei und scheiterte am TuS Kaan-Marienborn – und 2013. Beschäftigt hat sich Birkelbach mit dem Thema Relegation bisher nicht. „Da haben wir noch kein Wort drüber verloren. Wir müssen ja zunächst Zweiter werden und dann sehen, wie die Situation ist“, sagt der Sportliche Leiter Christof Hoffmann.

Viel hängt von der Regionalliga ab

Ob und wie viele Vizemeister den Sprung in die nächsthöhere Liga schaffen können, ist eine komplizierte Rechnung, die in der 3. Liga und Regionalliga beginnt – und auch mit dem mittlerweile verbrieften Rückzug des SuS Langscheid/Enkhausen aus der Westfalenliga zu tun hat. Sollte mehr als ein Regionalliga-Absteiger in die Oberliga Westfalen rutschen, gäbe es für die Zweiten der Westfalenligen kein Aufstiegsspiel. Aktuell wären es theoretisch sogar drei: Die abgeschlagenen Sportfreunde Siegen, Schalke 04 II und VfL Bochum II. Praktisch wären es Stand jetzt aber nur zwei westfälisch Regionalliga-Absteiger, da Bochum seine Reserve auflösen wird. Mehr als zwei Mannschaften werden also nicht in die Oberliga Westfalen absteigen, denn der weit abgeschlagene FC Hennef gehört dem Verband Mittelrhein an.

In der Oberliga wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit alles seinen gewohnten Gang gehen. Zwei gehen hoch, zwei kommen von oben (Regionalliga) runter, zwei kommen hoch (aus der Westfalenliga), zwei gehen runter (in die Westfalenliga).

Gute Chancen für Landesliga-Zweite

Einen vermehrten Aufstieg wird es aus der Landesliga geben – zumindest das ist absolut sicher. Zwei von vier Vizemeistern gehen so oder so per Relegation mit hoch, weil sechs Mannschaften aus der Westfalenliga absteigen und diese Plätze aufgefüllt werden müssen. Durch den mittlerweile auch schriftlich beantragten Rückzug des SuS Langscheid/Enkhausen aus der Westfalenliga rücken diesmal aber sogar drei Landesliga-Vizemeister nach. Und das wiederum hat Konsequenzen für die zwölf Bezirksliga-Vizemeister, denn die müssen den einen frei werdenden Platz in der vierzügigen Landesliga auffüllen.

Daumen drücken für Dortmund II

Denkbar wäre aktuell übrigens auch, dass aus Bezirks-, Landes- und Westfalenliga jeweils noch ein Verein mehr in die nächsthöhere Klasse nachrückt. Dazu käme es, wenn Borussia Dortmund II in der 3. Liga noch die Klasse hält und sich der Meister der Regionalliga West in der Aufstiegsrelegation durchsetzt. Oder dann, wenn Schalke II und die SG Wattenscheid 09 (derzeit Platz 14 der Regionalliga) noch den Klassenerhalt auf Kosten eines rheinischen Klubs schaffen würden, also nur ein westfälischer Klub in die Oberliga absteigen würde. Das ist freilich alles sehr theoretisch. „Deshalb beteiligen wir uns ungern an Spekulationen“, sagt Friedhelm Spey, Mitglied im westfälischen Verbands-Fußballausschuss: „Es wäre ja auch noch möglich, dass sich eine weitere höherklassige Mannschaft unerwartet zurückzieht.“

Nadelöhr erster Güte

Ob nun ein oder zwei Bezirksliga-Meister in die Landesliga nachrücken: Es wäre ein Nadelöhr erster Güte, denn auf die vakanten Plätze würden sich nicht weniger als zwölf westfälische Bezirksliga-Zweite „bewerben“. Nach einer kraftraubenden Saison stünden noch einmal drei oder vier Runden an.