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Warten auf das Frühlingserwachen

18.03.2010 | 23:04 Uhr

Siegen. Weiterhin Winterschlaf - oder doch das Frühlingserwachen? Gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht TSG Sprockhövel starten die Sportfreunde Siegen einen erneuten Anlauf, die lange Serie an sieglosen Spielen zu beenden.

So wartet das Trainerduo Rob Delahaije und Peter Nemeth seit nunmehr acht Meisterschaftsspielen in der NRW-Liga auf den ersten „Dreier”. Am Sonntag im Heimspiel soll er her, der erste Sieg im Jahr 2010 – denn, wenn nicht gegen Sprockhövel, gegen wen wollen die Siegener dann noch gewinnen?

Verstärkung im Sturm

– auch Systemwechsel?

Die Bürde des haushohen Favoriten haben die Siegener dennoch nicht, dafür waren die Leistungen zuletzt zu mager. Nach der guten und auch kämpferischen Leistung gegen Arminia Bielfeld II gab die Mannschaft im Heimspiel gegen Fortuna Köln den sicher geglaubten Sieg in der Nachspielzeit aus der Hand und am vergangenen Sonntag folgte beim SV Schermbeck (1:1) eine Vorstellung, die auch das Sportfreunde-Trainergespann sowie den Sportlichen Leiter Lutz Lindemann ein wenig ratlos machen. Was tun mit einer Mannschaft, die nur noch Unentschieden spielen kann? Was tun mit einer Mannschaft, die sich zwar aufopferungsvoll einen Vorsprung herausspielt, ihn dann aber binnen weniger Schlusssekunden unkonzentriert und fahrlässig wieder aus der Hand gleiten lässt? Was tun mit einer Mannschaft, deren Flügelspiel plötzlich erlahmt und deren Offensivspiel einen Kollaps erleidet? Was tun mit einer Mannschaft, deren spielerische Möglichkeiten gegen defensiv eingestellte Teams äußerst begrenzt sind?

Die Antwort darauf sieht Rob Delahaije vor allem in der Stärkung der Offensive. Und so hat der Holländer entgegen den vergangenen Partien, in denen er auf die gleiche Startformation (nur gegen Schermbeck musste er krankheitsbedingt auf Daniel Cartus verzichten) gesetzt hat, eine Umstellung angekündigt. „Wir müssen nach vorne viel mehr Druck machen, da muss mehr kommen, da müssen wir was tun” fordert er und welche Spieler das herbeiführen sollen, darüber wird Freitag und Samstag noch „zu reden sein” kündigte der „Chef” an.

Der Trainer aus Maastricht, der seinen Jungs nach sechs anstrengenden Tagen aus Training und Spielen gestern einen freien Tag gönnte („der letzte für lange Zeit”) weiß, dass ein Sieg überfällig ist und verspricht: „Wir werden alles dran tun, die drei Punkte in Siegen zu behalten”.

Ob dazu neben der Umstellung der Offensive auch die Umstellung des Systems – zum Beispiel von einem bislang praktizierten 4-4-2 zu einem 4-3-3 – vonnöten ist, ließ Delahaije noch offen. So ist die Aufgabe gegen ein Abwehrbollwerk wie Sprockhövel einen Sieg zu landen ungleich schwerer, als gegen Mannschaften wie Köln und Bielefeld, die Fußball spielen und ein Spiel auch mitgestalten.

Auch dem SF-Cheftrainer wird nicht entgangen sein, dass die Mannschaft zu tief in der eigenen Hälfte steht, dass der Druck über die Außen in der Verlagerung des Geschehens in die gegnerische Hälfte erfolgen muss. Wenn ein Spieler wie Emrah Uzun seine Energie im Mittelfeld vergeudet und ihm die Energie und Spritzigkeit im entscheidenden Moment fehlt, bedarf es eben der Korrektur.

Vor dem Start in die „englischen Wochen” stehen Delahaije alle Spieler – mit Ausnahme von Marcel Abele und Wesly Schoors, die sich beide im Aufbautraining befinden – zur Verfügung. Eine wichtige Grundlage vor kräfteraubenden Partien auf tiefen Böden, und mangelnder Regenerationszeit zwischen den Spielen.

Einzig hinter dem Einsatz von Daniel Cartus steht nach überstandener Erkältung noch ein Fragezeichen. Doch gerade seine Ideen, der öffnende Pass und der platziert getretene Freistoß könnten die Sportfreunde in den nächsten Wochen gut gebrauchen.

Spätes Tor im Hinspiel

  • 15 Niederlagen in 21 Spielen ist die Bilanz des Tabellenschlusslichts Sprockhövel.
  • Vor dem 1:1 gegen den VfB Hüls am vergangenen Sonntag kassierte Sprockhövel elf Niederlagen in Serie.
  • Im Hinspiel kam der Tabellenfünfte SF Siegen gegen den Dreizehnten Sprockhövel nicht über ein 1:1 hinaus. Emrah Uzun rettete Siegen erst kurz vor Schluss.

Frank Steinseifer

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