Von Spiel zu Spiel dem Showdown beim VfL Eintracht näher kommen

Kreuztal..  15 Minuten standen noch auf der Uhr. Der TuS Ferndorf steuerte einem sicheren Sieg gegen den abstiegsbedrohten Neusser HV entgegen. Und irgendwie schien der heimische Drittliga-Tabellenführer das Kapitel dieses 17. Sieges in Serie bereits abgeschlossen zu haben. Die Nordsiegerländer Handballer ergingen sich fortan in Einzelaktionen, aus dem Rückraum sammelte vornehmlich Patrick Bettig Fahrkarten.

Es reichte dann zwar immer noch zum klaren 34:23-Erfolg im Duell, das einen Klassenunterschied verdeutlichte, doch nach dem Geschmack von Trainer Erik Wudtke war das nicht unbedingt, was sich in der letzten Viertelstunde seinen kritischen Augen bot.

Hätte der TuS seinen Stiefel herunter gespielt, der dem Gast um die beiden Ex-Ferndorfer Dennis Aust und Ceven Klatt ein bis zwei Nummern zu groß war, es hätte einen ähnlichen Kantersieg gegeben wie den, den der VfL Eintracht Hagen am Abend zuvor gegen den Soester TV eingefahren hatte. 40:25 gewann der ärgste und einzige verbliebene Konkurrent um den West-Titel seine Partie.

Dennoch: Der Anhang der „Roten“ zeigte sich zufrieden und so richtig sauer war dann auch Erik Wudtke nicht. Es sind aber oft eben die Kleinigkeiten, an denen es zu schrauben gilt, die in engeren Spielen über Sieg und Niederlage entscheiden können.

Klar, irgendwie hat jeder schon das große Spiel am 27. Februar in Hagen im Kopf. Auch wenn Erik Wudtke nicht müde wird, seine Mannen stets nur „auf das nächste Spiel“ vorzubereiten. Und natürlich denkt auch der Coach schon an diesen letzten Februar-Freitag.

„Da wollen wir schon gerne als Tabellenführer antreten, die Partie von oben in Angriff nehmen“, gibt Erik Wudtke zumindest einen kleinen Einblick in die Spannung, die auch ihn vor diesem „Showdown“ in knapp drei Wochen bereits gepackt hat.

Und gerade deshalb wird er nicht müde, den Blick zunächst auf die anstehenden Heimspiele gegen Zweibrücken und Soest zu lenken, einen Schritt nach dem anderen zu machen in Richtung Ziel.

Das Ziel gegen Neuss war spätestens erreicht, als der TuS nach 2:5-Rückstand in der 10. Minute seinen Rhythmus fand, für eine 10:0-Serie gerade mal weitere fünf Minuten benötigte. Die Quote wies kontinuierlich nach oben, hatte bei der Halbzeitsirene den beruhigende Zehn-Tore-Vorsprung erreicht.

Und die Ferndorfer wollten mehr. Beim 25:11 in der 40. Minute bahnte sich für die Aust und Co. das Debakel an. Das aber hielt der TuS dann in noch einigermaßen erträglichen Grenzen, da er einige Gänge herunter schaltete, Korrekturen zuließ und, wie Erik Wudtke nachher andeutete, „an einem richtig schönen Abend doch noch ein paar graue Wolken aufziehen“ ließ.

So lange das indes in diesem Rahmen geschieht, gleicht das einem Jammern auf hohem Niveau. Das Team selbst jedenfalls ist gefestigt genug, um aus solchen kleinen Unpässlichkeiten seine Lehren zu ziehen. Schon beim Schluss-Tänzchen im Mittelkreis dachte niemand mehr an Neuss. Eher schon an Hagen...