Von Remis-Königen und Dauerbrennern

Hütete in allen 18 Meisterschaftsspielen von Sportfreunde Siegen das Regionalliga-Tor: Dominik Poremba.
Hütete in allen 18 Meisterschaftsspielen von Sportfreunde Siegen das Regionalliga-Tor: Dominik Poremba.
Foto: Rene Traut

Siegen..  Heute blicken wir auf Teil eins der Saison in der Fußball-Reggionalliga zurück.

Gladbach gewinnt gerne

Keine Überraschung: Die meisten Niederlagen (jeweils zwölf) mussten die beiden Tabellenletzten FC Hennef und Sportfreunde Siegen hinnehmen, die Spitzenreiter aus Essen und Aachen gingen dagegen nur einmal leer aus. Am häufigsten als Sieger verließ der Tabellendritte Borussia Mönchengladbach II den Platz. Die Mannschaft von Trainer Sven Demandt entschied elf ihrer 18 Saisonspiele für sich, nur einmal durfte der Neuling aus Hennef einen Dreier bejubeln (1:0 gegen 1. FC Köln II).

Drei „Remis-Könige

Dass zahlreiche Unentschieden nicht unbedingt eine Spitzenplatzierung verhindern, beweisen die beiden Titelaspiranten aus Essen und Aachen. Mit jeweils bereits acht Punkteteilungen stellen sie gemeinsam mit den Sportfreunden Lotte die „Remis-Könige“ der Liga. Auf jeweils sieben Unentschieden kommen Rot-Weiß Oberhausen, der FC Kray und FC Schalke 04 II. Auf den niedrigsten Wert (jeweils drei) kommen nach 19 Spieltagen Borussia Mönchengladbach II sowie der SC Wiedenbrück und die abstiegsbedrohten Sportfreunde Siegen.

SC Verl zehn Mal zu Null

Kaum zu bezwingen ist Sebastian Lange, Torhüter des SC Verl. Lediglich zwölf Mal ließen die Ostwestfalen einen Gegentreffer zu, zehnmal spielte die Mannschaft von Trainer Andreas Golombek „zu Null“. Beides sind Bestwerte in dieser Saison. Am ehesten kann dabei noch Alemannia Aachen mit 13 Gegentreffern und acht Zu-Null-Spielen mithalten. Rot-Weiss Essen (21) hatte vor allem in den ersten Spielen Probleme in der Defensive, stabilisierte sich jedoch nach und nach. Die meisten Gegentreffer mussten Hennef (39) und der FC Kray (36) einstecken.

Mäßige Torquote

In den 167 bisher absolvierten Spielen fielen 448 Tore, was einem Schnitt von 2,68 pro Spiel entspricht. Zum Vergleich: In den anderen Regionalligen liegt der Norden mit einer Torquote von 3,16 deutlich an der Spitze, Bayern (2,82), Südwest (2,71) und Nordost (2,65) bewegen sich in einem ähnlichen Bereich. 242 Mal trafen die Heimmannschaften, 206 Tore gingen auf das Konto der Gäste. 67 Heimsiegen standen 51 Auswärtserfolge und 49 Unentschieden gegenüber. Das häufigste Ergebnis war ein 1:1 (31 Mal), dicht gefolgt vom 1:0 (30) und 2:1 (28). 266 der insgesamt 448 Treffer wurden erst in der zweiten Halbzeit, 110 davon sogar erst nach der 75. Minute.

Bochumer Rekordsieg

Drei Mal acht Tore in einem Spiel:Schon am 3. Spieltag sorgte die U 23 des VfL Bochum für einen neuen Rekord. Mit dem 8:0 beim FC Hennef 05 fuhren die Blau-Weißen den bisher höchsten Auswärtssieg in der Regionalliga West ein und verfehlten das deutlichste Ergebnis überhaupt (9:0 für den 1. FC Köln II gegen die U 23 des MSV Duisburg in der Saison 2012/2013) nur knapp. Sonst fielen nur noch beim 4:4 im Revierderby zwischen Essen und Oberhausen sowie beim 7:1 des SV Rödinghausen gegen den SC Wiedenbrück ebenfalls acht Treffer.

Dauerbrenner

Die maximale Einsatzzeit von 1710 Minuten an den ersten 19 Spieltagen erreichten neun „Dauerbrenner“. Darunter sind mit Benedikt Fernandez (Sportfreunde Lotte), Niclas Heimann (Rot-Weiss Essen), Marcel Hölscher (SC Wiedenbrück 2000), René Monjeamb (FC Hennef 05) vier Torhüter. Siegens Keeper Dominik Poremba verpasste keines der erst 18 Sportfreunde-Spiele.

Viktoria-Durststrecke

Achterbahnfahrt der Viktoria:Die längste Siegesserie legte der erklärte Titelfavorit FC Viktoria Köln gleich zu Saisonbeginn mit sechs Dreiern hintereinander hin, geriet nach dem sehr guten Start aber aus dem Tritt und blieb zwischen dem 4. Oktober und 5. Dezember in acht Partien in Serie sieglos. Sogar 15 Spieltage wartete der FC Hennef 05 auf seinen bislang einzigen Dreier, eine Durststrecke von immerhin zehn Partien mussten die Anhänger der Sportfreunde Siegen überstehen.

Boris für zwei Clubs

Vier Vereine nahmen bis zur Winterpause einen Trainerwechsel vor. Die Sportfreunde Lotte trennten sich nach ihrem Fehlstart von Michael Boris, der direkt enschließend zu den Sportfreunden Siegen zurückkehrte und dort seinen eigenen Nachfolger Matthias Hagner ablöste. In Lotte sprang der verletzte Mittelfeldspieler Henning Grieneisen als Interimstrainer ein, ab Januar trägt Ismail Atalan (bisher beim Westfalen-Oberligisten SC Roland Beckum tätig) die Verantwortung. Auf das unbefriedigende Abschneiden reagierten kurz vor Weihnachten auch Viktoria Köln, bei dem Claus-Dieter „Pele“ Wollitz beurlaubt wurde, und die abstiegsbedrohte SG Wattenscheid 09, die ihre Zusammenarbeit mit Christoph Klöpper beendete. Die Nachfolge ist bei beiden Klubs noch nicht geklärt.

Karten-Könige

Gleich vier Rote Karten und eine „Ampelkarte“ kassierten Spieler des FC Kray. Kein anderer Verein musste so viele Platzverweise hinnehmen. Hinzu kamen 46 Gelbe Karten.