Von Hackenbracht zum Sieg gebracht

Peter Rosenblatt (grünes Trikot)
Peter Rosenblatt (grünes Trikot)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Fußball ist eine schnelllebige Sache – davon kann auch der VfL Bad Berleburg dieser Tage ein Lied singen.

Bad Berleburg..  Vor zehn Tagen kassierte der Fußball-Landesligist mit einem 0:6 in Dröschede die höchste Niederlage seit 2007, gestern gab es nach dem 4:2 gegen den hoch gehandelten SV Hohenlimburg donnernden Applaus von 200 Zuschauern auf der Tribüne. „Die erste halbe Stunde war mit das Beste, was wir gespielt haben, seit ich hier Trainer bin“, schwärmte Andreas Edelmann nach dem Abpfiff.

Wo lagen die Gründe für das vollkommen unterschiedliche Bild, das seine Mannschaft nur zehn Tage später abgab? Diese könnte man in drei Punkten zusammenfassen. Erstens: Wie von Edelmann gefordert, besann sich der VfL auf die „Grundtugenden“ im Fußball. Die Mannschaft zeigte sich diesmal von Beginn an hellwach und riss ein Riesenlaufpensum ab. Zweitens: Der Gegner, der kürzlich die Vizemeisterschaft als Ziel ausgerufen hat, war nicht auf der Höhe – und hat den VfL womöglich unterschätzt. Bezeichnend: mit Nik Kunkel und Michal Amaral wechselte Gästetrainer Roman Reichel zwei seiner besten Spieler erst nachträglich ein. „Die waren angeschlagen“, sagte der Hohenlimburger Coach und beklagte: „Wir hatten drei Totalausfälle und haben zu viele Räume gelassen, die Berleburg gut genutzt hat.“

Drittens: Gegenüber dem Spiel in Dröschede kehrten mehrere verletzte bzw. gesperrte Spieler wieder ins Team zurück und hoben die Qualität der Mannschaft deutlich an. Benedikt Schneider kehrte ins defensive Mittelfeld zurück und füllte die Rolle aus, die man sich von einem Spieler mit der Nummer 10 auf dem Rücken erhofft, nämlich die als Dreh- und Angelpunkt. Im Mittelfeld war die Mannschaft mit dem Bären im Logo wieder deutlich ballsicherer, zweikampfstärker und gedankenschneller.

Drei der vier Tore, die Bad Berleburg vor der Pause erzielte, fielen drei oder vier Stationen nach einer Balleroberung, wobei jeweils Johannes Hackenbracht vollendete – auch er war nach einer Verletzung wieder ins Team zurück gekehrt. Der Wemlighäuser verlud erst nach einem Pass von Yannik Lückel, der für den an der Leiste pausierenden Daniel Gora ins Team rückte, Hohenlimburgs Keeper Nils Langwald im „Eins-gegen-Eins“ (13.). Seine weiteren Treffer legte Ahmad Ibrahim auf – erst per Hereingabe von außen (23.), dann mit einem Steilpass (39.). Es waren sehenswerte Kombinationen.

Und wenn es läuft, dann läuft es: Nach einer halben Stunde nickte Peter Rosenblatt – der Innenverteidiger fehlte ebenfalls in Dröschede – eine unter der Woche einstudierte Eckenvariante ein (30.). Auch dieser Scorerpunkt ging übrigens an Ibrahim, der vor der Pause gar auf 5:0 hätte erhöhen können. Bis dahin war jede Chance ein Treffer.

Bei aller Euphorie: Nach der Pause hätte das Spiel noch kippen können. Die Hagener kamen mit viel Druck aus der Kabine und zu Chancen. Dass daraus nicht mehr Schaden entstand als ein Gegentor durch Amin Ahakham (59.), war mit Glück verbunden. Auch nachdem Amaral für Hohenlimburg auf 2:4 verkürzte (86.), blieben die Gäste am Drücker. In Gefahr geriet der Sieg des VfL nicht mehr, Nur eines trübte die Freude: Tim Neusesser sah seine fünfte Gelbe Karte und muss ein Spiel aussetzen.