Von Brett zu Brett im Seitstep

Großmeister Dr. Helmut Pfleger
Großmeister Dr. Helmut Pfleger
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Was wir bereits wissen
Großmeister Helmut Pfleger spielte in Bad Berleburg Schach - gegen 14 Personen gleichzeitig. Nur einem Wittgensteiner gelang ein Sieg gegen den Münchner.

Bad Berleburg..  „Es war mir ein Vergnügen“, so Thorsten Mankel nach seiner verlorenen Partie gegen Dr. Helmut Pfleger. Der 71-Jährige Schach-Großmeister aus München, der am Donnerstag für ein Simultanspiel in der Mensa des Johannes-Althusius-Gymnasiums zu Gast war, eröffnete nach der Begrüßung durch Schulleiter Erwin Harbrink den Nachmittag mit einem Demonstrationsspiel, das reichlich Varianten am Demo-Brett bot.

Pfleger analysierte eine Partie zwischen den Großmeistern Eduard Lasker und George Alan Thomas aus dem Jahre 1911, bei der nach einem Damenopfer der schwarze König magnetisch ins weiße Lager gezogen und dort auf der Grundreihe mattgesetzt wurde. Die potenziellen Gegner durften immer wieder nach vollzogenen Zügen eigene Varianten entdecken. So drangen sie noch vor dem eigenen Spiel in die tieferen Gefilde des Schachs ein.

Dass Schach auch mit Humor und Wortwitz vorgetragen werden kann, demonstrierte der Schachkolumnist – unter anderem in der „Zeit“ –, Buchautor und Initiator mehrerer TV-Schachsendungen den anwesenden Spielern in seiner lockeren und wortgewandten Art.

Dann wurde er ernst und erinnerte mit einem Augenzwinkern daran, dass er Gast sei und die Gegner sich doch bitte wie gute Gastgeber verhalten sollten. Von Brett zu Brett, im Seitstep, begrüßte er die 14 aus der Region angereisten Spieler, mit jeweils einem Eröffnungs- oder Gegenzug. Da er seinen Gegnern die Farbwahl überließ, war er nicht überrascht, dass doch einige Weiß wählten.

Die Gastgeber erwiesen sich als nicht ganz so entgegenkommend. So zeigte Adrian Lauber, dass er auf einem guten Weg ist und trotzte dem Großmeister ein beachtliches Remis ab. Als jüngster Spieler im Kreis strich Benedict Weinhold erst nach beachtlichen 55 Minuten die Segel.

Fischer und Hof schaffen Remis

Die Zeit zwischen den noch vorhandenen Brettern wurde knapper, die verbleibenden Spieler mussten schneller denken.

Das kümmerte Björn Lottner, unter anderem auch Schachlehrer am Johannes-Althusium-Gymnasium, wenig. Souverän, ruhig bot er dem Großmeister die sprichwörtliche Stirn und gewann die einzige Partie gegen Pfleger. Jürgen Fischer und Hartmut Hof, beide Berleburger Urgesteine, erkämpften ebenfalls jeweils ein Remis.