Volleyball beim VfL verbindet Generationen

Bad Berleburg..  Selbst ein Schneesturm hat den Ansturm der Volleyballspielerinnen und -spieler aus Nah und Fern auf das traditionelle Mixed-Turnier des VfL Bad Berleburg nicht aufhalten können. „Es sind fast sechzig Teilnehmer“, freute sich Jürgen Reinhard, VfL-Abteilungsleiter Volleyball, am Samstag. „Damit hatten wir bei dem Wetter wirklich nicht gerechnet.“

Die Volleyballer hatten gern die Mühe auf sich genommen, den verschneiten Weg hinauf zur Dreifachsporthalle auf dem Stöppel zu „erklimmen“. Vom Siegener Giersberg und aus Feudingen waren Teams und einzelne ehemalige VfL-Aktive gar aus Köln und Paderborn angereist. Und so konnten neun Mannschaften aufgestellt werden, die in sieben Runden à 20 Minuten Spielzeit ihren Sieger ermittelten.

In der Endrunde mit knappen Ergebnissen zeigte sich dann ein Team in bestechender Bestform, und somit ging der Sieg an die Mannschaft mit Lone Winter, Madlen Weller, Lucy Lamb, Daniel Rensing, Carsten Lamb und Matthias Winter.

„Es waren spannende Partien auf teilweise hohem Niveau, wobei immer deutlich war, dass der Spaß am gemeinsamen Volleyballspiel im Vordergrund steht“, zog Jürgen Reinhard abschließend Bilanz.

Zwischen 14 und 80 Jahren

Dabei hat sich dieses Turnier und vor allem die Sportart Volleyball generationsübergreifend gezeigt. Jürgen Reinhard: „Es ist eben sehr gut möglich, die Sportart gemeinsam mit Spielern von vierzehn bis achtzig Jahren zu betreiben.“

Am Netz standen junge aufstrebende Nachwuchs-Volleyballerinnen nämlich dem 80-jährigen Hubert Kirscht gegenüber. Hier kann man - ohne in den Verdacht der Übertreibung zu kommen - von einem „Urgestein“ der Volleyball-Abteilung sprechen. Seit gut 35 Jahren ist er am Ball. „Dabei wollte ich gar kein Volleyball spielen, weil ich Angst davor hatte, meine Finger zu verletzen. Das wäre schlecht gewesen wegen meines Klavierspiels“, erinnert sich Hubert Kirscht, der sich neben dem Sport gern auch der Musik widmet.

Und dennoch: „Ende der 70er Jahre ging ich als schon älterer Typ das erste Mal zum Volleyball.“ Trainer war zu dieser Zeit Gerd Gerhard. „Er machte zweimal die Woche ein richtig hartes Training. Volleyball ist zwar technisch anspruchsvoll, aber Dank Gerd Gerhard hab’ ich es geschafft“, sagt Hubert Kirscht. Einen weiteren Anstoß hatte Ehefrau Thea gegeben, die schon seit einigen Jahren in der Damenmannschaft Volleyball spielte.

„Das Miteinander ist toll“

Gemeinsam besuchten sie das Training der Mixed-Mannschaft, die auch in der Gaurunde mitspielte. An eine Partie in Wilnsdorf denkt Hubert Kirscht mit größtem Vergnügen zurück: „Wir lagen schon 0:2 hinten, als Inkiri Marburger und ich eingewechselt wurden - und dann haben wir das Ding doch mit 3:2 im Tie-Break gewonnen.“

Aber gewinnen ist für ihn nicht alles. Ob bei der montäglichen Trainingseinheit bei Klaus van der Wijst oder beim weihnachtlichen Mixed-Turnier, schätzt der 80-Jährige besonders den Zusammenhalt der Volleyballer. „Das Miteinander ist einfach toll.“ Dabei reicht Hubert Kirscht auch ein guter Mittelfeldplatz aus (siehe Kasten). „Wir haben ja nicht schlecht gespielt.“ Allerdings musste er am Samstag frühzeitig das Feld verlassen. Nicht etwa aufgrund einer Verletzung. „Da bin ich zum Glück immer verschont geblieben.“ Dass sich der 80-Jährige in vielerlei Hinsicht fit und beweglich zeigt, stellte er gleich bei seinem nächsten Termin wieder unter Beweis: Orgel spielen in St. Marien.