Verletzung stoppt Duell der Löcherbach-Brüder

Erndtebrück..  Bestes Wetter, ein rasantes Spiel direkt vor dem Clubhaus und ein voller Zuschauerbalkon – besser hätte sich der TC Gottfried von Cramm das Finale der Wittgenstein Open, die im Rahmen der Feiern zum 40-jährigen Vereinsbestehen stattfanden, kaum wünschen können. „So voll wie an diesem Wochenende war es hier auf der Anlage noch nie“, freute Otto Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Er muss es wissen, denn er gehörte zu denen, die den Verein vor 40 Jahren gründeten, als der „weiße Sport“ noch als elitär galt und bei den örtlichen Behörden auf wenig Gegenliebe stieß.

78 Teilnehmer verzeichnete der Verein allein im Erwachsenenbereich, hinzu kommen noch die ebenfalls stark besetzten Felder der Wittgenstein Junior Open. Als Erfolg erwies sich dabei insbesondere die Einführung von B-Klasse-Turnieren, die gezielt vereinslose Hobbyspieler ansprechen sollten (Ergebnisse siehe linke Spalte).

In der Männer-Hauptklasse gab es im Finale ein Bruder-Duell zwischen Jens und Arne Löcherbach, das – und das war der einzige Wermutstropfen – durch eine Verletzung entschieden wurde. Obwohl Arne Löcherbach von Beginn wegen einer beim Fußball erlittenen Adduktoren-Verletzung beeinträchtigt war, ging er zunächst mit 3:1 und dann mit 6:3 in Führung. „Ich wollte es durchstehen, aber irgendwann ging nichts mehr“, bedauerte der Erndtebrücker das vorzeitige Ende des überwiegend mit Wucht von der Grundlinie geführten Zweikampfs.

Bei den Frauen ging der Turniersieg an den TC Rot-Weiß Laasphe. In einer Partie, welche die Spielerinnen als schwach, das Publikum aber als gut bewertete, setzte sich Kerstin Frank gegen Lokalmatadorin Nicole Birkelbach durch.

Holz versus Carbon im Showmatch

Neben den Vorrundenspielen stand am Samstag auch der feierliche Teil des „Vierzigsten“ auf dem Programm. Bevor die „Jojo-Weber-Band“ die bis in die Morgenstunden andauernde Party musikalisch eröffnete, gab es einen kurzen, aber auch kurzweiligen offiziellen Teil. Arne Löcherbach gab einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und auch auf dem Platz ging es „historisch“ zu.

In einem gemischten Doppelspiel mit Gunnar Genzel, Vanessa Weber, Maximilian Birkelbach und Gerlinde Bergmann standen sich Teams gegenüber, die unterschiedliche Zeiten symbolisierten. Hier das Team mit Holzschläger, das auch gekleidet war wie vor 40 Jahren, dort ein Team mit Carbonschläger und moderner Kluft. Als Sieger ging übrigens das Team mit dem antiquierten Equipment vom Platz, doch allzu großer Ernst war offensichtlich nicht im Spiel: Männer und Frauen hatten aus Jux die Kleidung getauscht.