Väter lösen Schlägerei bei B-Jugend-Fußballspiel in Siegen aus
22.05.2011 | 22:14 Uhr 2011-05-22T22:14:00+0200
Kaan-Marienborn.Das B-Junioren-Spiel endete in der 55. Minute, als ein Abwehrspieler des VfB Weidenau und ein Stürmer des FC Kaan-Marienborn aufeinander trafen. Der Weidenauer fiel, der Käner lief mit Blick auf den fliegenden Ball weiter – und traf den vor ihm liegenden Abwehrspieler mit dem Schuh im Gesicht. Plötzlich eskalierte die Gewalt auf dem Fußballplatz.
Der Anblick des blutenden Spielers brachte nicht nur die Rote Karte für den Angreifer ein, sondern rief auch den Vater des Abwehrspielers auf den Plan. Der war wegen Pöbeleien bereits im ersten Durchgang aus dem Innenraum verbannt worden, rannte nun auf den Platz und schlug dem 17-jährigen Angreifer ohne Vorwarnung ins Gesicht, wie Kaans Jugendleiter Christian Neuser berichtete.
Neuser: „Aggression der Väter unglaublich“
In der Folge eskalierte die Gewalt endgültig, im Polizeibericht ist von einer „Tumultsituation“ die Rede. „Die Aggression seitens der Väter war einfach unglaublich, das habe ich so noch nicht erlebt“, sagte Neuser im Hinblick auf die folgenden Szenen. Die Spieler der beiden Mannschaften wurden von ihren Trainern an den gegenüberliegenden Eckfahnen gesammelt, aber die Distanz wurde immer wieder durchbrochen, um Beschimpfungen, Drohungen und Rempeleien auszutauschen - seitens der Weidenauer Väter.
„Wären die Väter nicht dabei gewesen, wäre die ganze Situation nicht eskaliert“, ist sich Neuser sicher. Beim Eintreffen der angeforderten Polizei endeten die Pöbeleien, die Ordnungshüter mussten aber anwesend bleiben, bis beide Mannschaften geduscht waren und den Schauplatz verließen. Die Aggressionen beendete die Trennung derweil nicht: So bekam Kaans Trainer Jens Wende laut Christian Neuser abends noch Drohanrufe mit den Worten „Von uns hat es zwei erwischt, von euch nur einen.“
VfB-Spieler hat sich vermutlich Nase gebrochen
„Es ist wirklich gefährlich, dass die Zuschauer des VfB es offenbar nicht verstanden haben, dass Verletzungen auf dem Feld vom Schiedsrichter bestraft werden“, sagte Neuser. Während Trainer Wende nach den Drohungen erwägt, sein Amt aufzugeben, haben die B-Jugendlichen des FC ein Wiederholungsspiel gegen Weidenau bereits abgelehnt. „Sie haben gesagt, dass sie da lieber die Punkte hergeben, statt noch einmal so etwas mitzumachen“, so Neuser.
Der FC Kaan-Marienborn ist zurzeit mit knappem Vorsprung Zweiter der B-Junioren-Kreisliga B, der Platz würde eventuell zum Aufstieg reichen. Der Weidenauer Trainer entschuldigte sich nach dem Spiel für die Ausschreitungen bei den Käner Verantwortlichen. Der Spieler des VfB, der sich beim Zusammenprall vermutlich die Nase gebrochen hat, war nicht unter den Prüglern. Mit dem Käner Angreifer ist er befreundet.
21:08
Kein Wunder, dass die ursprüngliche Arbeitersportbewegung den Fußball eines Arbeiters unwürdig fand.
20:59
@Stefan2
Dieser Leistungsdruck ist nicht nur im Sport zu finden. An fast jedem Arbeitsplatz gibt es Mobbing.
Wo das hinführt dürfte bekannt sein.
20:58
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20:53
Leistung hat unser Land groß gemacht. Durch das ständige Ausdünnen und die Gleichmacherei auf ein Minimum verlieren wir gegenüber Ländern wie Indien, China, Vietnam und anderen Ländern den Anschluss.Wer selbst beim Fußballspielen ständig auffällt, auf Nationalismus und Ehre ein Monopol hat, ist hinreichend bekannt.
20:47
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20:39
Die gewalttätigen Ausschreitungen sind nur die logische Zuspitzung der Prinzipien von Leistung und Auslese, Konkurrenz, Aggression und Nationalismus, die im Fußballsport lebendig sind.
16:27
Sonntag, den 22. Mai 2011 um 10:15 Uhr Polizei
Handgreiflich wurde es am Samstagnachmittag während eines B-Jugend-Fußballspiels im Käner Breitenbachtal zwischen dem FC Kaan und dem VfB Weidenau. Zunächst trat ein Käner gegen einen Weidenauer Kicker nach und traf den Gegenspieler im Gesicht.
Der 44-jährige Vater des Getretenen schritt ein und langte dem Käner Jungen eins auf die Nase. Es entstand ein ziemlicher Tumult, in dessen Verlauf auch der Käner Trainer mitmischte und dem rächenden Papa einen Schlag gegen die Augenbraue versetzte. Blut floss sowohl aus der Nase als auch aus der aufgeplatzten Augenbraue.
Der Schiedsrichter hatte die Partie längst abgebrochen. Und der Auflauf wurde schließlich durch das Eintreffen der Polizei beendet. Aber die Stimmung blieb aufgeheizt. Die Polizisten blieben vorsichtshalber vor Ort und warteten ab, bis die Weidenauer nach dem Duschen Richtung Heimat aufgebrochen waren.
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